Der ehemalige Radprofi spricht erstmals über die Geständnisse seiner früheren Kollegen und bezeichnet Rolf Aldag und Erik Zabel als "Märchenerzähler".

Jan Ullrich hat in einem Interview mit der französischen Sportzeitung L'Equipe seine früheren Telekom-Kollegen wegen ihrer Doping-Geständnisse scharf angegriffen. Er fühle sich als Sündenbock, auf dessen Kosten andere mit ihren Beichten Geld verdient hätten, sagte der Toursieger von 1997: "Im Nachhinein zeigt sich, dass meine Suspendierung nichts gebracht hat, denn das Problem bin nicht ich, sondern der Radsport an sich", erklärte der 33-Jährige, der im Verdacht steht, Kunde des spanischen Doping-Arztes Eufemiano Fuentes gewesen zu sein.

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Seinen langjährigen Mitstreitern Rolf Aldag und Erik Zabel, die Mitte Mai Epo-Doping in den neunziger Jahren gestanden hatten, warf der Wahl-Schweizer niedere Beweggründe vor: "Ich bin niemandem etwas schuldig und habe genug Geld, um gut bis ans Ende meiner Tage zu leben. Aber sie mussten wahrscheinlich ihre Fehler zugeben, um weiter arbeiten zu können." Während Zabel das Team Milram bei der Tour als Kapitän anführt, ist Aldag Sportdirektor bei T-Mobile.

Aldag habe er nach dessen Geständnis sogar eine SMS geschrieben und ihn darin als Märchenerzähler bezeichnet, berichtet Ullrich in L'Equipe: "Ich finde ihre Aussagen schon komisch, wenn man bedenkt, wie sie über mich hergezogen sind, als sie sich noch als Saubermänner profiliert haben." Dennoch müsse sich um ihn niemand Sorgen machen, beteuerte Ullrich: "Ich weiß, dass viele denken, dass ich kurz vor einem Selbstmord stehe. Aber ich bin noch da und fühle mich sehr glücklich mit meinem Leben."

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(sid)