Italiens Fußballer sorgen nach der Bestechungs-Affäre endlich wieder für positive Schlagzeilen - doch überzeugen konnten sie beim 2:0 gegen Ghana nicht. Pechvogel des Tages ist Sammy Kuffour.
Der dreimalige Fußball-Weltmeister Italien ist mit einem Arbeitssieg in die WM-Endrunde in Deutschland gestartet.
Torwart Buffon. (© Foto: dpa)
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Die Mannschaft von Trainer Marcello Lippi setzte sich gegen den WM-Neuling Ghana weitgehend ungefährdet mit 2:0 (1:0) durch und musste dabei aber noch nicht an die Leistungsgrenze gehen.
Für das Führungstor sorgte fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff Mittelfeldspieler Andrea Pirlo. Der Leistungsträger des AC Mailand traf mit einem verdeckten Schuss aus 20 Metern Entfernung, wobei Ghanas Torhüter Richard Kingston keine Abwehrmöglichkeit hatte.
Etliche Chancen vergeben
Zu viele Spieler hatten dem Keeper der Afrikaner dabei die Sicht genommen. Die Entscheidung erzwang Vincenzo Iaquinta in der 83. Minute, als er von einem schweren Fehler des ehemaligen Bayern-Spielers Sammy Kuffour profitierte, dessen Rückpass eine Vorlage für Iaquinta war. Zuvor hatten die Italiener schon etliche Chancen ausgelassen.
Schon in der ersten Halbzeit hätte die Squadra Azzurra die Weichen eindeutiger auf Sieg stellen können. Bereits in der zwölften Minute scheiterte Torjäger Alberto Gilardino am linken Außenpfosten, in der 27. Minute traf sein Stürmerkollege Luca Toni nur die Unterkante der Querlatte.
Mehr als eine halbe Stunde lang kam der viermalige Afrika-Meister überhaupt nicht ins Spiel, fing sich jedoch danach ein wenig, ohne jedoch ernsthafte Torgefahr zu erzeugen.
Italiens Trainer Lippi hatte von Beginn an Superstar Francesco Totti aufgeboten. Der lange an den Folgen eines Wadenbeinbruchs laborierende Offensivspieler war zwar bemüht, wirkte jedoch in den Zweikämpfen gehemmt und unsicher.
Totti verletzt
Zusätzliches Pech für den 29-Jährigen: In der 56. Minute musste Totti nach einem Foul von John Pantsil das Spielfeld verletzt verlassen. Der Römer erhielt erneut einen Schlag auf das Schienbein.
Unter den Augen von Bundespräsident Horst Köhler und seinem ghanaischen Amtskollegen John Agyekum Kufour zogen sich die Italiener in der Schlussphase erstaunlich weit in die eigene Hälfte zurück, doch auch aus dieser defensiven Einstellung konnte das Team des serbischen Coachs Ratomir Dujkovic kein Kapital schlagen.
Dem Ausgleich am nächsten kam noch England-Legionär Michael Essien. Der Leistungsträger des neuen Meisters FC Chelsea scheiterte in der 54. Minute mit einem Distanzschuss an dem ansonsten wenig geprüften Gianluigi Buffon.
Abwartende Taktik
Lippi war die abwartende Taktik seiner Schützlinge in den letzten Spielminuten überhaupt nicht recht, der ehemalige Nationalspieler gestikulierte aufgeregt am Spielfeldrand und musste mehrfach ermahnt werden, in der Coaching-Zone zu bleiben.
Der Erfolg im ersten Vergleich mit den Ghanaern überhaupt reichte allerdings nicht, um in der Vorrundengruppe E die Tabellenführung zu übernehmen. Drei Stunden zuvor hatte Geheimfavorit Tschechien gegen die USA mit 3:0 die Oberhand behalten. Nächster Gegner der Italiener ist am Samstag (21.00 Uhr) in Kaiserslautern das US-Team, zuvor (18.00 Uhr) müssen die Ghanaer in Köln gegen Tschechien antreten.
Aus der italienischen Mannschaft, die auch ihr 19. Länderspiel in Folge ungeschlagen überstand, ragte neben dem Torschützen Pirlo Mannschaftskapitän Fabio Cannavaro heraus. Essien sowie Abwehrspieler Pantsil waren die stärksten Akteure auf Seiten der "Black Stars".
(sid)