Krise beim FC Schalke 04 Profis kritisieren Einstellung und Stimmung

Jermaine Jones und Timo Hildebrand gehen nach der desolaten Leistung der Schalker in München an die Öffentlichkeit, Gerald Asamoah erleidet einen Allergie-Schock, schwere Ausschreitungen beim Basketball in Belgrad und Athen.

Sportnachrichten in Kürze

Bundesliga, FC Schalke 04: Angesichts der sportlichen Talfahrt des FC Schalke 04 wächst die Unzufriedenheit und Kritik in den eigenen Reihen. Nach dem desolaten 0:4 bei Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München appelliert Jermaine Jones an die Berufsauffassung der Spieler. "Es hat mehr mit der Einstellung zu tun, auch in dieser Phase, in der es nicht läuft, alles abzurufen. Wir müssen uns auf gut Deutsch den Arsch aufreißen, um in die Erfolgsspur zurückzukommen", sagte der Mittelfeldspieler im Interview mit dem Fachmagazin Kicker nach dem Absturz auf den 10. Tabellenplatz. Mit fehlender Klasse der Profis könne man die katastrophale Serie von nur einem Sieg in elf Pflichtspielen seit Mitte November 2013 nicht begründen. "Nein, die Qualität haben wir zu Beginn der Saison schon nachgewiesen", meinte der 31-Jährige. Laut Jones zählen jetzt "keine Ausreden mehr", in der nächsten Partie beim FSV Mainz 05 am Samstag müsse gepunktet werden. "Uns muss allen bewusst sein, dass wir Spieler des FC Schalke 04 sind. Mit dem Anspruch, international zu spielen. Daran müssen wir uns messen lassen." Von einem positiven Stimmungswechsel beim Revierclub nach dem Trainerwechsel zu Jens Keller spürt Torwart Timo Hildebrand offenbar wenig. "Welche Aufbruchstimmung?", fragte er im ZDF-Sportstudio.

Bundesliga, SpVgg Greuther Fürth: Ein Nusskuchen war anscheinend die Ursache für den allergischen Schock, den der frühere Fußball-Nationalspieler Gerald Asamoah nach dem Bundesliga-Spiel der SpVgg Greuther Fürth gegen den VfL Wolfsburg (0:1) erlitten hatte. "Ich hatte mittags Quark und einen Kuchen gegessen. In dem waren Erdnüsse. Ich bin allergisch auf Nüsse, Sojamilch und Säure", sagte der 34-Jährige der Bild-Zeitung. Asamoah hatte am Samstag nach der Partie der Franken in der Fürther Kabine schwere Allergie-Reaktionen gezeigt. Der Stürmer war daraufhin mit Cortison behandelt worden. "Ich verstehe, dass alle Leute um mich herum plötzlich Angst hatten, weil der Krankenwagen kam und sie ja nicht wussten, was ich genau habe. Jeder kennt ja meine Herzgeschichte", sagte Asamoah. Der gebürtige Ghanaer hatte vor 15 Jahren wegen einer schweren Herzerkrankung sogar vor dem Ende seiner Karriere gestanden. Künftig werde er "nie mehr Nusskuchen essen", versprach Asamoah nun.

Fußball, Dynamo Dresden: Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat wie erwartet Ermittlungen gegen den Zweitligisten Dynamo Dresden wegen der Fan-Auschreitungen beim Auswärtsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern eingeleitet. Beide Vereine wurden angeschrieben und zu Stellungnahmen aufgefordert. Im Dresdner Zuschauerblock war am vergangenen Freitag unmittelbar vor Spielbeginn und während der zweiten Halbzeit mehrfach Pyrotechnik entzündet worden. Zudem hatte die Polizei einschreiten müssen, als eine Gruppe Dynamo-Anhänger den Nachbarblock stürmen wollte. Dresdner Hooligans hatten außerdem auf dem Messeplatz in Kaiserslautern randaliert und dabei unter anderem die Pendelbusse angegriffen. Ein Bus-Insasse erlitt Schnittwunden durch herumfliegende Splitter, eine Frau einen Schock. Die Polizei bezifferte den Sachschaden auf 70.000 Euro. Gegen den achtmaligen DDR-Oberligameister ist noch ein anderes Verfahren beim DFB anhängig. Wegen der Ausschreitungen beim Pokalspiel bei Hannover 96 hatte der Verband die Dresdner aus dem Pokalwettbewerb für die kommende Saison ausgeschlossen, gegen dieses Urteil legte Dynamo Berufung ein. Bis zum Freitag muss der Klub dem DFB eine Berufungsbegründung liefern. "Allein schon vor diesem Hintergrund sind die Aktionen so hanebüchen dumm, dass einem die Worte fehlen", sagte Dynamos Geschäftsführer Christian Müller.

Basketball, Griechenland: Schwere Ausschreitungen haben das serbische Basketball-Derby zwischen den Belgrader Teams Roter Stern und Partizan überschattet. Wegen Krawallen der rivalisierenden Fanlager musste das Finale des Radivoj Korac Cup am Sonntag in Kragujevac im dritten Viertel abgebrochen werden. Als die Polizei eingriff, zogen sich die Spieler zurück. Nach einer 45-minütigen Unterbrechung sagte Roter-Stern-Kapitän Igor Rakocevic, dass seine Mannschaft nicht mehr antreten wolle. Das Spiel soll noch in dieser Woche voraussichtlich ohne Zuschauer fortgesetzt werden. Der Vorfall war der bislang letzte in einer Serie von Hooligan-Attacken im serbischen Sport. Wegen der Ausschreitungen beim U21-Spiel gegen England Mitte Oktober hatte die Europäische Fußball-Union den serbischen Verband zu einer U21-Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit und einer Geldstrafe von 80.000 Euro verurteilt. Das Verfahren ist noch nicht endgültig abgeschlossen. Am Sonntag war es in Griechenland ebenfalls zu heftigen Krawallen im Basketball gekommen. Das Pokalfinale zwischen Olympiakos Piräus und Panathinaikos Athen wurde zwischenzeitlich unterbrochen, unter anderem hatten Olympiakos-Anhänger einen großen Gegenstand auf das Spielfeld geworfen und Athens Guard Mike Bramos verletzt.

Afrika-Cup: Außenseiter Burkina Faso mit dem Augsburger Bundesliga-Profi Aristide Bancé hat die große Sensation beim Afrika-Cup verpasst. Das Überraschungsteam musste sich im Finale am Sonntag Nigeria mit 0:1 geschlagen geben. Die Super Eagles triumphierten somit erstmals seit 1994 wieder bei dem kontinentalen Turnier und holten ihren dritten Afrika-Cup-Sieg insgesamt. Burkina Faso stand erstmals im Finale und schaffte auch mit Platz zwei den größten Erfolg seiner Fußball-Geschichte.

Das entscheidende Tor im Soccer-City-Stadion in Johannesburg erzielte Sunday Mba in der 40. Minute. Damit qualifizierte sich Nigeria als afrikanischer Teilnehmer für den Confederations Cup im Juni in Brasilien.

Nigeria musste auf seinen Top-Stürmer Emmanuel Emenike verzichten, dessen Muskelverletzung eine Finalteilnahme unmöglich machte. Der Profi von Spartak Moskau hatte für sein Team vier Tore auf dem Weg ins Finale erzielt. Burkina Faso hatte mit einer wichtigen Personalie mehr Glück. Der frühere HSV-Spieler Jonathan Pitroipa durfte trotz einer Gelb-Roten-Karte wegen einer vermeintlichen Schwalbe im Halbfinale mitwirken - die Sperre wurde aufgehoben, da der Schiedsrichter seinen Fehler zugab.

Favorit Nigeria dominierte die Anfangsphase der Partie im ausverkauften WM-Finalstadion von 2010, konnte aus den deutlichen Vorteilen aber zunächst kein Kapital schlagen. Burkina Faso dosierte seine Offensivbemühungen. Bancé versuchte es mit Schüssen aus der Distanz, verfehlte das Ziel aber deutlich. Sehenswert war Nigerias Treffer: Mba legte sich den Ball nach einem schnellen Angriff im Strafraum selbst vor und schloss mit links per Volleyschuss ins lange Eck ab. Der Mittelfeldspieler von den Enugu Rangers gehört zu dem halben Dutzend Akteuren im Kader von Trainer Stephen Keshi, die nicht in den Ligen Europas ihr Geld verdienen. In der zweiten Halbzeit geriet der Nigeria-Erfolg nur noch selten in Gefahr, zumal Pitroipa nach einem Foul kurzzeitig angeschlagen war.

Tennis, Rafael Nadal: Der spanische Tennisstar Rafael Nadal hat bei seinem Comeback im chilenischen Vi a del Mar den Turniersieg verpasst. Im Endspiel der mit 410.200 Dollar (rund 300.000 Euro) dotierten Veranstaltung unterlag der topgesetzte elfmalige Grand-Slam-Gewinner dem argentinischen Davis-Cup-Spieler Horacio Zeballos in drei Sätzen mit 7:6 (7:2), 6:7 (6:8) und 4:6. "Es war ein großartiges Turnier für mich", sagte Nadal trotz der Niederlage: "Ich hoffe, dass es der Anfang von einer Menge guter Dinge ist, die mir passieren." Nadal hatte in Vi a del Mar nach siebenmonatiger Verletzungspause seine Rückkehr auf den Court gefeiert. Seit seinem Zweitrunden-Aus in Wimbledon Ende Juni 2012 hatte die frühere Nummer eins der Welt zunächst wegen Kniebeschwerden kein Match mehr bestritten. Als er sich gerade auf dem Weg der Besserung befand und im Januar bei den Australian Open sein Comeback geben wollte, stoppte ihn ein Magen-Darm-Virus. Durch die Zwangspause ist der Mallorquiner in der Weltrangliste auf den fünften Rang zurückgefallen.

Basketball, NBA: LeBron James hat das Duell der Superstars mit Kobe Bryant deutlich für sich entschieden und mit Meister Miami Heat einen 107:97-Sieg in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA gegen die Los Angeles Lakers gefeiert. James kam auf 32 Punkte und damit zu einem neuen Klubrekord von fünf Spielen in Serie mit mehr als 30 Punkten. Dwyane Wade steuerte 16 seiner 30 Punkte im Schlussviertel für die Heat bei, die mit dem 34. Saisonsieg weiter die Nummer eins im Osten sind. Die Lakers, für die Bryant 28 Punkte und neun Assists sammelte, müssen dagegen mit 24 Siegen bei 28 Niederlagen weiter um einen Play-off-Platz bangen.

Dagegen untermauerte Lokalrivale Los Angeles Clippers seinen Status als Nummer drei im Westen durch ein 102:88 bei den New York Knicks, die als Zweiter im Osten weiter Boden auf Miami verloren. Für die Clippers steuerte Chris bei seinem zweiten Einsatz nach rund zweiwöchiger Verletzungspause 25 Punkte bei. Topscorer der Gäste war Jamal Crawford (27 Zähler). Carmelo Anthony, wie Gegenspieler Paul Olympiasieger von London, kam als bester Werfer des Spiels auf 42 Punkte. Neben Anthony konnte aber nur Raymond Felton (20) zweistellig für die Knicks punkten.