Jan Ullrich zur Dopingdebatte "Ich würde Armstrong die Tour-Siege zurückgeben"

Jan Ullrich im Jahr 2005

(Foto: Gero Breloer/dpa)

Erik Zabel hat jahrelanges Doping zugegeben, nun äußert sich auch Jan Ullrich: Statt ein Geständnis abzulegen, stellt er sich jedoch auf die Seite eines überführten Dopers - und plädiert dafür, Lance Armstrong die Toursiege zurückzugeben.

Am Montag hat der deutsche Radprofi Erik Zabel in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung jahrelanges Doping zugegeben. Nun hat sich auch Jan Ullrich zum Thema Doping geäußert. Er liefert jedoch kein Geständnis, sondern stellt sich öffentlich auf die Seite eines überführten Dopers.

Der ehemalige Radprofi sagte in der Sport Bild: "Ich würde Armstrong die Tour-Siege zurückgeben." Ullrich führte weiter aus: "Bjarne Riis hat man ja auch seinen Sieg von 1996 zurückgegeben. Die Zeit damals war eben so. Es ist niemandem geholfen, wenn in den Siegerlisten Striche stehen."

Armstrong waren wegen Dopings die sieben Tour-Erfolge von 1999 bis 2005 aberkannt worden. Ullrich, der in Nachtests der Tour de France 1998 als Epo-Doper enttarnt worden war und zuvor bereits Blutdoping gestanden hatte, erhebt selbst aber keine Ansprüche auf die Tour-Siege 2000, 2001 und 2003, als er hinter Armstrong Zweiter geworden war: "Ich will nur Siege, die ich auf dem Rad erfahren habe. Am grünen Tisch möchte ich nichts gewinnen", sagte der 39-Jährige.