Von jc

Rote Karten im gleichen Spiel - Sperren für unterschiedliche Wettbewerbe? Das Sportgericht machte von seinem Ermessensspielraum Gebrauch.

Leipzig - Im Affekt beschlich Schalkes Manager Rudi Assauer die düsterste Ahnung überhaupt. Dass Lincoln und Kevin Kuranyi nach ihren Roten Karten im Ligapokalfinale gegen Stuttgart für den Bundesligaauftakt gesperrt würden, stand für ihn außer Frage, als er Dienstagnacht vor die Presse trat.

Lincoln, dpa

Keine Gnade für Lincoln: Er kriegt die rote Karte für ein Foul an Hitzlsperger. (© Foto: dpa)

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"Wir spielen ohne zwei", sagte er mit Blick auf das Spiel der Schalker gegen den 1. FC Kaiserslautern. Am Mittwoch jedoch teilte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit, dass lediglich Lincoln für "jeglichen Spielverkehr" und damit auch für die Bundesliga sowie den DFB-Pokal gesperrt worden ist - für insgesamt vier Wochen sowie zwei Spiele im kommenden Ligapokal.

Kuranyi wiederum wurde ebenfalls aus dem Verkehr gezogen, jedoch nur für drei Ligapokalspiele - und nicht für die Bundesliga.

Rote Karten im gleichen Spiel - Sperren für unterschiedliche Wettbewerbe? Obwohl beiden Sündern "schwerwiegende Sportverfehlungen" angelastet wurden, die doch in jedem Falle Sperren für alle Wettbewerbe nach sich ziehen?

Das Sportgericht machte von dem Ermessensspielraum Gebrauch, den die Rechts- und Verfahrensordnung des Deutschen Fußball-Bundes vorsieht: Wenn nämlich die schwerwiegende Sportverfehlung auf eine Provokation folgt, so kann das Gericht die Sperre nur für den Wettbewerb dekretieren, in dem die Rote Karte gezeigt wurde - in diesem Falle der Ligapokal.

Kuranyi wurde deshalb für die nächste Auflage dieses DFB-Wettbewerbs gesperrt, weil Schiedsrichter Lutz Wagner in seinem Sonderbericht dargestellt hatte, dass Meißner Kuranyi zuvor getreten hatte.

Auch im Falle Lincoln erklärte Wagner, dass der Schalker Spieler vor seiner Roten Karte provoziert worden war: Hitzlsperger hatte den Brasilianer geschubst und den Ball festgehalten, weshalb er von Wagner übrigens ebenfalls bestraft wurde, mit einer Gelben Karte.

Keine Gnade

Für Lincoln gab es deshalb keine Gnade, weil Spucken zu den schwersten sportrechtlichen Vergehen überhaupt gehört. Lincoln fällt für drei Bundesligaspiele (gegen den 1. FC Kaiserslautern, bei Borussia Dortmund und gegen Borussia Mönchengladbach) sowie in der ersten DFB-Pokal-Hauptrunde beim FC Bremerhaven aus.

"Ich werde meine gerechte Strafe zum Nachdenken nutzen", erklärte er. Die Ligapokalsperren für Lincoln und Kuranyi enden, sofern nicht verbüßt, erst mit Ablauf der Saison 2007/2008.

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