Länderspiel Tschechien - Deutschland "Man betrachtet das eigene Team ganz klar als Favoriten"

Das Spiel gegen Tschechien ist der erste Härtetest für die deutsche Nationalelf unter Bundestrainer Jogi Löw. Die tschechischen Medien sind optimistisch. Drei Fragen an den SZ-Sportredakteur Christof Kneer in Prag.

Herr Kneer, das Spiel gegen Tschechien ist der erste Härtetest für die Nationalelf unter Joachim Löw. Wie ist die Stimmung im deutschen Lager?

Länderspiel Tschechien - Deutschland

Jogi Löw: Eine Mischung aus Entspannung und Anspannung.

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Christof Kneer: Eine Mischung aus Entspannung und Anspannung. Man ist sich durchaus bewusst, dass es sich um den ersten Praxistest für Jogi Löw handelt. Der Bundestrainer hat angekündigt, einerseits auf Ergebnis zu spielen, andererseits den offensiven Spielstil, der bei Heimspielen gepflegt wurde, auch auswärts zu praktizieren. Ich finde es sehr mutig, dass er das, was er seine Philosophie nennt, auch bei einem Auswärtsspiel verfolgt - wobei er angekündigt hat, je nach Spielverlauf mit einem Unentschieden nicht unzufrieden zu sein.

Die Tschechen dagegen schienen unter der Woche nervös zu sein. Was titeln die Zeitungen?

Christof Kneer: Die Zeitungen in Prag sind erstaunlich gelassen und zurückhaltend. Man betrachtet die eigene Mannschaft ganz klar als Favoriten. Nach dem Motto: Wir spielen zu Hause und werden drei Punkte holen, in Deutschland könnt Ihr dann gewinnen.

In den vergangenen Tagen gab es Meldungen, dass es möglicherweise zu Ausschreitungen kommen könnte. Wie ist die Situation in Prag?

Christof Kneer: Im Moment ist es völlig ruhig. Auch Kollegen, die heute morgen über die Grenze kamen, haben berichtet, dass es keine Probleme gab. Es ist natürlich nicht absehbar, ob noch etwas passiert, aber ich hoffe, dass man aus den Vorfällen in der Slowakei gelernt hat, dass sich so etwas nicht wiederholt.