Martina Hingis' Rückkehr Ein Lächeln

Die Diva ist zurück: Martina Hingis gewann ihr erstes Grand-Slam-Spiel seit fast vier Jahren.

Schon der Weg zurück auf den Center Court war für Martina Hingis ein Vergnügen. Als sie durch die Katakomben der Rod-Laver-Arena schritt, die Tennistasche auf dem Rücken und den ersten Grand-Slam-Einsatz seit dreieinhalb Jahren vor Augen, huschte ein Lächeln über ihr Gesicht. Mit jedem Schritt, mit dem die frühere Weltranglistenerste dem Eingang des Stadions näher kam, stieg ihre Comeback-Freude.

Martina Hingis

Freude beim ersten Auftritt: Martina Hingis.

(Foto: Foto: AFP)

Jubelnd empfingen sie die 15 300 Zuschauer bei den Australian Open, und erlebten danach einen Auftritt ohne Makel. 6:1, 6:2 gewann Martina Hingis gegen die Russin Vera Zwonarewa. Das Publikum staunte.

Martina Hingis, 25, hat während des Spiels gelächelt, sie genoss die Rückkehr auf die große Bühne ihres Sport sichtlich. Mit einer Wildcard war sie ins Hauptfeld des ersten Grand-Slam-Turniers dieser Saison gekommen, und mitleidlos rechtfertigte sie ihre Teilnahme. In den 65 Minuten ihres Auftritts ließ sie ihrer 21 Jahre alten Gegnerin, Nummer 29 der Weltrangliste, keine Chance. Zwonarewa zertrümmerte ihren Schläger. Hingis dagegen war sehr ausgeglichen. "Wenn ich weiter so spiele, kann ich gut damit leben", sagt sie. "Wie weit ich damit komme, weiß ich aber nicht einzuschätzen."

Mit ihrem Talent wird sie wohl noch eine ganze Weile im Turnier bleiben. Wer einmal ganz oben war, hat die Fähigkeit, auch nach langer Pause mit Erfolg zurückzukehren. Von 1997 bis 2002 führte sie 209 Wochen lang die Weltrangliste an und feierte fünf Grand-Slam-Triumphe, drei davon bei den Australian Open (1997, 1998 und 1999).

1997 war sie als 16-Jährige die jüngste Grand-Slam-Gewinnerin in der Tennis- Geschichte. Ehe sie 2002 nach ständigen Verletzungen ihren ersten Abschied vom Profisport nahm.

Sie ist zurückgekehrt, weil sie andere Engagements nicht zufrieden stellten. Als Reiterin und TV-Kommentatorin stand sie nicht so im Mittelpunkt wie als Tennisspielerin. Sie muss den Ruhm vermisst haben, und die Bewunderung von den Rängen.

"Ich habe es immer geliebt zu spielen", sagt sie. "Aber wenn du ein Kind bist, betrachtest du die Sache ganz anders. Heute, nach drei Jahren Pause und anderen Erfahrungen, weiß ich: Nichts hat mich jemals so ausgefüllt wie auf dem Platz zu stehen und Tennis zu spielen."

Sie lächelte. Sie winkte ins Publikum. Sie sagte: "Ich bin froh, wieder hier zu sein." Und dann zog sie sich zurück, um auf ihre nächste Aufgabe zu warten. In der zweiten Runde trifft sie auf die Finnin Emma Laine sein, Nummer 85 der Tenniswelt.