Der Trainer verneint diese Frage und verweist auf seinen Arbeitsauftrag: Hertha BSC hatte sich bereits kurz nach dem Abstieg die direkte Rückkehr in die erste Liga zum Ziel gesetzt. Der beim FC Bayern sozialisierte Babbel fand daran Gefallen: "Diese klare Ansage hat mir imponiert. Ich mag kein Rumgeeiere. Deshalb habe ich nicht lange überlegen müssen, als mich die Verantwortlichen fragten, ob ich Trainer werden will."

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Daniel Beichler (re.) ist einer der Neuen in Babbels Kader. Der Österreicher kam von Sturm Graz. Name seiner Großmutter? Hertha (sic!). (© dpa)

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Zwar sieht Babbel die Gefahr, "dass wir die Parole bei jedem Anflug von Misserfolg um die Ohren gehauen bekommen". Er hält die Mannschaft jedoch für stark genug, dem Anspruch standzuhalten. Auch wenn der Kader im Vergleich zur Vorsaison umgestaltet worden ist - zum Teil aus finanziellen Gründen, wie beim jüngsten Transfer von Gojko Kacar zum Hamburger SV, der Berlin 5,5 Millionen Euro in die Vereinskasse spülte. Auch Torhüter Jaroslav Drobny (ebenfalls HSV) und der Nationalverteidiger Arne Friedrich (VfL Wolfsburg) verließen die Hauptstadt.

Nicht geplant war hingegen der halbjährige Ausfall des Hertha-Eigengewächses Patrick Ebert, der in der Vorbereitung auf dem besten Wege war, sich auf der rechten Außenbahn zu einem Arjen Robben der zweiten Liga zu entwickeln - so verkauften es zumindest die Berliner Medien. Im Testspiel gegen den SSV Ulm ging Ebert übermotiviert in einen Zweikampf und verletzte sich am Knie. Seine Position soll der 21-jährige Österreicher Daniel Beichler, der von Sturm Graz kommt, übernehmen.

Im Sturm ruhen die Hoffnungen auf Rob Friend, mit 1,8 Millionen Euro Ablöse der Königstransfer der Berliner. Bei Borussia Mönchengladbach war der Kanadier nach einer Verletzung nicht mehr zum Zuge gekommen.

Eberts Ausfall schmerzt

Babbel setzt ihn als Speerspitze eines 4-2-3-1-Systems ein. Im Training hinterlässt Friend einen treffsicheren Eindruck, in den Testspielen aber ist der Angreifer noch torlos - im Gegensatz zu seinem erst 18 Jahre alten Konkurrenten Pierre-Michel Lasogga. Der Nachwuchsstürmer aus der Jugend von Bayer Leverkusen traf in vier Testspielen sechs Mal, woraufhin der Boulevard ihn kurzerhand zum "Hertha-Müllerchen" erklärte.

Als Vorbereitungsgegner hat Hertha BSC auffällig viele niederklassige Klubs im Programm: Der Bezirksligist FC Isny wurde mit 8:0 geschlagen, der Landesligist TSV Kottern mit 2:0. Eindeutige Siege sprangen auch bei den Regionalligisten SSV Ulm (4:0) und VfB Lübeck (3:1) sowie dem Oberligisten BFC Dynamo (4:0) heraus. Gegen den Drittligisten Rot-Weiß Erfurt verlor die Hertha zuletzt mit 1:2 - es war die erste Niederlage unter Markus Babbel.

Alle Spiele wurden auswärts ausgetragen, was eine nette Geste des Zweitligisten an die unterklassigen Klubs ist. Aber laut Babbel auch eine Erziehungsmaßnahme für seine Spieler: "Dreieinhalb Stunden in Bus und Bahn zu sitzen und aufs Land zu dackeln, das ist doch eine tolle Übung. Wir sind kein Bundesligist mehr, das muss rein in die Köpfe. Die zweite Liga wird kein Zuckerschlecken."

Die Berliner Boulevard-Reporter, die Babbel nach dem Training mit diesem Zitat beglückte, schrieben mit leuchtenden Augen mit.

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(sueddeutsche.de/jbe)