Kandidaten für die IOC-Präsidentschaftswahl Richard Carrion & Ng Ser Miang

Richard Carrion - der Banker

Richard Carrion ist wohl der Kandidat, der Thomas Bach am ehesten gefährlich werden kann. Der Banker, der jüngst ins Direktorium der New Yorker Notenbank einrückte, ist seit 1990 IOC-Mitglied und exzellent vernetzt. Als Schatzmeister schaffte er es, die Finanzen der Ringe-Organisation zu mehren. Unter ihm erhöhten sich die Rücklagen von 100 auf mehr als 900 Millionen Euro, vor allem wegen der lukrativen TV-Verträge, die er aushandelte.

Aussichtsreich: Richard Carrion.

(Foto: dpa)

Für den Fall einer Wahl will er das IOC effizienter organisieren und die Kosten bei Olympischen Spielen reduzieren. Im Wahlkampf beschwerte Carrion sich, dass er weitgehend auf eine Rolle als "Mann des Geldes" reduziert wurde. "Ich höre immer: 'ein Banker, ein Banker'. Was soll ich sagen? Die IOC-Mitglieder werden für den stimmen, den sie für den Besten halten. Ich weiß mich in dieser Welt zu bewegen."

Neben seiner Tätigkeit im IOC ist Carrion seit 2007 zudem im Basketball-Weltverband aktiv. Er gilt als enger Vertrauter von Noch-Präsident Jacques Rogge. Carrion kommt zwar aus der Karibik und rückte auch wegen guter Kontakte zu Samaranch ins IOC, doch das heißt nicht, dass er die Stimmen des früher so einflussreichen iberischen Blocks sicher hat. Das Alterslimit für IOC-Mitglieder erwägt er zu erhöhen, was ihm Stimmen bringen könnte.

Ng Ser Miang - der Diplomat

Ng Ser Miang versteht sich auf symbolische Gesten. Als er im Mai seine Kandidatur verkündete, tat er dies in der Pariser Sorbonne-Universität - wo auch 1896 das IOC gegründet worden war. Wie so viele der sechs Bewerber ist auch der aus China stammende Ng äußerst vermögend: Reich wurde er mit einem Busunternehmen, das er an den Staat verkaufte, derzeit ist er Chef einer großen Supermarktkette. Daneben war er auch politisch aktiv, er vertrat sein Land als Botschafter in Ungarn und in Norwegen und saß für die Regierungs- partei im Parlament.

Im IOC ist Ng seit 1998, seit 2010 als Vizepräsident. Mit dem scheidenden Präsidenten Jacques Rogge verbindet ihn nicht nur die Leidenschaft fürs Segeln. Seinen guten Ruf im IOC verdankt Ng seinen diplomatischen Fähigkeiten und der Organisation der ersten Weltjugendspiele 2010 in seinem Heimatland Singapur.

Entsprechend versucht er im Wahlkampf auch mit dem Thema Jugend zu punkten - und mit seiner Herkunft. "Alle Asiaten müssen zusammenhalten. Asien hat das Recht, künftig den IOC-Präsidenten zu stellen", sagte Ng kürzlich. Doch der Appell fruchtete nicht: Der einflussreiche kuwaitische Scheich Al-Sabah, Chef aller asiatischen olympischen Komitees, sprach sich im Wahlkampf unerlaubt offen für Thomas Bach aus.

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