Kritik des früheren Bayern-Trainers Sammer und Löw widersprechen van Gaal

Die Kritik von Ex-Trainer Louis van Gaal war scharf formuliert - und sie stößt beim FC Bayern erwartungsgemäß auf wenig Zustimmung. Sportvorstand Matthias Sammer sagt, der FC Bayern sei "keine One-Man-Show". Auch Bundestrainer Joachim Löw äußert sich.

Kritik an Louis van Gaal: Sportvorstand Matthias Sammer.

(Foto: dapd)

Lange hat der FC Bayern seinem früheren Trainer Louis van Gaal die Nachrichtenhoheit nicht überlassen - schon am Mittwochabend konterte Sportvorstand Matthias Sammer die Aussagen des Niederländers.

"An seiner Stelle hätte ich nicht gesagt, wer hier angeblich allein verantwortlich ist, um genau diese Person dann anzugreifen", sagte Sammer nach dem Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. Der Verein sei "keine One-Man-Show. Meine Erfahrung in 120 Tagen sagt mir, dass Karl-Heinz Rummenigge, Karl Hopfner und Uli Hoeneß Entscheidungen gemeinsam fällen", führte der 45-Jährige fort.

Van Gaals Anschuldigungen, lediglich Hoeneß hätte im April 2011 auf seinen Rauswurf gedrängt, werden daher "der Sache nicht gerecht. Ich hätte das an seiner Stelle nicht getan".

Hoeneß ließ sich auf Nachfrage schmunzelnd lediglich zu dem Satz "Kommentar zu van Gaal? Nein, wirklich nicht" hinreißen. Van Gaal hatte kritisiert, "dass es keineswegs eine gute Sache ist, wenn die Macht bei so einem großen Klub wie dem FC Bayern nur bei einer Person liegt".

Auch Bundestrainer Joachim Löw, über den van Gaal gesagt hatte, Löw habe sein taktisches Spielsystem übernommen, äußerte sich prompt. "Mit der 4-5-1-Variante spielen wir mit der Nationalelf bereits seit 2008", sagte Löw der Bild: "Vielleicht hat van Gaal sich ja inspirieren lassen, als er im Sommer 2009 zu den Bayern gekommen ist."

Unabhängig vom System würden aber beide offensiven und attraktiven Fußball lieben. Am 14. November trifft Löw zu einem Testspiel in Amsterdam mit der deutschen Elf auf die niederländische Auswahl.