Kuranyi hat nach seinem Rauswurf aus der Nationalelf seine Entscheidung verteidigt, gleichzeitig aber Fehlverhalten in der Art und Weise seines Abgangs eingeräumt.

Bundestrainer Joachim Löw hat die telefonische Entschuldigung von Kevin Kuranyi für dessen unerlaubtes Entfernen von der deutschen Fußball-Nationalmannschaft angenommen, zugleich die Trennung vom Schalker Stürmer als "unwiderruflich" bezeichnet. "Daran gibt es nichts zu rütteln", erklärte Löw am Montag in Düsseldorf.

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Ein Archivbild, richtig: Löw wechselt während der EM 2008 in Klagenfurt Kevin Kuranyi ein. (© Foto: dpa)

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Kuranyi hatte sich erst am später Sonntagabend bei Löw gemeldet "und sich grundsätzlich für seine Reaktion entschuldigt", sagte der DFB-Chefcoach. Der 53-malige Nationalspieler habe den "Fehler, die Mannschaft im Stich gelassen zu haben" eingestanden, berichtete Löw vom Gespräch. "Aber meine Entscheidung steht und ist unwiderruflich." Löw unterstrich, dass er "immer alle Spieler fair behandelt und Kuranyi nach der WM 2006 in die Nationalmannschaft zurückgeholt habe".

Kuranyi hat dagegen nach seinem Rauswurf aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft seine Entscheidung verteidigt, gleichzeitig aber ein Fehlverhalten in der Art und Weise seines Abgangs eingeräumt. "Es tut mit für die Mannschaft leid, dass ich einfach gegangen bin. Es war falsch. Dafür habe ich mich in einem Telefonat mit dem Bundestrainer auch entschuldigt. Dafür gibt es keine Worte der Wiedergutmachung. Ich habe mich in der Nationalmannschaft immer sehr wohl gefühlt", sagte der 26 Jahre alte Schalker auf einer Pressekonferenz in Gelsenkirchen sichtlich bewegt.

Entscheidung steht bei beiden

Allerdings betonte Kuranyi, "dass ich vollkommen dahinter stehe. Ich bin gegangen, weil ich das, was in den vergangenen Jahren passiert ist, nicht mehr ertragen konnte". Eine Rückkehr in die DFB-Auswahl wollte der Stürmer jedoch nicht kategorisch ausschließen: "Das ist Zukunftsmusik. Wichtig ist, dass ich Leistung bringe."

Der 52-malige Nationalspieler hofft nun, "dass sich alles schnell wieder beruhigt und der Alltag kommt. Ich will meine Arbeit für Schalke so gut wie möglich machen und habe noch genügend Ziele, für die ich kämpfen werde".

Am Montag trainierte der Angreifer wieder bei seinem Klub Schalke 04, allerdings nicht mit der Mannschaft. Kuranyi abolvierte eine Reha-Einheit im Kraftraum. Am Dienstag will er wieder in den normalen Trainingsbetrieb zurückkehren.

Schalkes Manager Andreas Müller betonte, dass er "höchsten Respekt" vor Kuranyis Entscheidung habe: "Er hat einen Fehler gemacht. Aber man muss sich einmal Gedanken machen, warum so ein Junge mit 26 Jahren nicht mehr in der Nationalmannschaft spielen will." Kuranyi sei bei Schalke "sehr gut aufgehoben. Wir werden ihn auffangen. Hier hat er das Vertrauen, das er in der Nationalmannschaft nicht so hatte". Löw meinte zu den Aussagen des Schalke-Managers vielsagend: "Müller soll seine Sache machen, wir machen unsere."

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(www.sueddeutsche.de/tbc)