Manipulation im Snooker O'Sullivan: "Viele Matches werden verschoben"

Der Weltverband befindet den Snooker-Profi Stephen Lee wegen Manipulation für schuldig, nun redet auch Weltmeister Ronnie O'Sullivan offen über Betrug in der Szene. Viele Spieler seien korrupt, der Verband kehre die Dinge lieber unter den Teppich.

Der fünfmalige Snooker-Weltmeister Ronnie O'Sullivan hält den Manipulationsskandal in der Szene für weit umfangreicher als bisher angenommen. Wie der 37-jährige Engländer am Dienstag per Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte, sei der ehemalige Weltranglistenfünfte Stephen Lee nur "einer von vielen korrupten Spielern".

Der Weltverband "World Snooker" hatte Lee am Montag für schuldig befunden, zwischen 2008 und 2009 sieben Spiele manipuliert zu haben, darunter ein WM-Spiel 2009. Der 39-Jährige war seit Oktober 2012 suspendiert, seitdem liefen die Untersuchungen.

Lee soll einzelne Spielabschnitte, sogenannte "Frames", oder ganze Spiele absichtlich verloren und von Wettpaten mindestens 40 000 Pfund (knapp 48 000 Euro) erhalten haben. "Das ist der schlimmste Fall von Manipulation im Snooker, den wir je hatten", sagte ein Verbandsfunktionär Nigel Mawer dem BBC Radio. Am 24. September will der Verband bekanntgeben, wie lange sie den 39-Jährigen sperren wird. Ihm droht eine lebenslange Suspendierung.

Sullivan kritisierte die Verantwortlichen des Weltverbandes für ihren Umgang mit der Affäre. "Ich habe gehört, dass noch viel mehr Spieler Matches verschieben", schrieb Sullivan auf Twitter, "die Wahrheit muss ans Licht kommen. Sie (die Funktionäre, Anm. d. Red.) werden mich wohl dafür bestrafen, weil ich offen darüber spreche. Sie kehren die Dinge lieber unter den Teppich."