Der FC Bayern unterliegt in Mainz mit 1:2 und muss den schlechtesten Saisonstart seit 43 Jahren verarbeiten. In einer schwachen Münchner Mannschaft überzeugen nur zwei Spieler.
Die erwartete Einwechslung nach drei Spielminuten blieb aus: Der FC Bayern hatte noch nicht aufs Tor geschossen, da hätte sich die Hereinnahme von Ivica Olic durchaus gelohnt - zumal der einzige Grund, den Kroaten nicht von Beginn an aufs Feld zu schicken, dessen hervorragende Qualitäten als Einwechselspieler gewesen sein könnten.
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Bayerns Abwehrchef Daniel van Buyten machte gegen Mainz einen unsicheren Eindruck. (© Foto: dpa)
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Auch nach 30 Minuten hatte der FC Bayern nicht viel zu Stande gebracht in diesem Spiel, die Anzahl der Fehlpässe im Mittelfeld war deutlich höher als die Anzahl der Torschüsse - was freilich auch daran lag, dass es weiterhin null Torschüsse waren. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 1:0 für Mainz 05. Andreas Ivanschitz überraschte nach feiner Vorarbeit von Andre Schürrle Münchens Torhüter Michael Rensing mit einem haltbaren Schuss aufs kurze Eck. Am Ende unterlagen die Münchner mit 1:2 (0:2) und müssen nun den schlechtesten Saisonstart seit 43 Jahren verarbeiten.
Es war eine unscheinbare Änderung, die Münchens Trainer Louis van Gaal vor dem Spiel vorgenommen hatte - und doch kam diese kleine taktische Änderung einer Abkehr von einem Dogma gleich. Seit Amtsantritt hatte van Gaal gepredigt, im Mitteldfeld einer Raute mit sogenanntem Zehner zu vertrauen. Zwei Kandidaten, die es könnten, wollen nicht: Franck Ribéry ("Ich spiele lieber links") und Bastian Schweinsteiger ("Die Zehn ist mir zu offensiv"). Zwei Kandidaten, die wollten, haben in den ersten Spielen eindrucksvoll bewiesen, dass sie es nicht können: Alexander Baumjohann fiel durch die Kreativität einer Lampe in der Allianz Arena auf, José Ernesto Sosa durch die Laufbereitschaft von Stefan Effenberg zum Ende seiner Karriere. Also stellte van Gaal um auf eine Reihe, Anatolij Timoschtschuk und Schweinsteiger agierten defensiv, Danjel Pranic und Hamit Altintop auf den Außenbahnen.
Der FC Bayern präsentierte sich in der ersten Halbzeit trotz dieser Abkehr von der Raute so wie in den ersten beiden Spielen. Die Mannschaft versuchte, die Ballbesitzquote so nahe wie möglich an 100 Prozent anzunähern. Die Folge aus dieser Spielweise waren zehn gelungene Pässe in Folge mit einem Netto-Raumgewinn von zwei Metern. Anschließend schlug einer der Mittelfeldspieler den Ball nach vorne, meist punktgenau auf einen Zuschauer in der vierten Reihe.
Die Mainzer dagegen kombinierten mit wenigen Ballkontakten durchs Mittelfeld und brachten damit die Abwehr des FC Bayern immer wieder in Bedrängnis. Bereits nach 28 Sekunden gab es die erste Torgelegenheit, als Aristide Bancé eine Flanke von Schürrle nicht erreichte. Bei den folgenden Angriffen scheiterten Tim Hoogland (8.) und Ivanschitz (19.) mit Fernschüssen.
In der 25. Minute dann fiel der Führungstreffer für Mainz - und wer geglaubt hatte, dass der FC Bayern diesen Rückschlag als Motivation sehen würde, der sah sich getäuscht. Die Münchner agierten weiterhin struktur- und ideenlos, es war ein Spiel gewordenes Bewerbungsschreiben für die ordnende Hand Mark van Bommel, der erneut verletzt fehlte und erneut nicht von Timoschtschuk ersetzt werden konnte.
Frühe Auswechslungen
Mario Gomez musste sich kurzzeitig überlegt haben, ob er nicht doch lieber zu Mainz 05 hätte wechseln sollen. Denn sein Gegenüber Bancé hatte innerhalb von sieben Minuten mehr Torchancen als Gomez in den ersten drei Spielen - was vor allem daran lag, dass sich die Münchner Defensive wahlweise als herumirrender Hühnerhaufen (stellungsschwach), Leichtathletik-Fankurve (körperlos) oder begeisterter Zuseher (unkonzentriert) präsentierte. Drei Mal scheiterte Bancé, die vierte Chance verwertete er in der 38. Spielminute nach einer Flanke von Florian Heller per Kopf.
Nach diesem zweiten Treffer kam sie endlich, die Einwechslung von Ivica Olic. Zuvor hatte Louis van Gaal bereits Thomas Müller für Hamit Altintop (33.) aufs Feld geschickt, in der 39. Minute dann musste Danjel Pranjic vom Feld. Und wie schon gegen Werder Bremen wurde das Spiel des FC Bayern durch die Herinnahme von Olic belebt. Er spielte auf Gomez, der daraufhin im Strafraum derart zu Fall gebracht wurde, dass ein Elfmeter gerechtfertigt gewesen wäre, zwei Minuten später passte Olic noch einmal auf Gomez, der am glänzend aufgelegten Mainzer Torhüter Heinz Müller scheiterte.
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Kosovo-Konflikt
"Er und die Mannschaft brauchen die individuelle Klasse von Franck Ribéry, Mark van Bommel und Ivica Olic "
Olic und RIbery meinetwegen - aber worin die sog. "individuelle Klasse" eines Marc van Bommel bestehen soll, außer regelmäßig das ganze Land (einschließlich vieler Bayern Fans) gegen sich aufzubringen, bleibt das Geheimnis des Autors. Kicken kann er jedenfalls nicht.
Für den Frittenbudenbesitzer in Mainz, der den Frust-Fraß Wurst-Pommes irgendwas XXL für Glühbirnen-Ulrich verkaufen durfte, freut es mich.
Apropos kaufen: Das ist doch immer noch die Kurzschluss-Reaktion gewesen. Wie wäre es mit einer weitblickenden Verpflichtung der Kategorie 'Kreuzer', z. B. Christian Schulz aus Hannover?