Fernsehbilder entlarvten Italiens Spielmacher Francesco Totti: Im Spiel gegen Dänemark spuckte er Gegenspieler Christian Poulsen ins Gesicht. Jetzt folgte die Konsequenz: drei Spiele Sperre.
Italiens Fußball-Star Francesco Totti ist nach einer Spuckattacke gegen den Dänen Christian Poulsen vom Bundesligisten Schalke 04 wegen grob unsportlichen Verhaltens für drei Spiele gesperrt worden. Dies gab die Kontroll- und Disziplinar-Kommission der Europäischen Fußball-Union (UEFA) am Donnerstag in Lissabon bekannt.
Also doch: Totti bespuckt seinen Gegenspieler Poulsen. (© Foto: AP)
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Fernsehbilder hatten eindeutig gezeigt, dass der 27-jährige Spielmacher vom AS Rom in der EM-Partie am Montag gegen Dänemark seinen Gegenspieler Christian Poulsen angespuckt hat.
Der Stürmer vom AS Rom steht Italien damit bei der Euro 2004 in Portugal in den letzten Vorrundenspielen gegen Schweden und Bulgarien nicht zur Verfügung. Außerdem würde er - sollte der dreimalige Weltmeister das Viertelfinale erreichen - in der Runde der letzten Acht fehlen.
Nationaltrainer Giovanni Trapattoni hatte eine noch drakonischere Strafe befürchtet: "Ich gehe nicht mehr davon aus, dass ich Totti bei diesem Turnier nochmals einsetzen kann. Ich will seine Tat nicht entschuldigen, aber es war eine Reaktion in einer absoluten Stressphase des Spieles."
Diskussionen im Parlament
Italiens Fußball-Verband hatte Staranwältin Giulia Bonjorno engagiert, um Totti zu verteidigen und die drohende Sperre zu minimieren. Die prominente Dame hatte auch schon den ehemaligen italienischen Regierungschef Giulio Andreotti gegen die erdrückenden Mafia-Vorwürfe vertreten.
Der Schock um "Lama" Totti war nicht nur Thema Nummer eins in den italienischen Gazatten. Auch das römische Parlament debattierte die "Spuckaffäre". Paolo Cento von den Grünen, selbst Präsident eines Fan-Klubs, verteidigte Totti: "Totti hat einen Fehler gemacht, aber wir sollten jetzt nicht zu sehr moralisieren."
Links-Politiker Salvatore Buglio griff Totti dagegen an, er habe "nicht nur Poulsen beleidigt, sondern auch dem Image Italiens international schweren Schaden zugefügt." Auf der Website des dänischen Fernsehkanals DR 1 entschuldigten sich die italienischen Fans seitenlang für das Verhalten ihres Superstars.
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(sid/dpa/sueddeutsche.de)