Mario Gomez Kein Tor, viel Kampf
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Der gescholtene Stürmer Mario Gomez zeigt gegen Wales eine ansprechende Leistung - und auch die Fans singen Ermunterndes.
Mario Gomez, der Mann im Mittelpunkt des deutschen Fußballs, brauchte starke Nerven, als er sich mit den Mitspielern zum Vortrag der Nationalhymnen aufstellte. Der Druck, der auf ihm lastete, war für die Zuschauer im Millennium-Stadium in Cardiff mit allen Sinnen zu spüren. Was kein Wunder war: Auch sie hatten diesen schmerzhaften Druck auf den Ohren, weil die Stadionregie die walisische Hynme mit einer Lautstärke spielte, dass sich selbst der schwerhörige Sänger von von Motörhead, Lemmy Kilmister, darüber beschwert hätte.
Mario Gomez und Michael Ballack bejubeln das 0:2.
(Foto: Foto: AP)Ansonsten gab es zunächst keine äußeren Auffälligkeiten beim Stuttgarter Stürmer, der in den vergangenen Tagen in Deutschland eine derart schlechte Presse hatte, als hätte er im WM-Finale drei Elfmeter verschossen. Der Bundestrainer hatte immerhin berichten können, dass Gomez in den Tagen nach dem missratenen Liechtenstein-Spiel einen "ganz klaren Eindruck" auf ihn hinterlassen habe, das Gemüt betreffend.
Und die Menschen in Wales hatten den Glauben an ihn auch noch nicht verloren. Der Buchmacher auf der Geschäftsmeile Highstreet, gleich um die Ecke vom Stadion, zahlte lediglich eine Quote von 5,5 aus für die Wette, dass Gomez das erste Tor der Partie schießen werde. Wer trotzdem sein Bündel Pfundnoten investierte, der verfluchte Michael Ballack. Keine Zeit ließ er Gomez, um sich als Schütze des angeblich so wichtigen 1:0 verdient zu machen und dem Gerede ein Ende zu setzen.
Während des Spiels konnte sich Gomez über Mangel an Gesellschaft nicht beklagen. Der walisische Nationaltrainer John Toshack hatte Verteidiger Ashley Williams aufgetragen, den deutschen Gast unentwegt und überall hin zu begleiten. Williams, Angehöriger des führenden walisischen Klubs Swansea City und somit Zweitligaprofi, tat wie geheißen.
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Große Mühen entstanden dem walisischen Sonderbewacher im Laufe der ersten Halbzeit eher nicht. Weil Löw die Mittelfeldreihe ausgebaut und Lukas Podolski aus dem Angriffsdrittel auf die linke Halbposition zurückgezogen hatte, trat Gomez als einzige Spitze auf. Das sollte ihm wohl Platz verschaffen, aber der Effekt war mäßig. Seine Teilnahme am Spiel beschränkte sich auf wenige Ballberührungen im Angriffsaufbau und ein paar Defensivaktionen.
Zu seiner eigentlichen Bestimmung, dem Toreschießen, fand sich nur eine richtige Gelegenheit. Ballack hatte ihm den Ball vorgelegt, und Gomez schoss flach von der Strafraumgrenze haargenau am Pfosten vorbei. In jenem Moment regten sich auf dem Oberrang der nicht mal halbvollen Arena die deutschen Fans. Anders als am Samstag in Leipzig pfiffen und buhten sie nicht, sie sangen Ermunterndes.
Nach der Pause vergingen nur ein paar Minuten, bis Gomez wieder neue Rätsel aufgab. Sein kämpferisches Dribbling gegen James Collins im Strafraum führte zwar unmittelbar zum 2:0, aber den Torschuss erledigte kein Deutscher, sondern der ständige Begleiter Williams. Die Mitspieler feierten Gomez, als hätte er den Fluch von 13 torlosen Länderspielen endlich besiegt, in die Annalen geht trotzdem der unglückliche Williams als Schütze ein. So muss der VfB-Stürmer weiterhin auf seinen befreienden Moment warten. Bis zum nächsten Auftritt, wenn es wieder heißt: Unglaublicher Druck lastet auf Mario Gomez.