Klitschko-Brüder verhandeln um WM-Fights Wer überträgt den Kampf?

Das Problem ist nun: Die Klitschkos haben einen Vertrag mit dem Sender RTL, Sauerland ist an die ARD gebunden, ein möglicher Kampf zwischen Wladimir Klitschko und Alexander Powetkin gilt als äußerst attraktiv. Sauerland hatte dem Klitschko-Management kürzlich ein Angebot über einen Kampf gemacht, er schränkt deshalb ein: "Wir wollen ins Purse Bid und den Kampf mit unseren Sponsoren in die ARD bringen."

Vitali Klitschko: nicht mehr nur Boxer, sondern auch erfolgreicher Politiker.

(Foto: AP)

Und die Gegenseite? "Wir werden jetzt mit der WBA reden", war die kurze Mitteilung von Klitschko-Manager Bernd Bönte, der für eine weitere Stellungnahme nicht zu erreichen war.

Nun mag der Boxfan denken: Wo liegt das Problem? Entweder einigen sich die Verantwortlichen - oder der Kampf geht eben in die Preisausschreibung. So einfach ist es allerdings nicht, schließlich gibt es noch eine weitere Option: Wladimir Klitschko bleibt Weltmeister der Verbände IBF und WBO - und behält natürlich auch den Titel des Ring Magazine, der ihn als über die Verbände hinweg besten Boxer der Welt ausweist.

Den Titel der WBA könnte er einfach niederlegen oder ihn sich aberkennen lassen. Denn: Die WBA braucht den Titelträger Klitschko mehr als Klitschko die WBA. Und Klitschko wäre wahrlich nicht der erste Boxer, der einen Titel niederlegt. "Klitschko ist ein großer Champion, also kann ich mir nicht vorstellen, dass er den Titel niederlegt", sagt Sauerland, "aber möglich ist es. Wir können niemanden zwingen, in den Ring zu steigen. Dafür gibt es klare Regeln: Ihm würde der Titel aberkannt, wenn er auch nach dem Purse Bid nicht antritt."

Es könnte tatsächlich sogar so kommen: Klitschko legt seinen Titel ab. Powetkin wird zum Weltmeister erklärt und verteidigt den Gürtel noch einmal - gegen David Haye, etwa bei der ARD. Der ist dem Sauerland-Boxstall freundlich gesonnen, war zuletzt bei der britischen Version des Dschungelcamps aktiv und hört nicht auf, die Klitschkos herauszufordern.

Der Sieger veranstaltet dann eine Titelverteidigung (bei RTL) gegen einen der Klitschkos. Diese Variante hält Sauerland für unwahrscheinlich: "So interessant der Kampf wäre: Powetkin hat die Ausscheidungen gewonnen, wir haben viel Geld investiert, um den Kampf gegen Klitschko zu bekommen. Warum sollte Powetkin noch einmal eine Ausscheidung boxen?"

Möglich wäre bei einem Verzicht Wladimirs auch ein Duell von Powetkin gegen Vitali Klitschko. Der müsste pflichtgemäß seinen Titel gegen den Sieger der WBC-Endausscheidung Chris Arreola (USA) gegen Bermane "B.WARE" Stiverne (Kanada) am 23. Februar in Los Angeles verteidigen. "Das sind keine Gegner für einen würdigen Abschiedskampf", sagt Manager Bernd Bönte allerdings. Powetkin oder auch Haye wären das schon eher.

Wie auch immer: Ab sofort beginnen die Verhandlungen - und dem Boxfan wird dann mitgeteilt, welchen Kampf er sich wann ansehen soll.