Jahrelang galt der Spätzünder Toni in Italien als mäßig begabt. Nun zahlt Bayern München 18 Millionen Euro für den italienischen WM-Torschützen.
So richtig berühmt geworden ist der italienische Fußballer Luca Toni erst im vergangenen Jahr. Da hat er binnen einer Saison zunächst 31 Tore für den AC Florenz geschossen und dann im WM-Viertelfinale zwei für den späteren Weltmeister Italien, und als die WM vorbei war, hat sich die ganze Fußballwelt die Finger geleckt nach dem 1,96 Meter langen Wunderstürmer.
(© Foto: ddp)
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Luca Toni ist im Jahr 2006 groß herausgekommen, und man könnte deshalb meinen, dieser charismatische Italiener sei ein ganz hoffnungsvolles Talent.
Dabei ist er gar kein Talent mehr, Toni ist 29 Jahre alt. Er hat viel Zeit in unteren italienischen Ligen verschludert, er ist ein Spätzünder. Erst mit 23 Jahren feierte er in Vicenza sein Debüt in der italienischen Eliteliga Serie A, und erst demnächst, mit dann 30 Jahren, erweitert er seinen Horizont und verlässt Fußball-Italien, um - vorbehaltlich einer reibungslos verlaufenden ärztlichen Untersuchung - ab 1. Juli seinen Dienst beim FC Bayern München anzutreten.
Am Sonntag hätte er eigentlich zum Medizincheck in München aufkreuzen sollen, doch weil die Gazzetta dello Sport den Wechsel vorab vermeldet und ein enormes Medienecho ausgelöst hatte, wurde der Check kurzfristig verschoben. Dass der Wechsel zustande kommt, gilt intern aber als sicher. Toni kommt für geschätzte 18 Millionen Euro Ablöse aus Florenz und soll in München mit einem Fünf-Jahresvertrag und einem - angeblichen - jährlichen Nettoverdienst von 5,5 Millionen Euro ausgestattet werden.
Hitzfelds Wunschspieler
Vor einigen Wochen haben die Bayern dem Wunschspieler des Trainers Ottmar Hitzfeld das schöne München gezeigt und sich dabei auch nicht gerade als knauserig erwiesen, doch erst bei einer Nachbesserung in Sachen Jahresgehalt stimmte Toni, der auch von Juventus Turin, Inter Mailand und dem AC Mailand umworben wurde, einem Wechsel zu den Bayern zu.
Eines seiner sehnlichsten Ziele im Fußball, die Champions League, wird er in München aber vorerst nicht geboten bekommen. ,,Eines Tages will ich in der Königsklasse dabei sein - und sie gewinnen'', hatte er im Herbst dem kicker gesagt.
Nun wechselt er wohl vom designierten Uefa-Pokal-Teilnehmer Florenz zum designierten Uefa-Pokal-Teilnehmer Bayern, weil Manager Uli Hoeneß die Zahlungskraft des Klubs immer wieder propagiert hatte und nach den jüngsten Leistungen offenbar auch wütend in die Tat umsetzen will.
Toni, der für Florenz in dieser Saison in 29 Spielen 16 Tore erzielt hat, galt in Italien jahrelang als sehr mäßig begabt. Man verspottete den Schlacks als Giraffe auf Bügeleisen, doch dann schoss er Palermo vor drei Jahren erst mit 30 Toren in die erste Liga und dann mit 20 Toren in den Uefa-Pokal sowie ein Jahr später den AC Florenz mit 31 Toren auf einen Champions-League-Platz. Damit war er vor Jahresfrist der erfolgreichste Torschütze in den europäischen Topligen.
"Er sieht aus wie ein Truck und hat den Motor eines Ferrari'', hat sein Trainer Cesare Prandelli einmal über ihn gesagt. In dieser Saison ist Luca Toni in der Liga der viertbeste Torschütze. Trotzdem ist er wegen seiner Kopfballstärke Hitzfelds Wunschspieler und könnte nach der offiziellen Bestätigung dieses Wechsel zudem als Werbeträger für Bayern wirken, nach dem Motto: Seht her, wir können Weltstars kaufen! Ob das die anderen Stars überzeugt?
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(SZ vom 30. April 2007)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Er kommt, er kommt nicht, er kommt, er kommt nicht. Jetzt sieht es wieder so aus, als käme er nicht. Stattdessen Robben für 22 Mio. und angeblich will U.H. jetzt 100 Mio Euro locker machen. Dann ist ja noch Luft nach oben.... Warten wir doch mal einfach ab. Ich könnte mir auch einen Sturm ohne Luca Toni, aber mit Makaay und Podolski vorstellen. Die haben das Tore schießen ja nicht verlernt. Es fehlen eben "nur" die Vorlagen aus dem Mittelfeld. Natürlich müsste nach Pizarros Weggang dann noch ein weiterer Stürmer geholt werden, doch vielleicht reicht ja auch eine Nummer kleiner. Schlaudraff ist immerhin auch für das ein oder andere Tor gut. Ich kann mich an längst vergangene schöne Zeiten erinnern, wo ein Gerd Müller fast die Hälfte aller Tore schoß. Aber das ist heute wohl nicht mehr möglich. Ein Denker und Lenker im Mittelfeld und ein Stabilisator für die Abwehr. Das müsste doch reichen, wenn dann noch im nächsten Jahr vielleicht nicht ganz so viel Pfosten im Weg stehen und der FCB vom Verletzungspech verschont bleibt. Damit kann man sich dann für die CL qualifizieren und dann ist ja Klose auch zu haben. Wenn U.H. ihn dann noch will. Wetten, dass im nächsten Jahr die Torwartdebatte ähnlichen Wirbel auslösen wird?
Das Scouting bzw. die Einkaufspolitik des FCB ist schlichtweg peinlich: Lucio, Pizarro, Ismael, Van Buyten, Deisler, Frings, Van Bommel - alles Spieler die teuer eingekauft wurden und die alle (ausser Van Bommel) viel mehr gekostet haben als das was der Ursprungsverein dafür ausgegeben hat. Ob neuerdings Naldo, Diego, Fritz und Wome, oder eben früher Ismael, Pizarro - Bayern hat all diese Bremer Transfers verpennt um im nachhinein mit viel Geld dafür zu bezahlen. Sogar einen Miro Klose wollten sie für 5 Millionen nicht haben um jetzt eben gerne das drei bis vierfache dafür bezahlen zu wollen. Nicht davon zu sprechen wieviel Uli Hoeness jetzt für Diego bezahlen würde, wenn er ihn nur haben dürfte. Ein Spieler der ihnen in der Vergangenheit sogar angeboten wurde.
Und jetzt Heilsbringer Luca Toni ??? Ein 29 jähriger für 18 Millionen und 5,5 Mil. Jahresgehalt ? Mal wieder ein dicker Geldbeutel und wenig Verstand, denn eine Investition mit Perspektive ist das sicherlich nicht. Davon abgesehen dass sie von dieser hohen Ablöse keinen Cent wiedersehen werden - denn mit 33, nach Vertragsende kauft Luca Toni höchstens Brescia wieder ein.
Dafür ziehen dann die meisten Spieler bei Bayern (Ballack, Ze Roberto, Brazzo oder eben jetzt Pizarro) ohne Ablöse davon...
Wie gesagt: Zum Glück haben sie Geld, denn ihre Einkaufspolitik ist eine Geldvernichtungsmaschiene.
Dazu kommt die Vernichtung von Kapital durch Abwertung von Spielern. Talente oder gute Spieler wie Podolski, Santa Cruz, Pizarro, Frings oder jetzt Van Buyten - kommen, spielen schlechter als je zuvor, und gehen wieder für nichts oder weniger Geld. Dazu kommen die üblichen Fehleinkäufe wie Rau, Hashemian, Dos Santos...
Wenn man das alles zusammenzählt, kommt eine Summe raus, aus der Allofs zwei Championsleagueteilnehmer zusammenkaufen würde.
Und zuguterletzt hat der FCB seit Jahren keinen visionären und modernen Fussballlehrer beschäftigt: Ob Trapatoni, Heynckes, Hitzefeld oder Magath - die haben alle den modernen Fussball nicht erfunden und dem Verein keine Fussballphilosophie gebracht. Die Hoffnung hat mehrere Namen: Wenger, Rijkaard, Houlier. Und nicht Toni!
Solange dass aber so bleibt können die Bayern ihre "kreativen" Einkaufsideen auf Pele oder Maradonna erweitern.Gespielt wird auch nächste Saison ein langsamer, leicht auszurechnender, altmodischer fussball marke: FCB! Ob mit ode
jetzt knallen alle Sicherungen bei den Bayern durch zu verstehen.
Die Qualitäten des Stürmers stehen hier gar nicht zur Debatte, aber die Angreifer sind nicht das große Problem der Bayern. Das viel erwähnte Festgeldkonto verschwindet nicht nur im Mittelfeldloch, sondern auch in der Abwehr, wenn es Uli H. wirklich ernst meint.
Da sind langfristige Verträge in dieser Höhe ein Maßstab für alle anderen zukünftigen "Knaller" und damit auch das Ende des reichen unverschuldeten FCB. Das Showgeschäft Fussball verschlingt Millionen für Ruhm und Ehre und wenn sich der Erfolg nicht einstellt, den Verein.
Aber wenn man Toni 2010 für nur 10Mio. verkauft, nachdem man 2008 den UEFA-Cup geholt hat, 2010 die Champions-League gewonnen hat und Toni 3mal die Torjägerkanone geholt hat, hat die SZ ja einen neuen auf der Trasfer-Flop-Liste.
Ein 5-Jahres-Vertrag vielleicht, um ihn nach drei oder vier Jahren noch "verkaufen" zu können und ihn nicht ablösefrei ziehen lassen zu müssen? Wäre eine Möglichkeit. Einen anderen Sinn haben viele langfristige Verträge in meinen Augen sowieso nicht. Und wenn sich dann in ein paar Jahren ein Verein findet, der bereit ist, sagen wir mal, 10 Mio. Euro hinzulegen, relativiert sich auch die hohe Ablösesumme. Und bei der Inflation im Bereich der Ablösesummen ist das ja auch noch durchaus möglich. Auf der anderen Seite wäre ein 2-Jahres-Vertrag sicherlich unklug gewesen. Im 1. Jahr keine CL, im zweiten Jahr dann die Notwendigkeit von neuen Vertragsverhandlungen, um ihn im dritten Jahr noch zu haben. Hat halt alles Vor- und Nachteile.
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