"Sie ermutigten uns damals zu dopen"

Jaksche-Aussage im Doping-Prozess /
Sportnachrichten in Kürze
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Radsport, Doping: Der frühere Radprofi Jörg Jaksche hat am Montag vor dem Höchsten Gericht in Madrid den spanischen Dopingarzt Fuentes belastet und die neben diesem angeklagten früheren Teamchefs kritisiert: "Sie ermutigten uns damals zu dopen, und jetzt beschuldigen sie uns, um sich selber zu retten." Der geständige Dopingsünder Jaksche erklärte dem Gericht, etliche Fahrer des damaligen Teams Liberty Seguros seien seinerzeit Fuentes-Kunden gewesen, doch er könne nicht genau sagen, wer. "Es war 2005 oder 2006, als mir Fuentes vor der Tour de France die Streckenkarte zeigte, in der eingekreist war, wo Bluttransfusionen geplant waren. Und vor lauter Kreisen sah man fast keine Karte mehr." Offenbar war es Usus, dass Fuentes mit Behandlungen eingriff, wenn die Leistung nicht kam.

Laut Jaksche war Ende 2005 ein Topfahrer zu seinem Team gestoßen, aber es habe nicht die erhofften Ergebnisse gegeben. "Fuentes sagte mir damals, mein Boss (Manolo Saiz, die Redaktion) sei deswegen auf ihn zugekommen." Im gleichen Jahr sei die Zusammenarbeit zwischen dem Rennstall und Fuentes beendet worden. Doch den Fahrern habe man freigestellt, sich individuell von dem umstrittenen Arzt behandeln zu lassen. Jaksche hatte schon vor seiner Aussage den zuständigen Behörden fehlenden Aufklärungswillen vorgeworfen.

Bundesliga, FC Schalke 04: Angesichts der sportlichen Talfahrt des FC Schalke 04 wächst die Unzufriedenheit und Kritik in den eigenen Reihen. Nach dem desolaten 0:4 bei Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München appelliert Jermaine Jones an die Berufsauffassung der Spieler. "Es hat mehr mit der Einstellung zu tun, auch in dieser Phase, in der es nicht läuft, alles abzurufen. Wir müssen uns auf gut Deutsch den Arsch aufreißen, um in die Erfolgsspur zurückzukommen", sagte der Mittelfeldspieler im Interview mit dem Fachmagazin Kicker nach dem Absturz auf den 10. Tabellenplatz. Mit fehlender Klasse der Profis könne man die katastrophale Serie von nur einem Sieg in elf Pflichtspielen seit Mitte November 2013 nicht begründen. "Nein, die Qualität haben wir zu Beginn der Saison schon nachgewiesen", meinte der 31-Jährige. Laut Jones zählen jetzt "keine Ausreden mehr", in der nächsten Partie beim FSV Mainz 05 am Samstag müsse gepunktet werden. "Uns muss allen bewusst sein, dass wir Spieler des FC Schalke 04 sind. Mit dem Anspruch, international zu spielen. Daran müssen wir uns messen lassen." Von einem positiven Stimmungswechsel beim Revierclub nach dem Trainerwechsel zu Jens Keller spürt Torwart Timo Hildebrand offenbar wenig. "Welche Aufbruchstimmung?", fragte er im ZDF-Sportstudio.

Bundesliga, SpVgg Greuther Fürth: Ein Nusskuchen war anscheinend die Ursache für den allergischen Schock, den der frühere Fußball-Nationalspieler Gerald Asamoah nach dem Bundesliga-Spiel der SpVgg Greuther Fürth gegen den VfL Wolfsburg (0:1) erlitten hatte. "Ich hatte mittags Quark und einen Kuchen gegessen. In dem waren Erdnüsse. Ich bin allergisch auf Nüsse, Sojamilch und Säure", sagte der 34-Jährige der Bild-Zeitung. Asamoah hatte am Samstag nach der Partie der Franken in der Fürther Kabine schwere Allergie-Reaktionen gezeigt. Der Stürmer war daraufhin mit Cortison behandelt worden. "Ich verstehe, dass alle Leute um mich herum plötzlich Angst hatten, weil der Krankenwagen kam und sie ja nicht wussten, was ich genau habe. Jeder kennt ja meine Herzgeschichte", sagte Asamoah. Der gebürtige Ghanaer hatte vor 15 Jahren wegen einer schweren Herzerkrankung sogar vor dem Ende seiner Karriere gestanden. Künftig werde er "nie mehr Nusskuchen essen", versprach Asamoah nun.

Fußball, Dynamo Dresden: Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat wie erwartet Ermittlungen gegen den Zweitligisten Dynamo Dresden wegen der Fan-Auschreitungen beim Auswärtsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern eingeleitet. Beide Vereine wurden angeschrieben und zu Stellungnahmen aufgefordert. Im Dresdner Zuschauerblock war am vergangenen Freitag unmittelbar vor Spielbeginn und während der zweiten Halbzeit mehrfach Pyrotechnik entzündet worden. Zudem hatte die Polizei einschreiten müssen, als eine Gruppe Dynamo-Anhänger den Nachbarblock stürmen wollte. Dresdner Hooligans hatten außerdem auf dem Messeplatz in Kaiserslautern randaliert und dabei unter anderem die Pendelbusse angegriffen. Ein Bus-Insasse erlitt Schnittwunden durch herumfliegende Splitter, eine Frau einen Schock. Die Polizei bezifferte den Sachschaden auf 70.000 Euro. Gegen den achtmaligen DDR-Oberligameister ist noch ein anderes Verfahren beim DFB anhängig. Wegen der Ausschreitungen beim Pokalspiel bei Hannover 96 hatte der Verband die Dresdner aus dem Pokalwettbewerb für die kommende Saison ausgeschlossen, gegen dieses Urteil legte Dynamo Berufung ein. Bis zum Freitag muss der Klub dem DFB eine Berufungsbegründung liefern. "Allein schon vor diesem Hintergrund sind die Aktionen so hanebüchen dumm, dass einem die Worte fehlen", sagte Dynamos Geschäftsführer Christian Müller.

2. Bundesliga, Bochum: Der VfL Bochum bleibt vom Verletzungspech verfolgt. Wie der Fußball-Zweitligist am Montag mitteilte, zog sich Nachwuchs-Offensivspieler Selim Gündüz im Training am vergangenen Freitag einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu. Der 18-Jährige soll so schnell wie möglich operiert werden und fällt rund ein halbes Jahr aus. Zudem muss Stürmer Mirkan Aydin wegen anhaltender Schmerzen am rechten Wadenbein erneut operiert werden und fehlt drei bis vier Wochen. Dem Angreifer war nach einem Wadenbeinbruch beim Auswärtsspiel in Fürth vor einem Jahr eine Platte eingesetzt worden.