Leichtathletik Deutsche Athleten gewinnen Team-Europameisterschaft

Mit 67,42 Metern seine starke Form bewiesen: Diskuswerfer Robert Harting.

(Foto: Getty Images)

Die Entscheidung fällt im vorletzten Wettbewerb: Dank starker Einzelleistungen gewinnen die deutschen Leichtathleten die Team-Europameisterschaft vor Russland und Frankreich. Kapitän und Diskuswerfer Harting besiegt dabei auch seinen Dauerrivalen.

Nachdem seine Mannschaftskollegen der Reihe nach zur Höchstform aufgelaufen waren, erwies sich auch Olympiasieger und Kapitän Robert Harting als sicherer Rückhalt. Dank zahlreicher Top-Leistungen haben die deutschen Leichtathleten die Team-EM in Braunschweig gewonnen und dem Favoriten Russland nach einem spannenden Zweikampf die Grenzen aufgezeigt.

Nach zwei Wettkampftagen und 40 Disziplinen hatte die Auswahl des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) 371 Punkte auf dem Konto. Beim lange Zeit führenden Titelverteidiger Russland (359,5) herrschte dagegen Enttäuschung. Rang drei ging an Frankreich (295). Ausschlaggebend für den ersten deutschen Gesamtsieg seit 2009 waren sieben Siege der deutschen Athleten am Sonntag.

Keine Blöße gab sich Diskus-Olympiasieger Harting, der seine starke Form unter Beweis stellte und mit 67,42 m deutlich gegen seinen polnischen Dauerrivalen Piotr Malachowski (65,35) und den Russen Wiktor Butenko (62,81) gewann. Neben Harting sorgten Kugelstoß-Vizeweltmeisterin Christina Schwanitz (Erzgebirge), Speerwerfer Andreas Hofmann (Mannheim), 800-m-Läufer Timo Benitz (Stockach), Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler (Frankfurt/Main), 3000-m-Läufer Richard Ringer (Friedrichshafen) und Weitspringerin Malaika Mihambo (Kurpfalz) für die Glanzlichter.

Die Entscheidung fällt im vorletzten Wettbewerb

Alle zeigten knapp zwei Monate vor den Europameisterschaften in Zürich überzeugende Leistungen und weckten Hoffnungen auf ein ähnlich gutes Abschneiden. Schwanitz gewann den Wettbewerb mit soliden 19,43 m, Hofmann glänzte bei seinem Erfolg mit persönlicher Bestweite vom 86,13 m. Heidler siegte mit 74,63 m klar, Benitz triumphierte dank eines beeindruckenden Schlusssprints in persönlicher Bestleistung von 1:46,24 Minuten. Ringer lief in 7:50,99 Minuten persönliche Bestzeit, Mihambo zeigte bei Rückenwind von 1,5 m/Sek mit einem Satz auf 6,90 m die weltweit drittbeste Leistung des Jahres.

Die Entscheidung fiel jedoch erst im vorletzten Wettbewerb, der 4x400-m-Staffel der Frauen. In 3:28,34 Minuten reichte es für das DLV-Quartett zum zweiten Platz, die Russinnen (3:30,36) überquerten als Sechste das Ziel. Zuvor hatte sich Schwanitz zum Auftakt einen Fehlversuch geleistet, brachte ihr Arbeitsgerät aber schon im zweiten Anlauf auf die Siegweite. Irina Tarasowa (Russland/18,36) wurde Zweite. Hofmann steigerte gleich im ersten Versuch seinen persönlichen Bestwert um fast drei Meter und sicherte der deutschen Mannschaft die Maximalpunktzahl.

"Ich kann nicht erklären, wo der herkam. Ich habe nicht damit gerechnet, im ersten so einen Wurf rauszuhauen", sagte Hofmann. Rang zwei ging an den WM-Dritten Dmitri Tarabin aus Russland (83,40). In der Jahres-Weltbestenliste verbesserte sich Hofmann auf den vierten Platz. Benitz ließ den Polen Adam Kszczot (1:46,36) knapp hinter sich. Heidlers Weite kam die Polin Joanna Fiodorow (72,23) am nächsten. Ringer verwies den Tschechen Jakub Holusa (7:51,43) auf Rang zwei, in Reichweite von Mihambos Top-Leistung kam nur Élyose Lesueur aus Frankreich (6,87).

Die deutsche Mannschaft hatte zur Halbzeit mit drei Punkten in Führung gelegen, nachdem sich bereits am Samstag Kugelstoßer David Storl (Chemnitz), 5000-m-Spezialist Arne Gabius (Tübingen) und Weitspringer Christian Reif (Iggelheim) gegen die Konkurrenz durchgesetzt hatten.