Krise beim Fußball-WeltverbandDas System Fifa ist erschüttert

Korruption, Betrug und dubiose Figuren: Die Führung des Fußball-Weltverbandes ist seit jeher umstritten. Jetzt werden Sepp Blatter und Michel Platini für acht Jahre gesperrt. Eine Chronologie.

Führungskräfte ließen sich schmieren, Wahlen sollen durch Bestechung zustande gekommen sein und sportpolitische Gegner werden einfach ausgeschaltet. Es dürfte schwierig sein, eine Organisation zu finden, die ein schlechteres Image hat als die Fifa. Nun beschäftigen sich Polizei und Staatsanwaltschaft mit den unzähligen Vorwürfen - und es gibt drastische Konsequenzen für Sepp Blatter und Michel Platini.

Schon im Dezember 2012 stand fest: Blatter hat von Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe bei der Fifa gewusst. Seine früheren Kollegen João Havelange und Ricardo Teixeira sind der Korruption überführt und Blatter hatte Kenntnis davon, stellte unlängst ein Schweizer Gericht fest. War aber kein Grund zur Panik für den Verbands-Patriarchen: Er sagte, die Zahlungen der Marketingfirma ISL an die Funktionäre seien zur damaligen Zeit (2001) kein Vergehen gewesen. Damit nicht genug: Die WM 2006 in Deutschland sei gekauft worden, stellte der Schweizer fest. 2015 wurde zudem bekannt, dass es zwischen Blatter und Platini dubiose Geldflüsse gab. Diese Vorgänge führten nun zu einer achtjährigen Sperre für beide Funktionäre.

Ein Blick in die Verbandshistorie zeigt: Die Fifa ist ein Unternehmen mit größtenteils stark umstrittenen Strukturen und Geschäftsgebaren.

Bild: Steffen Schmidt/dpa 21. Dezember 2015, 10:022015-12-21 10:02:16 © SZ.de/jbe/hum/bön/rus