Nach passablem Auftritt im Uefa-Cup verliert der 1. FC Nürnberg beim Letzten Duisburg und steckt mitten im Abstiegskampf.
Die sportliche Leitung des 1. FC Nürnberg gibt sich derzeit alle Mühe, klar zwischen den Achtungserfolgen auf europäischer Ebene und den Pflichten in der Bundesliga zu trennen. Ein Resultat wie das 2:2 in St. Petersburg, so hieß es, könne vielleicht gut für die Moral sein; der nächste Auftritt dagegen, diesmal in Duisburg, sei ein Teil des Überlebenskampfes in der Bundesliga.
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Beim russischen Meister galten die Nürnberger als Außenseiter und konnten wie früher gekonnt verteidigen und auf den Gegner reagieren. Beim MSV mussten sie das Spiel machen, was ihnen nur phasenweise gelang. Der Club bemühte sich, war überlegen - und verlor. Nach dem 0:1 (0:0) hat die Elf von Trainer Hans Meyer die Chance verpasst, die Abstiegsränge zu verlassen, Duisburg hat nach Punkten aufgeschlossen. "Wir waren hier die bessere Mannschaft und hätten in Führung gehen müssen", klagte Nürnbergs Marco Engelhardt nach dem Spiel.
Von der ersten Minute an war erkennbar, wie schwer die Verantwortung derzeit auf den Schultern der Spieler lastete. Drei Punkte beim Tabellenletzten zu holen, das war für den Tabellendrittletzten Pflicht, aber gelungene Offensivaktionen blieben in der ersten Halbzeit aus - vielleicht auch deshalb, weil den Nürnbergern mit dem gelbgesperrten Peer Kluge einer der wichtigsten Spieler fehlte. Kluges Rolle im defensiven Mittelfeld nahm mit beachtlicher Präsenz Marco Engelhardt ein, der eine Menge Akzente setzte. Deutlich mehr Ecken hatten die Gäste, die besseren Chancen aber hatte der heimische MSV. Nach haarsträubendem Rückpass von Marek Mintal war Klemen Lavric nur knapp an Torwart Jaromir Blazek gescheitert, der den Schuss gerade noch ans Außennetz lenkte.
Merk nimmt Elfmeter zurück
Schon vor der Pause war bei Duisburg Ailton für den verletzten Ishiaku gekommen, mehr Schwung gab's dadurch aber nicht - weder im Spiel noch bei der Stimmung des seltsam stillen apathischen Publikums. Es sah aus wie ein typisches Spiel der beiden Letzten, kaum eine Aktion wurde durchgespielt, auf beiden Seiten war die Angst vor Fehlern spürbar, etwa in den entscheidenden Zuspielen. Immer mehr drängte der Club zwar nach der Pause vors Tor, das Zuspiel auf den besser postierten Mitspieler misslang aber regelmäßig. Dennoch hätten sich die Nürnberger ein Tor verdient gehabt. Zweimal war der forsche Nicky Adler knapp gescheitert, einmal hatte er den Pfosten getroffen, später krachte ein Freistoß Engelhardts an die Querlatte.
Eine Mischung aus Pech und Unvermöge war es, die den Gegner aufbaute. Der MSV kam nun öfter über die linke Seite, in der 72. Minute war es so weit: Ivica Grilic reagierte nach einer Flanke von links und Mokhtaris Zuspiel am schnellsten und traf ins rechte Eck. "Wir haben es alle gut gemeint, wir wollten gemeinsam klären, aber es hat nicht geklappt", gestand Engelhardt, der bei an der missratenen Abwehraktion beteiligt war. Das Spiel gewann nach dem Tor an Fahrt, auch dank Nicky Adler. Der bereitete die nächste Nürnberger Chance vor, nach seinem scharfen Pass in den Sechzehner vergab aber Charisteas per Drehschuss. Hin und her ging es, auch bei Schiedsrichter Markus Merk in der 79. Minute. Nach Wolfs Eingreifen gegen Lavric gab er erst Elfmeter und nahm diesen auf Hinweis seines Assistenten wieder zurück. Später verweigerte er den Duisburgern nach Roque Juniors Einsteigen aber ebenfalls einen klaren Strafstoß.
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(SZ vom 03.12.2007)
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