Kurzbahn-WM Gold für Steffen und Biedermann, Lochte mit Weltrekord

Erfolg auf der Kurzbahn: Britta Steffen gewinnt Gold

(Foto: Getty Images)

Britta Steffen wird zum ersten Mal Weltmeisterin auf der Kurzbahn, Paul Biedermann verteidigt seinen Titel und Ryan Lochte schwimmt einen neuen Weltrekord. Michael Ballack wird sein Abschiedsspiel Medienberichten zufolge in Leipzig absolvieren, die Kölner Haie bauen ihre Tabellenführung aus, Skispringer Michael Neumayer schafft in der Qualifikation Platz fünf.

Sportnachrichten in Kürze

Schwimmen, Kurzbahn-WM: Paul Biedermann hat seinen Titel als Kurzbahn-Weltmeister über 400 Meter Freistil verteidigt. Der 26 Jahre alte Schwimmer aus Halle/Saale schlug am Freitag in Istanbul nach 3:39,15 Minuten an und lag damit vor dem Chinesen Hao Yun und dem Dänen Mads Glaesner. Biedermanns Siegerzeit war die zweitbeste des Jahres auf dieser Strecke. Es war das zweite deutsche WM-Gold von Istanbul nach dem Sieg von Biedermanns Freundin Britta Steffen über 100 Meter Freistil eine halbe Stunde zuvor. Die Weltjahresbeste schwamm 52,31 Sekunden und gewann damit vor der Amerikanerin Megan Romano und Tang Yi aus China. Es war der erste deutsche WM-Titel über diese Strecke seit der Einführung von Kurzbahn-Weltmeisterschaften 1993. Insgesamt hat der Deutsche Schwimm-Verband damit vier Medaillen bei dieser WM geholt. Zuvor hatte Biedermann Silber über die 200 Meter Freistil und Bronze mit der Freistil-Staffel gewonnen.

Ryan Lochte hat bei der Kurzbahn-WM in Istanbul für den ersten Weltrekord gesorgt. Der Amerikaner verbesserte bei der Titelverteidigung über 200 Meter Lagen am Freitag in 1:49,63 Minuten seine zwei Jahre alte Bestmarke um 45 Hundertstelsekunden. Es war Lochtes vierter Titel von Istanbul und sein 18. insgesamt bei einer Kurzbahn-WM. Hinter Lochte schlugen der Japaner Daiya Seto und Ungarns Serien-Europameister Laszlo Cseh an.

Zum Abschluss des dritten Tages der Kurzbahn-WM ist die deutsche Lagen-Staffel der Frauen auf Platz acht geschwommen. Jenny Mensing, Caroline Ruhnau, Paulina Schmiedel und Britta Steffen schlugen am Freitag nach 3:56,85 Minuten an. Das Rennen gewann Dänemark in 3:49,87 vor Australien und den USA. Das deutsche Quartett war zwar abgeschlagen, knackte aber wie im Vorlauf den deutschen Uralt-Rekord aus dem Jahr 2000. Allerdings war ein deutsches Team seitdem nicht mehr über diese nur bei Kurzbahn-Weltmeisterschaften geschwommene Distanz angetreten.

Fußball, Michael Ballack: Michael Ballack wird sein Abschiedsspiel Medienberichten zufolge am 5. Juni 2013 in Leipzig veranstalten. Der 98-malige Nationalspieler wolle mit einer Ballack-Elf gegen eine Weltauswahl antreten, berichteten der Kölner "Express" und die "Leipziger Volkszeitung" am Freitag. Dafür sollten prominente Spieler und Trainer seiner Vereinsstationen 1. FC Kaiserslautern, Bayer Leverkusen, Bayern München und FC Chelsea eingeladen werden. Auf der Gästeliste des ehemaligen Kapitän der Nationalelf sollen unter anderem José Mourinho, Didier Drogba, Frank Lampard, Ashley Cole und Lionel Messi stehen. Aus der deutschen Nationalmannschaft sollten demnach Bastian Schweinsteiger, Mesut Özil oder René Adler eine Einladung erhalten. Das Verhältnis zum Deutschen Fußball-Bund (DFB) ist nach der Ausbootung durch Bundestrainer Joachim Löw gestört. Ein DFB-Angebot, den dreimaligen Fußballer des Jahres im August 2011 im Freundschaftsspiel gegen Brasilien in Stuttgart zu verabschieden, hatte Ballack verärgert abgelehnt.

Eishockey, DEL: Die Kölner Haie haben mit einem 3:2-Sieg im Derby bei der Düsseldorfer EG ihre Führung in der Deutschen Eishockey-Liga ausgebaut. Köln drehte am Freitag nach einem 0:2-Rückstand auf, Daniel Tjernqvist schaffte vier Minuten vor dem Ende die Entscheidung. Für die Haie, die jetzt mit 51 Punkten drei Zähler Vorsprung haben, war es schon der dritte Derby-Sieg in dieser Saison. Das Team der Stunde bleiben die Krefeld Pinguine. Das 3:0 in Hannover am 27. DEL-Spieltag war schon der neunte Sieg des neuen Tabellen-Zweiten (48) hintereinander. Zum 198. Mal trafen Düsseldorf und Köln aufeinander: Für Köln war es der 99. Erfolg. 88 Mal hatte die DEG gewonnen. "Bei den Derbys spielen Tabellenplätze keine Rolle", bemerkte Kölns Trainer Uwe Krupp. Thomas Gödtel (3. Minute) und Ashton Rome (14.) hatten das Tabellen-Schlusslicht vor 10 106 Zuschauern in Führung gebracht. Doch Mirko Lüdemann (15.) und Nathan Robinson (43.) glichen für die Gäste aus - Tjernqvist (56.) markierte den 3:2-Siegtreffer. Die Pinguine ließen vor 2445 Fans bei den Hannover Scorpions nichts anbrennen. Adam Courchaine (13. und 46.) und Andreas Driendl (26.) erzielten die Treffer für die Krefelder. Die Adler Mannheim (48 Punkte) greifen erst am Sonntag wieder ins DEL-Geschehen ein.

Skispringen: Michael Neumayer ist in der Qualifikation zum Weltcup in Engelberg auf Platz fünf gesprungen. Der Routinier aus Berchtesgaden kam mit 129,5 Meter auf 131,3 Punkte und landete damit 9,1 Zähler hinter dem Quali-Sieger Peter Prevc (Slowenien). Für den weitesten Satz des Tages sorgte Tom Hilde (Norwegen) mit 140 Metern. Wie Neumayer qualifizierten sich auch Andreas Wank (Oberhof) als Zehnter, Karl Geiger (Oberstdorf) als 29. und Danny Queck (Lauscha) als 40. für das Springen am Samstag (13.45 Uhr). Damit sind alle sieben DSV-Springer im Einzel-Wettbewerb von der Großschanze dabei. Automatisch qualifiziert waren wegen ihrer Top-10-Platzierungen im Gesamt-Weltcup Spitzenreiter Severin Freund (Rastbüchl), Richard Freitag (Aue) und Andreas Wellinger (Ruhpolding). Freund, der in dieser Saison bereits zwei Weltcups gewonnen hat, sprang außer Konkurrenz 126 Meter. Freitag kam auf 128 Meter, während Shootingsstar Wellinger bei 122 Metern landete.

Handball, Bundesliga: Die Rhein-Neckar Löwen haben ihre Tabellenführung in der Handball-Bundesliga zumindest vorübergehend ausgebaut. Die Mannschaft des isländischen Trainers Gudmundur Gudmundsson gewann zum Auftakt des 16. Spieltags am Freitagabend mit 30:25 (18:10) gegen Neuling TV Neuhausen/Erms und hat damit drei Zähler Vorsprung auf Rekordmeister THW Kiel. Beim überzeugenden 15. Saisonsieg in der Mannheimer SAP-Arena waren Andy Schmid und Zarko Sesum mit jeweils fünf Toren beste Löwen-Werfer. Für die überforderten Gäste traf Andreas Schröder sechsmal. Kiel kann den Rückstand mit einem Sieg am Sonntag gegen die HSG Wetzlar auf einen Punkt verkürzen. Die Hausherren präsentierten sich nach dem kräfteraubenden Erfolg unter der Woche im Pokal-Achtelfinale gegen den SC Magdeburg (34:33) von Beginn an hellwach. Müdigkeit? Fehlanzeige. Schon nach sechs Minuten führten die Löwen mit drei Toren Unterschied (4:1). "Das wird kein Selbstläufer", hatte Gudmundsson seine Spieler vor der Partie gewarnt. Gegen Ende der ersten Halbzeit konnte sich seine Mannschaft vollends absetzen und fuhr den ungefährdeten Sieg ein.

Ski alpin, Frauen: Die Schweizer Ski-Rennläuferin Lara Gut hat vom Sturz von Lindsey Vonn profitiert und die dritte Weltcup-Abfahrt dieses WM-Winters gewonnen. Die 21-Jährige setzte sich auf der wegen Windes verkürzten Piste "Oreiller-Killy" überraschend vor Vonns Teamkollegin Leanne Smith (+0,16 Sekunden) durch und holte ihren dritten Weltcup-Sieg. Maria Höfl-Riesch (Partenkirchen) belegte 1,17 Sekunden hinter Gut, die wie Smith wegen ihrer frühen Startnummer bevorteilt war, Platz 13. Gina Stechert (Oberstdorf/0,96) kam auf Platz elf. Vonn hatte vor dem Rennen mit einem Interview für großes Aufsehen gesorgt, in dem sie gestand, seit Jahren an Depressionen zu leiden.

In Val d'Isere rutschte sie nach 16 Fahrsekunden weg, weil sie sich zu weit nach innen gelegt hatte. Vonn überschlug sich, durschlug rücklings zwei Fangzäune. Erst das dritte Netz stoppte ihren Sturz. Unter bangen Blicken ihrer Schwester Laura, die im Zielraum stand, blieb sie zunächst einige Sekunden regungslos liegen. Vonn konnte jedoch bald aufstehen und offenbar unverletzt ins Ziel abfahren. Höfl-Riesch hatte an der gleichen Stelle Probleme wie Vonn. "Das war ein kleiner Schock. Die Kurve habe ich total verhauen, das war die große Problemkurve. Da habe ich Glück gehabt", sagte sie.

Lindsey Vonn, Depression: Skirennfahrerin Lindsey Vonn hat im US-Magazin People erstmals offen über eine langjährige psychische Erkrankung gesprochen. Deren Symptome deuten auf eine Depression hin. Nach einer Diagnose im Jahr 2008 sei die Krankheit mit Medikamenten behandelt worden, heißt es in einem Bericht. "Ich kam nicht mehr aus dem Bett. Ich fühlte mich hoffnungslos, leer, wie ein Zombie", sagte die amerikanische Abfahrts-Olympiasiegerin über diese Zeit in einem Gespräch, das augenscheinlich vor der Weltcup-Saison geführt wurde. "Ich konnte noch nicht einmal mehr weinen." Aufgetreten seien die Symptome erstmals nach ihren ersten Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City und nach Spannungen mit ihrem Vater, der ihr erster Trainer war. "Wegen meiner Dickköpfigkeit oder Scham oder weil ich nicht zugeben wollte, dass etwas falsch ist, habe ich nichts deswegen gemacht." Einen Monat, nachdem sie mit der Einnahme von Medikamenten begonnen habe, sei sie "wie ein anderer Mensch" gewesen. "Es war verrückt. Ich war begeistert, wieder rauszugehen. Ich hatte Glück, sofort die richtige Behandlung zu finden", sagte die 28 Jahre alte viermalige Gesamtweltcupsiegerin.

Der Flügelflitzer Immer dem Taxi nach

Er bewarf Jugendliche mit Dartpfeilen, bekam in einem Jahr 27 Strafzettel und gilt generell als Riesentyp: Mario Balotelli ist nicht nur ein besonderer Fußballer, er fährt auch gerne Auto. So gerne, dass er sich von Taxis zu Terminen leiten lässt. Damit folgt er einer Marotte einiger Kollegen.

(Video: Süddeutsche.de, Foto: dapd)

Ski alpin, Männer: Ski-Rennläufer Aksel Lund Svindal hat im dritten Super-G des Winters seinen dritten Saisonsieg geholt. Der 29 Jahre alte Norweger, der schon beim ersten Super-G in Lake Louise nicht zu schlagen war, deklassierte das Feld in Gröden. Matteo Marsaglia aus Italien, der Svindal in Beaver Creek noch geschlagen hatte, hatte als Zweiter bereits 1,07 Sekunden Rückstand. Rang drei belegte Marsaglias Teamkollege Werner Heel (+1,12). Derweil setzte sich die Pechsträhne der deutschen Abfahrer fort. Stephan Keppler aus Ebingen fuhr mit dem Kopf voran in ein Tor, das ihm die Skibrille vom Gesicht riss. Der 29-Jährige verhinderte nur mit sehr viel Mühe einen Sturz, verlor jedoch viel Zeit. Ohne die Brille, die hinten an Kepplers Helm hing, war Kepplers linkes Auge, das seit einem Sturz in Beaver Creek lädiert ist, dem Fahrtwind voll ausgesetzt. Keppler verpasste die Punkteränge mit einem Rückstand von 4,25 Sekunden auf Svindal deutlich. "Der Schnee war sehr griffig, deswegen habe ich ein bisschen Probleme gehabt. Dann hat der Ski sehr stark gegriffen und ich bin in das Tor reingefahren, da fliegt auch schon mal die Brille weg", sagte Keppler: "Ich hatte ein scheiß Jahr bisher."