Machtkampf beim TSV 1860 Ismaik kündigt Verträge mit den "Löwen"

Hasan Ismaik hat die Verträge mit 1860 gekündigt.

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Er hat die Drohungen wahr gemacht: Investor Hasan Ismaik kündigt die Darlehensverträge mit dem TSV 1860 München. Der Verein steht damit vor der Insolvenz. Im Schreiben an die Vereinsführung lässt sich Ismaik aber ein Hintertürchen offen.

Er habe "keine andere Wahl gehabt". So steht es in dem Schreiben, das am Dienstagvormittag für einen Paukenschlag beim TSV 1860 sorgte: Investor Ismaik kündigt die Darlehensverträge mit dem Verein, fordert fast zehn Millionen Euro zurück.

Die Zusammenarbeit zwischen dem Zweitligisten und dem Investor steht damit vor dem Aus. Und dem Verein droht die Insolvenz. Konkret macht Ismaik in dem Schreiben seines Münchner Anwalts an "Löwen"-Geschäftsführer Robert Schäfer deutlich, dass drei Darlehensverträge in Höhe von insgesamt mehr als 9,3 Millionen Euro gekündigt würden - mit sofortiger Wirkung.

Doch ein Hintertürchen lässt sich Ismaik offen. Im Falle einer personellen Neuausrichtung beim Traditionsklub sei er bereit, "Verhandlungen über ein erneutes finanzielles Engagement zu führen." Aber nur dann.

Der Machtkampf zwischen Ismaik und den handelnden Personen geht damit in die nächste Runde. Die Drohkulisse des Jordaniers ist nun maximal groß. Zuvor hatte der Verein gegen Ismaiks Willen die Verträge mit Sportdirektor Florian Hinterberger und Trainer Alexander Schmidt verlängert.

Noor Basha, Cousin und Münchner Statthalter des Investors hatte vor wenigen Tagen deutlich gemacht, wie Ismaik darüber denkt: "Herr Ismaik ist sehr aufgebracht", sagte Basha, "er hat es schon hundert Mal verkündet: Mit diesen Leuten wird der Klub nicht überleben. Das ist absolut klar."

Er meinte damit das "higher management", die Klubführung, vor allem: "Robert Schäfer und Otto Steiner. Mit ihren Entscheidungen töten diese Leute den Verein."

Dann wird die Partnerschaft sterben

Ein weiterer Höhepunkt in dem Drama um 1860 folgt schon am Donnerstag. Dann findet in Planegg die außerordentlichen Mitgliederversammlung statt: Tagesordnungspunkt 5.3.: "Bestätigung des neuen Präsidiums".

Der neue Präsident, Grünen-Politiker Hep Monatzeder, will nach seinem aus dem Aufsichtsrat heraus geglückten Putsch gegen Dieter Schneider offiziell das Vertrauen abholen für seine Amtszeit. Das scheint nun unwahrscheinlicher denn je. Monatzeder war es innerhalb kürzester Zeit gelungen, das Verhältnis zu Ismaik völlig zu zerstören. Er muss um die Bestätigung zittern.

Noor Basha hatte erklärt: "Wenn Monatzeder bestätigt wird, bleibt Schäfer auch. Und wenn Schäfer bleibt, dann wird die Partnerschaft sterben." Mit der Kündigung der Verträge hat Ismaik jetzt die größtmögliche Drohung ausgesprochen.