Italienischer Fußball Schwere Anschuldigungen im Wettskandal

Der serbische Fußballer Almir Gegic hat mit seinen Aussagen bei der Staatsanwaltschaft Cremona für großen Wirbel gesorgt. Formel-1-Boss Ecclestone unterstellt Ferrari nach Vettels Titelgewinn schlechten Stil. In der NHL droht die komplette Saison auszufallen, David Beckham absolviert sein letztes Spiel in der MLS.

Sportnachrichten in Kürze

Almir Gegic wird von der italienischen Polizei verhaftet.

(Foto: AP)

Fußball, Wettskandal: Der im italienischen Wettskandal verhaftete serbische Fußballer Almir Gegic hat mit seinen Aussagen bei der Staatsanwaltschaft Cremona für großen Wirbel gesorgt. "Seit 20 Jahren werden in Italien Spiele manipuliert. Wir haben einen fruchtbaren Boden gefunden. Wir zwangen nicht die Spieler, etwas gegen ihren Willen zu tun. Sie stellten sich gern zur Verfügung", sagte Gegic laut der Sportzeitung Corriere dello Sport. Es sollen auch Spiele der Erstligisten Lazio Rom, dem Klub des deutschen Nationalspielers Miroslav Klose, sowie des FC Genua, US Lecce, FC Palermo und AS Bari manipuliert worden sein. Gegic war am vergangenen Montag auf dem Mailänder Flughafen Malpensa festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Der ehemalige Mittelfeldspieler vom Schweizer Klub FC Chiasso und des italienischen Vereins AC Vicenza berichtete, dass er selber nie persönlich Spiele manipuliert oder jemanden bedroht habe.

Im Rahmen eines mehrstündigen Verhörs versicherte der 33-Jährige, dass nicht nur sein osteuropäischer Ring in Italien aktiv war. Gegic gab zu, Informationen über manipulierte Spiele gekauft und darauf gewettet zu haben. In Mailand seien ihm auch einmal Informationen über manipulierte Erstligaspiele süditalienischer Klubs wie SSC Neapel, Palermo, Catania Calcio und Lecce zum Preis von 600.000 Euro angeboten worden. Gegic bestritt jedoch, zu den führenden Köpfen einer Wettbetrügerbande zu gehören.

Formel 1: Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ist nach dem Hickhack um den dritten WM-Titel von Sebastian Vettel sauer auf Ferrari. Der Aufruhr wegen des umstrittenen Überholmanövers des Red-Bull-Piloten im letzten Rennen des Jahres in Sao Paulo überschatte die Saison. "Es ist eine Schande", sagte der 82 Jahre alte Brite dem Telegraph, "es war ein super Rennen, eine super Weltmeisterschaft. Jetzt sprechen alle nur noch über dieses Thema." Ecclestone kündigte zudem an, mit Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo über das Thema sprechen zu wollen. Es sei einfach ein Witz, dass Ferrari Vettel unterstellt habe, dieser habe in Brasilien unter gelber Flagge und damit illegal überholt.

Am Donnerstag war der Heppenheimer vom Automobil-Weltverband FIA von diesem Vorwurf freigesprochen worden. "Vettel hat nichts falsch gemacht. Eine weitere Untersuchung oder Proteste wird es nicht geben", hieß es. Eine Missachtung der gelben Flagge wird im Normalfall mit einer 20-Sekunden-Strafe geahndet. Hätte Vettel diese nach Rennende erhalten, wäre er im Klassement von Sao Paulo auf den achten Rang zurückgefallen. Dies hätte zur Folge gehabt, dass sein spanischer Ferrari-Rivale Fernando Alonso im Gesamtklassement vorbeigezogen und damit Weltmeister geworden wäre.

Basketball-Euroleague: Die Brose Baskets Bamberg haben in der Basketball-Euroleague ihre dritte Niederlage in Serie kassiert. Die Mannschaft von Coach Chris Fleming unterlag dem russischen Spitzenteam ZSKA Moskau zu Hause in einem umkämpften Duell mit 89:97 (39:50). Nach schwachem Beginn kam der deutsche Meister in der Halbzeit zwischenzeitlich noch einmal bis auf einen Punkt heran, konnte das Spiel aber nicht mehr drehen. Bester Werfer war der US-Amerikaner Dionte Christmas aufseiten der Russen mit 21 Punkten. Bamberg hat immer noch die Chance, in die Runde der letzten 16 einzuziehen, muss nun aber in den letzen beiden Gruppenspielen punkten. Zuletzt hatten die Brose Baskets in der Gruppe D gegen Besiktas Istanbul und den FC Barcelona verloren. In der Euroleague kommen in vier Sechser-Gruppen jeweils die besten vier Teams in die Zwischenrunde. Die Oberfranken haben sechs von acht Spielen verloren.

Der achtmalige Meister Alba Berlin steht in der Basketball-Euroleague kurz vor dem größten Erfolg einer deutschen Mannschaft seit drei Jahren. Die Mannschaft von Trainer Sasa Obradovic besiegte am achten Spieltag der Gruppe B den polnischen Meister Asseco Prokom Gdynia mit 67:64 (36:28) und hat ausgezeichnete Aussichten auf das Erreichen der Top-16-Runde. Angeführt von Topscorer Dashaun Wood (14) und Zach Morley (13) zogen die Gastgeber vor 8220 Zuschauern im dritten Viertel bis auf zwölf Punkte davon. Dank eines starken Schlussviertels kamen die Gäste 15 Sekunden vor Ende zwar bis auf einen Punkt heran, doch die Berliner gaben die Führung nicht mehr aus der Hand. Zwei Spieltage vor Ende der Gruppenphase liegt Alba mit einer ausgeglichenen Bilanz auf Rang vier.