Karriereende für Birgit Prinz Missmutig und pflichtbewusst

Die zweifache Weltmeisterin ertrug ihre öffentliche Degradierung zwar mit Unverständnis, äußerte sich jedoch kaum. Anders ihr Vater Stefan, der Neid offen zum Rücktritt aufforderte ("Die Frau ist nicht in der Lage, ein Team zu führen").

Tränen statt Titel

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Tochter Birgit distanzierte sich davon, sagte: "Es ist nicht richtig, jetzt einer Person die Schuld zu geben. Es wäre nicht mein Stil, mich öffentlich so zu äußern, und ich finde es inhaltlich auch falsch, die Dinge so undifferenziert darzustellen." Es war eine typische Prinz-Äußerung. Alle Fragen zu einem möglichen Karriereende wies sie zunächst jedoch von sich.

Das holte sie nun nach - mit vierwöchiger Verspätung. Prinz wäre gerne still und leise abgetreten, ohne öffentliches Aufsehen, denn der große Auftritt wurde nie eine Lieblingsdisziplin von Prinz. Über die Jahre lernte sie zwar, mit den Medien umzugehen. Sie nutzte solche Termine jedoch nicht für sich, sondern erledigte Presseauftritte meist missmutig-pflichtbewusst, weil es ihrer Sportart guttat. Nicht, weil es ihr guttat.

"Das Hin und Her in den vergangenen Wochen war sehr anstrengend und hat mich emotional schon sehr berührt", sagte Prinz nun: "An einem Tag hieß es 'Ja', am anderen 'Nein'. Irgendwann stand der Rücktritt dann relativ fest."

Ihr Leben nach dem Fußball hat Prinz längst geregelt. Nach drei Ausbildungen hat sie inzwischen ein Psychologie-Studium abgeschlossen und arbeitet bereits mit einem Frankfurter Institut zusammen. Auch ist angedacht, dass Prinz bei ihrem Klub, dem 1.FFC Frankfurt, künftig andere Aufgaben übernimmt. Sie hat beruflich noch einiges vor.

"Wenn man sich zu stark auf den Fußball fokussiert, verliert man den Spaß", sagte Prinz vor einigen Monaten. Den großen Spaß hatte sie längst verloren - der Rücktritt an diesem Freitag war deshalb die logische, letzte Konsequenz.