"Wir können über alles reden, nur nicht über dieses Thema." Vertreter der Fußball-Verbände DFB und DFL erklären während des Berliner Fankongresses die Debatte um erlaubte Pyrotechnik im Stadion für beendet. Ob das hilft? Die Fans kritisieren vor allem die Medien, Amnesty International die Polizei.
Vorige Woche hat der DFL-Geschäftsführer einen schönen Vergleich gefunden, um die Haltung der Verbände zum Herzensthema der Ultras zu verdeutlichen. Eine Fan-Initiative wollte zuletzt das verbotene Abbrennen von Pyro-Fackeln als Vertrauensvorschuss aussetzen, um Gesprächen über die Einrichtung von Pyrozonen zu erleichtern. Im Gegenzug sollte auf das wilde Abbrennen in anderen Stadionbereichen verzichtet werden.
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Die Kritik am Kommerz im Fußballer war in Berlin allgegenwärtig. Hier ein Flyer des Bündnisses Aktiver Fussballfans. (© dapd)
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Diese Idee hält Hieronymus noch im Nachhinein für verquer. "In den Innenstädten herrscht eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Wenn einer verspricht, dass er vier Monate lang darauf verzichtet, 120 km/h zu fahren, ist das auch keine akzeptable Verhandlungsbasis."
Die Argumentation ist nicht unlogisch, aber etwas konservativ. Schließlich hat das Beharren auf Vorschriften das Abbrennen der Pyros bisher auch nicht verhindern können. Und auch, wenn es anmaßend von den Ultras ist, die Stadionordnung bei Bedarf als für sie nicht gültig zu betrachten - die Verletzungen entstehen wohl wirklich vor allem deshalb, weil die bis zu 2000 Grad heißen Fackeln in den voll besetzten Kurven auf Hüfthöhe gezündet werden, um den Videokameras zu entgehen.
Um im Bild zu bleiben, könnte man auch so argumentieren: Wenn selbst die klarste Gesetzeslage nicht verhindern kann, dass Autofahrer rasen, sollte man über ein Angebot nachdenken, das nur dann zu tun, wenn keine Kinder unterwegs sind.
Die Gespräche darüber sind aber definitiv beendet, wie alle Vertreter von DFB und DFL beim ersten von der Fanszene organisierten Fankongress in Berlin erneut betonten. "Wir können über alles reden", sagte Hieronymus, "nur nicht über dieses Thema." Bei allem guten Willen auf beiden Seiten fehlte der mit 500 Fans gut besuchten Zusammenkunft daher das identitätsstiftende Thema. Es blieb beim Austausch von Argumenten, die zum Teil nicht mehr taufrisch waren.
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