Kommentar Saisonstart im Halbfinale

Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) ist wie die europäischen Fußballligen dabei, ein vorhersehbarer Wettbewerb zu werden. Unter den sechs direkt fürs Viertelfinale qualifizierten Teams standen vier, die von Geldgebern inhabergeführt sind.

Von Johannes Schnitzler

Und damit herzlich willkommen, liebe Eishockeyfreundinnen und -freunde, zur DEL-Saison 2017. Nach 364 Hauptrunden-Spielen, vier Qualifikationsduellen und 25 Viertelfinalspielen beginnt an diesem Freitag Ende März endlich die neue Saison. Was bisher war, "zählt nicht mehr", sagt Yannic Seidenberg: "Jetzt geht alles wieder von vorne los." Stürmer Seidenberg muss es wissen. Er steht mit Titelverteidiger München im Halbfinale.

393 Spiele in einer Saison, von der manche trotzig behaupten, sie habe bereits im September begonnen, nur um bestätigt zu bekommen, dass am Ende München oben steht und Nürnberg und Wolfsburg im Halbfinale aufeinandertreffen: Die DEL ist wie die großen europäischen Fußballligen dabei, ein ziemlich vorhersehbarer Wettbewerb zu werden. Unter den sechs direkt fürs Viertelfinale qualifizierten Teams standen in München, Mannheim, Nürnberg und Wolfsburg vier, die von potenten Geldgebern (Red Bull, SAP, Thomas Sabo, VW) inhabergeführt sind. Das klassische Sponsorenmodell verfolgen nur Köln (das beim Etat locker mithalten kann) und Augsburg, neben Aufsteiger Bremerhaven die positive Überraschung dieser soeben zu Ende gegangenen Vorspielzeit. In der nun beginnenden Saison, vulgo Halbfinale, stehen sich München und Rekordmeister Berlin (geführt von der milliardenschweren Anschutz-Gruppe) sowie Nürnberg und Wolfsburg gegenüber - alles wie im Vorjahr, lediglich die Kölner Haie wurden durch die Eisbären aus der Hauptstadt ersetzt.

In der DEL, die Neulinge nur dann aufnimmt, wenn ein Gesellschafter wie Hamburg plötzlich kein Spielgeld mehr bekommt, ist Erfolg bis zu einem gewissen Grad planbar geworden. Ausnahmen wie Bremerhaven im Viertelfinale oder das vorzeitige Aus des Mitfavoriten Ingolstadt bestätigen nur die Regel: Im vorigen Jahr waren es die Straubing Tigers, diesmal durften die Fischtown Pinguins in den Kreis der Arrivierten schnuppern. Wenn es um Titel geht, bleiben die üblichen Verdächtigen aber unter sich. Dass auch Berlin dabei ist, muss trotz einer indiskutablen Vorrunde kein Widerspruch sein. Denn nach vielen Verletzungen steht Uwe Krupp endlich sein ganzer kostbarer Kader zur Verfügung. So sind die Playoffs. Jetzt zählt es. Die Saison kann beginnen.