Am Nachmittag feierten die Zuschauer in der Rod-Laver-Arena die Vergangenheit. An ihrem Nationalfeiertag und zum 100. Geburtstag der Australian Open paradierten die Größen von früher, jeder repräsentierte ein Jahrzehnt, angefangen vom 91-jährigen Len Schwartz, der in den 30er Jahren aktiv war, über Ken Rosewall, Roy Emerson bis zu Patrick Rafter und den beiden besten Frauen, die der fünfte Kontinent hervorgebracht hat, Evonne Goolagong und Margaret Court. Lleyton Hewitt, der das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts vertreten sollte, habe leider keine Zeit, weil er sich auf sein Match vorbereiten müsse, sagte der Sprecher. Am Abend bewies der Australier dann erneut, dass er schon jetzt in einem Atemzug mit den legendären Spielern genannt werden muss.

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Nicht die Tatsache, dass er das Halbfinale erreicht, sondern wie, wird in die reiche Geschichte des Turniers eingehen. Genau vier Minuten vor Ende des Australia Day fiel er auf die Knie und ließ sich von den mehr als 15.000 Fans bejubeln. 6:3, 6:2, 1:6, 3:6, 10:8 hatte Hewitt seinen argentinischen Gegner David Nalbandian in die Knie gezwungen und damit seinen Ruf als größter Wettkämpfer unter den Profis unterstrichen. Schon im Achtelfinale brauchte er fünf Sätze, bis er Rafael Nadal demoralisiert hatte. Der junge Spanier ergab sich am Ende fast willenlos, Nalbandian dagegen wehrte sich bis zum Ende. Wie gegen Nadal war Hewitt von einer Oberschenkelverletzung behindert, musste sich behandeln lassen, machte aber erneut sein Versprechen wahr: kämpfen, selbst wenn das Bein abfalle.

Ganz so schlimm wurde es dann nicht, aber zum Ende des vierten Satzes sah es aus, als müsste Hewitt seinem Körper nachgeben. Doch Widrigkeiten stacheln den kleinen Mann nur an, und derer gab es viele. Neben dem Körper, dem er vorwarf, ihn im Stich zu lassen und den er mit Schlägen auf den schmerzenden Schenkel bestrafte, galt es, mit diversen Schiedsrichterentscheidungen fertig zu werden sowie mit dem Feiertagsfeuerwerk, das pünktlich um 21:15 Uhr begann und eine Viertelstunde lang das Geräusch der Bälle, der keuchenden Spieler und sogar Hewitts Schlachtruf "Come on!" übertönte. Und dann war da noch Nalbandian, den er 2002 im Wimbledonfinale noch beherrscht hatte. Der Südamerikaner bewies Hewitt'sche Qualitäten, als er sich nach zwei lustlosen Sätzen aufraffte und den Australier seinerseits zwei Sätze lang unbarmherzig über den Platz hetzte. Doch das Original erwies sich als stärker als die Kopie.

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