Von Jürgen Schmieder, Wien

Michael Ballack fällt im Finale gegen Spanien wohl verletzt aus. Es wäre nicht das erste Mal, dass ihm der letzte Schritt zu einem großen Triumph versagt bleibt. Ein Blick auf seine Karriere.

Es ist schon beinahe tragisch, wenn man die Worte Michael Ballack und Finale in einem Satz nennt. Er ist ein begnadeter Fußballer - einer der besten, die es in Deutschland je gab. Und dennoch ist er bislang der Ungekrönte. Bei all seinen Stationen war er die prägende Figur, seine Karriere ist ein steter Aufstieg, er wurde von Anfang an perfekt beraten.

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Eine Verletzung, die Ballack wieder ein großes Finale kostet? (© Foto: AP)

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Zum richtigen Zeitpunkt wechselte er jeweils den Verein, er erreichte jeweils das Klassenziel - die Krönung blieb ihm jedoch stets verwehrt. Seine Karriere ist wie die Laufbahn eines Schülers, der stets der Klassenbeste ist und in allen seinen Nebenfächern sehr gute Zensuren erhält - in den Hauptfächern aber mit lauter Zweien zufrieden sein muss.

Es begann beim Chemnitzer FC, wo Ballack 1995 im Alter von 19 Jahren seinen ersten Profivertrag erhielt. Er absolvierte 15 Partien - sein Verein stieg in die Regionalliga ab. In der folgenden Saison wurde Ballack Stammspieler, er erzielte zehn Tore. Kaiserslauterns Trainer Otto Rehhagel wurde auf das Talent aufmerksam und verpflichtete Ballack für die kommende Saison. Ballack wollte sich mit dem Wiederaufstieg des Chemnitzer FC in die 2. Bundesliga verabschieden - es reichte nicht ganz.

In der Pfalz entwickelte sich Ballack schnell zu einem wichtigen Spieler, der Anteil hatte an der Meisterschaft 1998. Kaiserslautern war der erste Verein in der Geschichte der Bundesliga, der als Aufsteiger den Titel gewinnen konnte. Der persönliche Aufstieg Ballacks ging weiter: Er wurde Stammspieler und durfte im Mai 1999 sein erstes Spiel in der Nationalelf absolvieren. Eine Entwicklung, die Rehhagel zu schnell ging. "Der Herr Ballack muss noch viel lernen", sagte er nach einem Zwist und verbannte ihn auf die Bank.

Zweiter, Zweiter, Zweiter, Zweiter

Ballack wechselte folgerichtig für acht Millionen Mark nach Leverkusen. Innerhalb von drei Jahren schoss er 27 Bundesliga-Tore, dazu neun in internationalen Wettbewerben, und führte Leverkusen an die Spitze des europäischen Fußballs heran. Wieder fehlte die Krönung: In der Saison 1999/2000 scheiterte Leverkusen am letzten Spieltag in Unterhaching - Ballack erzielte ein Eigentor. 2001/2002 wurde Ballack als Deutschlands Fußballer des Jahres ausgezeichnet, er stand im Uefa-"All-Star-Team", seine Mannschaft jedoch wurde in der Bundesliga, im DFB-Pokal und der Champions League jeweils nur Zweiter.

Dann kam die WM in Japan und Südkorea und der vierte zweite Platz für Ballack in diesem Jahr. Beim großen Finale war er nicht dabei. Es war der 30. Juni 2002, Deutschland unterlag Brasilien im Finale der Weltmeisterschaft - und der beste Feldspieler des Turniers durfte nicht daran teilnehmen. Im Halbfinale hatte er sich selbstlos in einen Angriff der Südkoreaner geworfen und nach einem taktischen Foul jene gelbe Karte kassiert, die dafür sorgte, dass er beim Endspiel zuschauen musste.

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