In den Trümmern des sogenannten Skisprung-Booms versucht Bundestrainer Peter Rohwein, seine prominentesten Kritiker zu zähmen.
Der Skisprung-Bundestrainer Peter Rohwein wundert sich manchmal, wie seine Worte auf Wanderschaft gehen, sich verwandeln und dann in einer ganz anderen Bedeutung wieder zu ihm zurückfinden. Also: Es stimmt schon, dass er mit den früheren Siegspringern und heutigen TV-Experten Dieter Thoma (RTL) und Jens Weißflog (ZDF) unter vier Augen darüber sprechen wollte, warum sie die Dinge so sehen, wie sie sie sehen.
Muss sich wehren: Peter Rohwein (© Foto: dpa)
Anzeige
Denn dass die beiden ihm mittelfristig nach dem Amt zu trachten scheinen, weil die deutschen Springer zuletzt nicht besonders weit flogen und es wohl auch bei der Vierschanzentournee nach Weihnachten nicht tun werden, findet er allerhand. ,,Kleiner Konflikt kann man dazu nicht sagen'', sagt Rohwein, ,,das sind massive Angriffe.'' Und es stimmt auch, dass er sich zuletzt beim Weltcup in Engelberg mit Thoma schon ins Benehmen gesetzt hat. Aber Beraterverträge? Irgendjemand hat aus seinem Wunsch der Annäherung das Wort ,,Beraterverträge'' geformt. Das Fernsehen hat ihn danach gefragt. Peter Rohwein sagt: ,,Totaler Blödsinn.''
Mit scharfer Zunge
Der sogenannte Skisprung-Boom, den einst die Mädchenschwärme Martin Schmitt und Sven Hannawald mit ihren Siegen begründeten, ist längst vorbei. Aber ein paar Dinge sind doch zurückgeblieben von diesem Boom, und die machen dem verantwortlichen Verwalter des vergangenen Erfolgs, Peter Rohwein, nichts leichter: die Erinnerung an die glorreiche Zeit, eine Sammlung von hohen Erwartungen und ein paar bunte Skisprung-Medien, in der die besagten Experten Dieter Thoma und Jens Weißflog mit scharfer Zunge ihren Nachruhm pflegen.
Der Erfolg der deutschen Springer war auch immer ihr Erfolg, vor allem Thoma schaffte es, als Experte im aufgemörtelten RTL-Skispringen seine Prominenz ganz neu zu definieren. Doch jetzt springen die Deutschen hinterher, das Interesse am Schanzensport ist schwächer geworden und damit auch die Position der Experten.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite