Interview: David Binnig

Das Ziel aller Triathleten-Träume heißt Kailua-Kona. Dort endet der schwerste Ironman der Welt. Favorit Timo Bracht über Training, Schmerzen und den Mythos Hawaii.

Das Ziel der Triathleten-Träume heißt: Kailua-Kona. Dort ist das Ziel des ältesten und schwersten Ironman der Welt. Timo Bracht aus Eberbach am Neckar tritt morgen auf Hawaii gegen die weltbesten Triathleten an. Seine beste Platzierung bisher: Rang sechs im vergangenen Jahr. Der 35-jährige Europameister von 2009 zählt auch in diesem Jahr zu den Favoriten. Ihn erwarten Wind, Hitze, 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren, 42,2 Kilometer Laufen. Ein Gespräch über Training, Schmerzen und den Mythos Hawaii.

Ironman Hawaii 2005 Bild vergrößern

Start bei Sonnenaufgang: Beim Schwimmen geht es den Sportlern meist noch gut, die Schmerzen beginnen beim Radfahren. (© dpa/dpaweb)

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sueddeutsche.de: Herr Bracht, wie fühlen sich die letzten Stunden vor dem wichtigsten Tag des Jahres an?

Bracht: Man könnte es mit "das lange Warten" überschreiben. Aber es ist ein Warten, das ausgefüllt ist. Ich gehe nicht auf den Tennisplatz, hole den Schläger raus und fange an. An den Tagen vor dem Rennen trainiere ich wenig, etwa eine Stunde am Tag. Ich kümmere mich um das Material, informiere mich über die Wind- und Wetterbedingungen und esse viel.

sueddeutsche.de: Was essen Sie denn so?

Bracht: Ich halte eine spezielle Diät. Drei Tage lang vermeide ich Kohlenhydrate und leere so meine Speicher, an den letzten drei Tagen esse ich dann sehr viele Kohlenhydrate. So kann man mehr Energie speichern.

sueddeutsche.de: Im vergangenen Jahr erreichten Sie den sechsten Platz. Was haben Sie sich für morgen vorgenommen?

Bracht: Wie immer: kontrollierter Angriff. Ich habe meine Startnummer, die sechs, gerade an meinem Rad angebracht. Die fünf Fahrer, die auf der Startliste vor mir stehen, gilt es zu schlagen. Wenn bei mir alle kleinen Mosaiksteinchen zusammenkommen, ist das Podest drin.

sueddeutsche.de: Sie sind also in Form?

Bracht: Die Form ist so, wie sie im Oktober sein sollte: so gut wie nie im Jahr. Wenn man während des Wettkampfs dann merkt, dass es gut läuft, wächst man über sich hinaus. Dann kann passieren, was man vorher nicht für möglich gehalten hätte.

sueddeutsche.de: Können Sie in Zahlen ausdrücken, was ein Triathlet tut, um auf Hawaii mit einer guten Form am Start zu stehen?

Bracht: Ich bin in diesem Jahr 1000 Kilometer geschwommen, 20.000 Rad gefahren und 3000 gelaufen.

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