Bayern-Trainer Louis van Gaal über Gründe für den Erfolg, Titelgewinne in drei europäischen Ligen und die ausschlaggebenden Punkte in den zwei kommenden Endspielen.

Frage: Herr van Gaal, am Ende hat sie die Bierdusche doch noch erwischt. Haben Sie sich geärgert?

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Louis van Gaal. (© Foto: Getty)

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Louis van Gaal: "Nein, den ersten Versuch konnte ich noch abwehren. Doch später hat es mich erwischt. Da war ich einen Moment vom Publikum abgelenkt. Ich habe das kommen sehen. Ich kenne ja die Kultur hier. Deshalb habe ich mich in der Halbzeit umgezogen."

Frage: Wie ordnen Sie den ersten Titel in München in Ihre bisherigen Erfolge ein?

van Gaal: "Jede Meisterschaft ist natürlich unglaublich. Vor allem im ersten Jahr. Ich habe das auch in Barcelona geschafft und hier wieder. Und dass ich der erste holländische Trainer bin, der deutscher Meister ist, darauf bin ich auch stolz. Aber Sie müssen wissen, dass ich das nicht allein mache, ich habe einen großen Stab."

Frage: Welche Unterschiede gibt es zu vorherigen Titeln?

van Gaal: "Ich war jetzt mit vier verschiedenen Mannschaften in drei Ländern Meister. Und jeder Titel hat etwas Besonderes. Mit Ajax habe ich drei nacheinander geholt, da habe ich etwas aufgebaut. Das ist ein anderer Prozess gewesen als hier. In Barcelona hatte ich auch das Glück, dass der Vorstand sehr an mich geglaubt hat. Da musste ich im ersten Jahr auch viele Sachen überwinden. Und mit AZ Alkmaar, einem kleinen Verein mit jungen Spielern, die noch nichts gewonnen hatten, war der Titel eigentlich die größte Leistung."

Frage: Und worauf führen Sie den Erfolg bei Bayern zurück?

van Gaal: "Die Spieler haben von Tag eins an mich geglaubt. Das ist das Beste, das ein Trainer bekommen kann. Wir haben zusammen immer daran geglaubt, dass wir es schaffen. Und das Resultat ist gekommen."

Frage: Hat Sie das eine Jahr in Deutschland verändert?

van Gaal: "Ich hatte schon in der ersten Pressekonferenz gesagt, dass mein Charakter hier sehr gut passt. Ich bin noch immer dieselbe Persönlichkeit wie vor 20 Jahren, aber ich habe gelernt, kann Situationen besser erkennen und einschätzen."

Frage: Wie hat der holländische Fußball den neuen Meister beeinflusst?

van Gaal: "Wir sind auf eine Weise Meister geworden, wie es nicht viele vorher geworden sind. Wir spielen sehr attraktiv, immer angriffsorientiert, immer mit viel Pressing. Am wichtigsten ist, dass wir in allen Kategorien gewonnen haben. Wir haben die meisten Tore geschossen, die wenigsten bekommen."

Frage: Warum haben Sie keinen Ihrer Stars in Berlin geschont?

van Gaal: "Weil ich in diesem Rhythmus bleiben will. Das ist wichtig; wir haben alles gewonnen in den entscheidenden Monaten April und Mai. Ich habe zum Beispiel Ribéry 60 Minuten spielen lassen und 30 geschont. Und ich habe Altintop 30 Minuten gegeben, weil er normalerweise das Champions-League-Finale spielen muss."

Frage: Wie sehen Sie jetzt die beiden folgenden Endspiele?

van Gaal: "Jeder Spieler will dieses Spiel gegen Bremen spielen und gewinnen. Noch mehr das Champions-League-Finale. Das Problem ist, die beste Taktik zu wählen, damit jeder am besten spielen kann."

Aufgezeichnet von SID und dpa

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