"Ich spiele nicht, um etwas zu beweisen"

Mesut Özil wehrt sich /
Sportnachrichten in Kürze
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"Die Wortwahl der spanischen Journalisten ist halt krass": Mesut Özil.  

(Foto: Getty Images)

Real Madrid: Nationalspieler Mesut Özil hat sich gegen die heftige Medienkritik in Spanien gewehrt. Der Spielmacher von Real Madrid, der zuletzt immer wieder mal auf die Bank musste, bezeichnete die Schelte in den spanischen Blättern als unberechtigt. "Aber man muss sich daran gewöhnen. Die Wortwahl der spanischen Journalisten ist halt krass", sagte der 23-Jährige nach seiner starken Leistung beim 2:2 im Spitzenspiel in Barcelona der Bild-Zeitung.

"Ich brauche das nicht, um Leistung zu bringen. Ich spiele nicht Fußball, um jemandem etwas zu beweisen, sondern weil ich Spaß am Fußball habe."

Auch sein Trainer José Mourinho hatte ihn zuletzt hart rangenommen und gestichelt: "Ihm fehlt die Qualität." Seit Beginn dieser Spielzeit war Özil in den spanischen Blättern mit Schlagzeilen wie "Özil zeigt sein grauestes Gesicht" oder "Özil auf dem Mond" mehrmals scharf kritisiert worden. Nach seinem überzeugenden Auftritt beim FC Barcelona feierte ihn die Zeitung AS wieder als "Magier". Özil hatte das 2:2 durch Cristiano Ronaldo mustergültig vorbereitet. Der Edeltechniker hat in den bisher sieben Saisonspielen in der Primera Division noch kein Tor erzielt und durfte nur in den ersten beiden Partien durchspielen. Bei den zwei Begegnungen der "Königlichen" in der Champions League wurde er jeweils eingewechselt und blieb ebenfalls ohne Torerfolg.

Tennis der Männer: Florian Mayer hat beim mit 3,5 Millionen Dollar dotierten Turnier in Shanghai als dritter Deutscher mühelos die zweite Runde erreicht. Der Tennisprofi aus Bayreuth bezwang am Dienstag den Australier Bernard Tomic mit 6:4, 6:0 und trifft jetzt in der Runde der besten 32 auf den schottischen Olympiasieger Andy Murray. Der an Nummer drei gesetzte US Open-Sieger hatte in der ersten Runde ein Freilos. Zuvor waren bereits Tommy Haas und Philipp Kohlschreiber weitergekommen.

Mayer knüpfte gegen Tomic nahtlos an seine starke Leistung bei den China Open in der vergangenen Woche in Peking an. Im ersten Satz wehrte er alle vier Breakbälle ab, im zweiten Durchgang ließ er dem überforderten Tomic dann überhaupt keine Chance. In Chinas Hauptstadt war Mayer erst im Halbfinale am späteren Turniersieger Novak Djokovic (Serbien) mit 1:6, 4:6 gescheitert.

Fußball, USA: US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann hat vier Bundesliga-Profis für die wichtigen WM-Qualifikationsspiele gegen Antigua und Guatemala nominiert. Neben Schalkes Jermaine Jones berief Klinsmann am Montagabend (Ortszeit) auch Steve Cherundolo (Hannover) und die beiden Hoffenheimer Fabian Johnson und Danny Williams in den 24-Mann-Kader. US-Star Landon Donovan und der Ex-Gladbacher Michael Bradley, die in den letzten beiden Länderspielen verletzungsbedingt gefehlt hatten, gehören ebenfalls zum Aufgebot.

Am kommenden Freitag muss das US-Team in Antigua antreten, am Dienstag empfängt die Truppe von Klinsmann in Kansas City Guatemala. Die USA sind in der Gruppe A derzeit mit sieben Zählern punktgleich mit Jamaika und Guatemala. Antigua ist mit nur einem Punkt Tabellenletzter. Nur die ersten beiden Mannschaften qualifizieren sich für die entscheidende Qualifikationsrunde, in der dann sechs Teams drei automatische Plätze für die Fußball-WM 2014 in Brasilien ausspielen.

Leichtathletik, Usain Bolt: Bolt will zugunsten seines dritten Sprint-Goldtriples bei den Olympischen Spielen von Rio de Janeiro 2016 auf einen Start in einer neuen Disziplin verzichten. Das kündigte der sechsmalige Olympiasieger aus Jamaika im neuseeländischen Auckland an. "Es geht nur darum, meine Titel zu verteidigen. Ich will keinen anderen Wettbewerb in Rio ausprobieren", sagte Bolt. Der 26-Jährige hatte sowohl in Peking 2008 als auch in London diesen Sommer über die 100 Meter, 200 Meter und mit der 4x100-Meter-Staffel Gold gewonnen.

Fußball in Italien: Die italienische Polizei untersucht die vermeintlich illegale Einbürgerung von Fußball-Profis aus der Serie A und unteren Ligen. Das berichteten lokale Medien am Montag. Ermittler in Fermo prüfen demnach Hunderte Vergaben der italienischen Staatsbürgerschaft in den vergangenen sieben Jahren an Spieler aus Südamerika. Die Polizei geht davon aus, dass die Berater der Sportler Stadtangestellte in der Region Marken bestochen haben, um Dokumente zu fälschen, die die italienische Abstammung ihrer Klienten beweisen sollten. Nachdem sie eine Zeit lang für unterklassige Vereine gespielt hätten, sollen die Profis dann an größere Klubs transferiert worden sein.

Nationalmannschaft, WM-Qualifikation: Der Personal-Notstand von Bundestrainer Joachim Löw in der Defensive wird immer größer: Am Montag musste auch noch der Dortmunder Mats Hummels kurzfristig für die wichtigen WM-Qualifikationsspiele am Freitag (20.45 Uhr) in Dublin gegen Irland und am 16. Oktober (20.45 Uhr) in Berlin gegen Schweden wegen einer Sprunggelenkverletzung absagen, die er sich am Sonntag beim 1:1 gegen Hannover 96 zugezogen hatte. Löw nominierte Heiko Westermann vom Hamburger SV nach. Der 29-Jährige hatte sein letztes von bislang 24 Länderspielen am 17. November 2010 beim 0:0 in Schweden absolviert. Zuvor hatten bereits Lars Bender und Ilkay Gündogan passen müssen. Zudem ist Kapitän Philipp Lahm, denn derzeit noch eine Prellung am Schienbein plagt, in Irland gelb-gesperrt. Thomas Müller (Risswunde unter dem Auge) reiste am Montag ebenfalls angeschlagen zum Treffpunkt in Frankfurt/Main an, seinem Einsatz steht aber nichts im Weg. Der Kader der DFB-Auswahl für den Quali-Doppelpack umfasst 20 Spieler. Erstmals seit der EM ist auch Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger wieder mit dabei. Miroslav Klose (34), der bisher 124 Länderspiele absolviert hat, ist die einzige echte Spitze. Als Alternative für Lahm als rechter Verteidiger nannte Löw dessen Münchner Vereinskollegen Jerome Boateng. Aber auch der Schalker Benedikt Höwedes und Westermann haben bereits auf dieser Position ausgeholfen.

FC Augsburg, Management: Fußball-Bundesligist FC Augsburg hat überraschend den Manager gewechselt. Der bisherige Sportdirektor Manfred Paula wird künftig als Chef des neuen Nachwuchsförderzentrums fungieren. Dafür übernimmt Jürgen Rollmann sein Amt. Das teilte der Verein am Montag mit. Präsident Walther Seinsch nannte die bisher schwachen Saisonleistungen der Augsburger Nachwuchsmannschaften als einen der Gründe für die Veränderung. "Der FCA wird sich langfristig nicht in der obersten Etage halten können, wenn der Nachwuchs nicht entsprechend gefördert wird", sagte er. Paula hatte bislang eine Doppelfunktion und verantwortete die Nachwuchsabteilung nebenbei. Sein Nachfolger war für die Schwaben bereits 1999/2000 als Manager aktiv und lief von 1995 bis 1997 als Spieler für den FCA auf.