Sieben von zwölf möglichen Teams sind bereits gescheitert: Neben den Wasserballerinnen auch jeweils die Männer-und Frauen-Mannschaften im Handball, Fußball und Basketball. Die Fußballerinnen vergeigten die Qualifikation, weil sie bei ihrer Heim-WM im Sommer 2011 im Viertelfinale scheiterten, 2008 bei den Spielen in Peking hatten sie noch Bronze gewonnen.
Anzeige
Für die Basketballer um NBA-Champion Dirk Nowitzki war bei ihrer EM vergangenen Herbst ebenfalls schon zu früh Schluss, um für Olympia infrage zu kommen. Chancen haben jetzt nur noch Hagen Stamms Wasserballer: Beim Qualifikationsturnier in Edmonton/ Kanada (1. bis 8. April) werden die letzten drei Olympia-Plätze ausgespielt. Außerdem kann es bei den Volleyballerinnen und Volleyballern noch klappen, hier stehen im Mai und Juni diverse Last-Minute-Turniere auf dem Programm.
Sicher ist aber schon jetzt, dass so wenige Athleten mit Bundesadler zu Olympia reisen werden wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Negativrekord waren bisher 428 Sportler 2000 in Sydney, in London werden es kaum mehr als 400 sein. 2004 (Athen) waren sechs deutsche Mannschaften am Start, 1996 (Atlanta) und 2008 (Peking) je acht. Und weil sich die Zahl der zugelassenen Trainer, Betreuer und Ärzte an der Gesamt-Mannschaftsstärke bemisst, zeigt sich das Fehlen der großen Gruppen auch an unerwarteter Stelle.
So sagt etwa Thomas Weikert, der Präsident des Tischtennis-Bundes: "Wenn Basketballer und Handballer dabei wären, hätten wir im Tischtennis unseren eigenen Arzt in London - so wohl eher nicht."
Sie sind jetzt auf Seite 2 von 2
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
- Thema
- Olympische Spiele 2012 RSS
(SZ vom 27.01.2012/jbe)
Neue Nutzungsbedingungen
Champions-League-Finale
könnte möglicherweise sein, dass Deutschland zu ineffektiv in Sport, Freizeit und Kultur investiert, ebenso zu wenig in Bildung. Die Mittel sind da, doch die Effektivität lässt zu wünschen übrig. Der erste Schritt war es, die Schulen zu reformieren. Doch was hat man getan? Man hat den gleichen Stoff auf weniger Jahrgänge zusammen gedrückt. Der Stress bei den Kindern ist umso größer geworden. Meiner Meinung nach, wird sich die Misere in den kommenden Jahren verschlimmern. Entweder wird die Schule so attraktiv gestaltet, dass man Schule mit Erfolg verbindet, also auch sportlichen und kulturellen Erfolg. Und da müssen die Migranten gezielt mit eingebunden werden(wie z.B. in England, wo Sikhs Hindus, Muslime und Einheimische gleichermaßen am kulturellen Erbe teilhaben) und auf Wünsche und Kulturbesonderheiten eingegangen werden. (Tatsächlich hätte Deutschland mehr potential, als Länder wie England und Frankreich, wenn es das Potential denn ausschöpfen würde.)
Oder es wird den Menschen in Deutschland langsam klar, dass Erfolg nur noch außerhalb der Schule zu finden ist, was eigentlich schade wäre. Denn Bildung sollte sich auch an Erfolg orientieren und sich nicht von Erfolg trennen.
...ist, dass kein Arzt mitfährt? Dafür ein zweiseitiger Artikel? Da hatte ich mir mehr Brisanz erwartet. Generell finde ich das Thema durchaus interessant, zumal es sicherlich mehr Konsequenzen geben wird als die notwendig gewordene Betreuung durch andere Mediziner?
Auch von Interesse: Warum ist das so? Gibt es Erklärungen warum die deutschen Mannschaften so schwächeln?