Doping im Radsport Armstrong lebenslang gesperrt

Lance Armstrong: Keine Kooperation mit der Usada. 

(Foto: AFP)

Er werde jede Frage beantworten, behauptete sein Anwalt. Doch nun hat Lance Armstrong die Frist verstreichen lassen, in der er mit der Anti-Doping-Agentur Usada hätte zusammenarbeiten können. Damit wird der ehemalige Toursieger lebenslang gesperrt - für Sportveranstaltungen jeglicher Art.

Von Andreas Burkert

Von seiner avisierten Absicht, mit den Instanzen kooperieren zu wollen, um den Radsport voranzubringen im Kampf gegen die Dopingseuche, hat sich Lance Armstrong wie erwartet verabschiedet: Der entzauberte Texaner hat die um zwei Wochen verlängerte Frist der US-Anti-Doping-Agentur (Usada) verstreichen lassen, sich mit den Dopingfahndern an einen Tisch zu setzen.

Sein Anwalt Tim Herman behauptete zwar in einer Stellungnahme, Armstrong sei "der Erste, der vor einem internationalen Tribunal jede Frage beantwortet". Die - zuständige - Usada akzeptiert der gefallene Tour-Sieger jedoch weiter nicht als Gremium, sie würde nur "ausgewählte Individuen dämonisieren".

Armstrong, 41, der lebenslang gesperrt ist und wohl im Hoffen auf eine Reduzierung auf acht Jahre ein TV-Dopinggeständnis ablegte, muss jetzt mit dem Strafmaß leben.

Weshalb Armstrong die Aussage bei der Usada verweigert, die ihm jahrelanges Doping nachwies, ist naheliegend: In den USA müsste er mutmaßlich unter Eid aussagen, das würde seine Lage nicht nur in Prozessen zu Regressklagen weiter verschlechtern. Armstrong hatte auch Gespräche mit der Welt-Anti-Doping-Agentur - die Wada sitzt in Kanada - und dem umstrittenen Rad-Weltverband UCI angeboten; vor einer Wahrheitsfindungs-Kommission würde er sprechen, so sein Anwalt.

Die Wada indes verweist auf die Zuständigkeit der Usada und liegt mit der UCI im Clinch, die sich in der Causa Armstrongs Korruptionsvorwürfen gegenübersieht.

Armstrong wolle doch nicht "ehrlich sein und seine Fehler im Sport korrigieren", kommentierte Usada-Chef Travis Tygart. Man werde die Arbeit ohne ihn fortsetzen. Dazu gehören noch nicht terminierte Verfahren von Armstrongs Teamchef Johan Bruyneel, Arzt Pedro Celaya und Trainer Pepe Martí, die einer lebenslangen Sperre widersprochen haben.