Maurice Greene war Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordhalter - und gegen Ende seiner Karriere fast nur noch verletzt. Deswegen beendet er nun seine Laufbahn, doch er bleibt dem Sport erhalten.

Die Leichtathletik ist um eine schillernde Persönlichkeit ärmer: Der Doppel-Olympiasieger und frühere Weltmeister Maurice Greene hat seine Karriere wegen anhaltender Verletzungsprobleme beendet. "Ich erkläre offiziell meinen Rücktritt vom aktiven Sport. Ich habe nach den vielen Blessuren nicht mehr die mentale Kraft, zurückzukommen. Es kostet eine Menge Kraft, es zieht dich runter und macht dich depressiv", sagte der 33 Jahre alte US-Sprinter in Peking.

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Maurice Greene beendete nach vielen Verletzungen seine Karriere. (© Foto: AFP)

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Endgültiger Auslöser für die Entscheidung war eine neuerliche Wadenblessur. "Verletzungen sind für einen Sprinter der schlimmste Albtraum, und ich habe die vergangenen drei Jahre permanent dagegen angekämpft", erkärte der 1,75-Meter-Mann, der wegen seiner kompakten Statur auch als "Kansas Cannonball" (Kanonenkugel aus Kansas) bezeichnet wurde. Der Leichtathletik will Greene künftig als Trainer erhalten bleiben.

Das "Großmaul" Maurice Greene war eine der herausragenden Figuren der vergangenen zehn Jahre. Stets hielt er sich für den Besten, ließ dies die Konkurrenten auch immer wieder wissen. Seinen Oberarm zierte ein Tattoo mit den Initialen GOAT (Greatest Of All Time), der Größte aller Zeiten.

Konkurrent Gay: "Er ist der Größte"

In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre konnte er auch mit Leistungen überzeugen. Er gewann in Sydney über 100 Meter und mit der 4x100-Meter-Staffel zweimal Olympia-Gold, wurde 1997, 1999 und 2001 dreimal in Serie 100-Meter-Weltmeister. Bei der WM 1999 gelang ihm zudem als zweitem Sprinter nach Carl Lewis das Kunststück, dreimal Gold zu gewinnen.

Am 19. Juni 1999 lief Greene in Athen in 9,79 Sekunden einen 100-Meter-Weltrekord, der drei Jahre später von Tim Montgomery (9,78) unterboten wurde. Wegen Dopings wurde Montgomery diese Bestmarke später aber wieder aberkannt. Inzwischen steht der Weltrekord bei 9,74 Sekunden, gehalten von Asafa Powell (Jamaika). Greene hält mit 6,39 Sekunden seit 1998 den immer noch gültigen Hallen-Weltrekord über 60 Meter.

In den vergangenen Jahren sank der Stern des Maurice Greene. Während sich der einstige Vorläufer mit Verletzungen herumplagte, sprinteten andere an ihm vorbei: die allerdings später als Dopingsünder entlarvten Tim Montgomery und Justin Gatlin sowie Asafa Powell und Tyson Gay, der von der Rücktrittsnachricht überrascht wurde. "Das hat mich schockiert. Er ist der Größte", sagte Gay.

Seine letzten internationalen Medaillen gewann Greene bei den Olympischen Spielen in Athen, wo er Dritter über 100 Meter und Zweiter mit der US-Staffel wurde. In Erinnerung bleiben möchte Greene nicht nur als Sportler: "Die Leute sollen mich vor allem als eine großartige Person im Gedächtnis behalten." Bescheidenheit a la Maurice Greene.

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(sid/aum)