Eine der faszinierendsten Disziplinen der Paralympics: Beim Judo können sich Blinde mit Sehenden messen.
Athen - Es war eine schöne Premiere zum Abschluss ihrer Karriere gewesen, fand die Telekom-Beamtin Beate Bischler, 36 und hochgradig sehbehindert.
Romana Brussig gewinnt gegen Li Peng aus China. (© Foto: AP)
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Auch wenn sie gerne das Finale bestritten hätte statt diesen Kampf um Bronze, in dem sie gerade die Russin Nina Iwanowa bezwungen hatte.
Lospech, sie hatte im Halbfinale mit einer dieser professionellen Chinesinnen zu tun gehabt. "Kann man nichts machen", sagte Beate Bischler und fand es auch weiterhin nicht falsch, ihren Abschied vom Leistungssport vor zwei Jahren verschoben zu haben, als sie erfuhr, dass in Athen erstmals auch weibliche Judoka bei den Paralympics starten dürften.
Immerhin hatte sie die letzte und sechste Medaille zu einer echten Erfolgsbilanz der deutschen Kämpfer beigetragen, zu der vor allem die Goldgewinne durch Susann Schützel (bis 53 kg) sowie Ramona Brussig (bis 57 kg) gehörten und die allenfalls trübte, dass Weltmeister Martin Osewald kein Medaillenduell erreichte.
"Augen sind nicht das Entscheidende"
Die Augen werden überschätzt im Kampf, sagt der deutsche Trainer Stefan Saueressig. Zumindest sinngemäß, wörtlich sagt er: "Die Augen sind beim Judo nicht das Entscheidende."
Sondern etwas, das Saueressig nur schwer beschreiben kann: ein Gefühl, im richtigen Moment, das Richtige zu tun, eine Art instinktive Aufmerksamkeit.
Judo hat viel mit Tasten zu tun, mit der Suche nach dem richtigen Angriffspunkt, und wenn der gefunden ist, oder der Gegner ihn gefunden hat, geht alles sehr schnell. "Bis man das mit den Augen erfasst hat, ist es schon zu spät", sagt Saueressig.
Judo ist eine der wenigen Disziplinen, bei denen Sehbehinderte ohne die Hilfe eines Begleiters auskommen, und deswegen läuft Judo bei Paralymia auch kaum anders ab als bei Olympia.
Nur der Auftakt ist unterschiedlich. Nach der Begrüßung werden die Kämpfer aufeinander zugeführt, zur Startposition packen sie sich gegenseitig am Kragen.
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