Mark Uth Der Fehleinkauf, der den FC Bayern besiegte

Wollte im Sommer eigentlich schon nach Köln gehen: Hoffenheims Angreifer Mark Uth (l.).

(Foto: dpa)
  • Nach seinen beiden Treffern gegen den FC Bayern wird Hoffenheims Mark Uth mit Lobeshymnen überhäuft.
  • Dabei hatte er den Klub im Sommer schon verlassen wollen - sein Klub schlug gar "ein achtstelliges Angebot aus Italien" aus.
  • In dieser Saison kommen Uths Stärken so gut zur Geltung wie noch nie.
Von Sebastian Fischer, Sinsheim

Wäre der Wunsch von Mark Uth in Erfüllung gegangen, dann hätte er am Samstagabend nicht zwei Tore gegen den Welttorhüter geschossen. Er hätte nicht dem Balljungen in Hoffenheim ein Trikot als Belohnung versprochen, für die Beteiligung an der Torvorlage vor dem 1:0, diesem technisch anspruchsvollen Schuss mit dem Außenrist in die kurze Ecke, an Manuel Neuer vorbei. Er wäre nach dem 2:0, einem Linksschuss aus elf Metern nach Zusammenspiel mit Steven Zuber, nicht jubelnd auf die Fans der TSG Hoffenheim zugelaufen. Er hätte sich auch nach dem Spiel nicht zu ihnen auf den Zaun gesetzt, mit einem Megafon in der Hand, um zu rufen: "Okay Leute, seid ihr so weit?" Und dann die Humba zu singen.

All jene Dinge, die den Fußballer Uth, 26, beim 2:0-Sieg gegen den FC Bayern zu einem glücklichen machten, wären nie geschehen. Sein Wunsch war es, im Sommer Hoffenheim zu verlassen und in seine Heimat, zum 1. FC Köln, zurückzukehren.

Die Hoffenheimer überboten sich in Lobeshymnen. "Er ist ein sehr, sehr außergewöhnlicher Stürmer, der aus dem Nichts Tore machen kann", sagte Nationalspieler Kerem Demirbay. Julian Nagelsmann nannte ihn "extrem kaltschnäuzig". Hoffenheims Trainer erinnerte auch daran, dass Uth bereits als Fehleinkauf galt.

Die TSG schlug ein zweistelliges Millionen-Angebot für Uth aus

In der vergangenen Saison war Uth hinter Andrej Kramaric und Sandro Wagner oft nur Ergänzung gewesen, nur zwölf Mal stand er in der Startelf, zehnmal wurde er eingewechselt, schoss sieben Tore. Als der 1. FC Köln einen Ersatz für Anthony Modeste suchte, waren die Gespräche dem Vernehmen nach schon weit fortgeschritten. Uth ist gebürtiger Kölner, er verließ den Klub 2012 nur sehr ungern zum holländischen Erstligisten SC Heerenveen, damals war es noch Tradition beim FC, eigene Talente zu verkennen.

In diesem Sommer scheiterte der Wechsel trotz eines 2018 auslaufenden Vertrags am Einspruch der sportlichen Entscheider in Hoffenheim, sie wollten den Kader angesichts der Doppelbelastung aus Bundesliga und internationalem Wettbewerb nicht verschlanken. Hoffenheim habe gar "ein achtstelliges Angebot aus Italien" für Uth ausgeschlagen, wie Sportchef Alexander Rosen am Samstag sagte. Jetzt wollen Rosen und Nagelsmann seinen Vertrag sogar verlängern.

In dieser Saison kommen Uths Stärken so gut zur Geltung wie noch nie. Er lässt sich als Mittelstürmer gerne fallen, hat ein starkes Stellungsspiel und vor allem einen starken Schuss, oft schließt er direkt ab. Er traf im Hinspiel und im Rückspiel der Champions-League-Qualifikation gegen Liverpool, er traf am zweiten Spieltag in Leverkusen, er ist jetzt Stammspieler. Und Köln ist Tabellenletzter.

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