Leichtathletik Doping: Russischer Geher Kirdjapkin verliert Olympia-Gold

Sergej Kirdjapkin "feiert" erschöpft seinen Triumph in London - jetzt muss er den Titel abgeben.

(Foto: dpa)

In London war er über 50 Kilometer der schnellste - doch jetzt ist Sergej Kirdjapkin überführt. Ein Australier freut sich.

Der derzeit wegen Dopings gesperrte russische Geher Sergej Kirdjapkin verliert seine Goldmedaille der Olympischen Spiele 2012 in London über 50 Kilometer. Der internationale Sportgerichtshof CAS bestätigte einen Einspruch des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF und erkannte alle Leistungen Kirdjapkins zwischen dem 20. August 2009 und 15. Oktober 2012 ab. Zudem muss seine ebenfalls derzeit gesperrte Landsfrau Olga Kaniskina ihr London-Silber über 20 Kilometer Gehen zurückgeben. Sergej Bakulin verliert zudem sein WM-Gold von 2011 über 50 Kilometer.

Kirdjapkin war Anfang Januar 2015 wegen auffälliger Werte in seinem biologischem Pass rückwirkend ab dem 15. Oktober 2012 für 38 Monate gesperrt worden. Allerdings waren seine Ergebnisse von der russischen Anti-Doping-Agentur (RUSADA) nicht für den gesamten Zeitraum von 2009 bis 2012 annulliert worden. Gegen diese "selektive" Disqualifikation hatte die IAAF Einspruch eingelegt. Seinen WM-Titel von Berlin 2009 über 50 Kilometer hatte er bereits verloren.

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Auch Kaniskina, 2008 in Peking Olympiasiegerin, hatte ihre Silbermedaille zunächst behalten dürfen. Auch in ihrem Fall annullierte das CAS alle Ergebnisse vom 15. August 2009 bis zum 15. Oktober 2012. Die 30-Jährige war ebenfalls rückwirkend zum 15. Oktober 2012 für 38 Monate gesperrt worden, sie ist allerdings inzwischen vom Leistungssport zurückgetreten.

Insgesamt gab der CAS der IAAF in insgesamt sechs Einsprüchen bei russischen Gehern recht. Darunter auch die Fälle des Peking-Olympiasiegers Waleri Bortschin und Bakulins. Der 29-Jährige hatte 2011 im südkoreanischen Daegu triumphiert.

Der Zweitplatzierte des Olympiarennens in London, der Australier Jared Tallent, darf sich freuen - er ist nun der wahre Olympiasieger über 50 Kilometer Gehen. Auf Twitter entsandte er eine entsprechende Jubel-Nachricht.