Manipulationsskandal in Spanien 41 Personen angeklagt

Schütze zweier seltsamer Tore: Mittelfeldspieler Gabi (Bild links), heute im Trikot von Atlético Madrid, 2011 bei Real Saragossa.

(Foto: AFP)
  • Dem spanischen Fußball droht ein Betrugsskandal. Es geht um die Manipulation eines Spiels im Abstiegskampf der Primera Division in der Saison 2010/2011.
  • Bisher wurden 41 Personen der beiden betroffenen Vereine UD Levante und Real Saragossa angeklagt.
  • Den Angeklagten drohen bis zu vier Jahre Haft.

Manipulation im Abstiegskampf

Ein Betrugsskandal belastet den spanischen Fußball: Die Staatsanwaltschaft für Korruptionsdelikte in Madrid hat Anklage gegen insgesamt 41 Personen der Vereine UD Levante und Real Saragossa erhoben. Ihnen wird Manipulation im Abstiegskampf der Primera Division in der Saison 2010/11 vorgeworfen, betonte der Sonderstaatsanwalt für Korruptionsvergehen, Alejandro Luzón, am Montag. Demnach soll Saragossa an Trainer, Spieler und Verantwortliche des Gegners insgesamt 965.000 Euro überwiesen haben, um die Partie in Levante am letzten Spieltag am 21. Mai 2011 mit 2:1 zu gewinnen und die Klasse zu erhalten. Daraufhin musste Deportivo La Coruna absteigen.

Haftstrafen zwischen sechs Monaten und vier Jahren möglich

Unter den Angeklagten sind Saragossas damaliger Clubchef Agapito Iglesias, weitere Ex-Vorstandsmitglieder, der damalige Trainer Javier Aguirre und jeweils 18 Profis beider Vereine. Dazu gehört auch Gabi Fernández, der Kapitän des amtieren spanischen Meisters Atlético Madrid, der damals für Saragossa gespielt und beide Treffer zum 2:1-Sieg bei UD Levante erzielt hatte. Der Staatsanwalt legt den Verdächtigen sportlichen Betrug zur Last, was nach spanischem Recht mit Haftstrafen zwischen sechs Monaten und vier Jahren geahndet werden kann.