Warum sich die Funktionäre des Internationalen Olympischen Komitees auf die Seite der chinesischen Veranstalter geschlagen haben - und welche Rolle IOC-Chef Rogge und sein Stellvertreter Thomas Bach dabei spielen.
Pssst! Ist er weg? Jacques Rogge wartete, bis Hu Wangguo, der Chef des chinesischen Volkskongresses, den Sitzungssaal der Vollversammlung der 205 olympischen Komitees aus aller Welt in Peking verlassen hatte. Erst dann äußerte sich der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu Tibet. Zwar stellte er keine klare Forderung, doch immerhin war deutliches Unbehagen zu hören: "Wir sind sehr besorgt über die Vorgänge in Tibet und rufen zu einer raschen, friedlichen Lösung auf."
IOC-Chef Rogge: "Wir sind sehr besorgt über die Vorgänge in Tibet." (© Foto: AFP)
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Wen er mit dem Wörtchen wir vereinnahme, ist allerdings fraglich. Denn richtig besorgt wirken Rogges Funktionärskollegen nur in Hinblick auf ihre merkantilen Interessen, sie bangen um die Unversehrtheit der fünf Ringe. Deshalb schlugen sie sich beim olympischen Sitzungsmarathon in Peking demonstrativ auf die Veranstalterseite und verstärken so den Druck auf alle Athleten, die sich bei diesen etwas anderen Spielen nicht nur als willfährige Staffage einspannen lassen wollen.
Das ist die eine Sollbruchstelle; sie tritt immer deutlicher zu Tage innerhalb der so genannten olympischen Familie. Risse aber tun sich auch in der olympischen Chefetage auf. Während etwa der ambitionierte IOC-Vizepräsident Thomas Bach in Peking die Ovationen seiner Sportskameraden für eine denkwürdig frühe, einsame Pro-Peking-Resolution seines nationalen Olympischen Sportbundes DOSB entgegennahm, die den deutschen Sport zum Eisbrecher für die obwaltende Augen-zu-und-durch-Philosophie gemacht hatte, beschleichen Präsident Rogge immer mehr Skrupel.
Dem belgischen Arzt setzt dabei offenbar auch zu, was er in diesen Tagen auf unterschiedlichsten, durchaus vertraulichen Kanälen zu sehen bekommt. Der höchste Repräsentant des Weltsports, heißt es, sei mit handfesten Informationen aus Lhasa und Umgebung konfrontiert worden. Jedenfalls passt sein Aufruf für eine "rasche, friedliche Lösung" keineswegs in die Befriedungspolitik, welche die Sportfunktionärskollegen in ihrer Pekinger Wagenburg inszenieren.
Wie diese den Konfliktherd China sehen, ist schon jetzt in bizarren Facetten zu erkennen - das Spektrum reicht vom nationalen Sportchef des Tschad, der sich in der Montagsversammlung der Olympiakomitees mit dem Hinweis hervortat, die Athleten seien zum Sporttreiben da, aber nicht zum Denken, bis zum obersten deutschen Sportfürsten Bach. Der Industrielobbyist will sich nicht nehmen lassen, höchstpersönlich am umstrittenen Fackellauf teilzunehmen. Auf Chinas Boden. Es muss ja nicht auf dem mit höchster Nervosität beäugten Streckenabschnitt durch Tibet sein.
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Um beim obigen Bild zu beiben: Hoffentlich brechen sich die Herren Rogge und Bach bei ihrem Paarlauf-Eiertanz symbolisch beide sponsorgestützten Standbeine!
Ein "mit Wackelpeter gefülltes" ( Zitat queenB61 ) Rückrat ist ja nicht mehr zu brechen.
... in was für einem Paralleluniversum lebt denn dieser Wirrkopf, der schon starke Anzeichen der für hohe Sportfunktionäre üblichen Allmachts-Gefühle zeigt: Will einem mündigen Athleten - Bürger und Menschen ! - verbieten, politisch zu denken und handeln. Halloooo, jemand zu Hause?
Unpolitische Olympische Spiele, großartig. Gucke ich sofort wieder an. Zu allererst alle politischen "Würdenträger" als Zuschauer ausladen. Es sei denn, die kommen privat. Die Eröffnung der Spiele durch einen lokalen Sportrepresentanten, am besten einen verdienten Ehrenamtlichen aus der Sportbewegung und nicht durch Präsidenten.
Warum wird denn die Fackel durch Downing geleitet, was hat denn Brown damit zu tun??? Wenn überhaupt kann sich da der Bürgermeister einmischen. Die Spiele werden an Städte vergeben. Nicht an Länder.
Herr Bach, das wäre doch mal eine wegweisende Idee: Olympia für Sportler, nicht für Politiker und Funktionäre. Oder läßt sich das nicht mit Ihren politischen Ambitionen vereinbaren?
Frau Merkel, wenn Sie und Ihr Kabinett dann nicht fahren ... lassen Sie das Geld doch 1000 verdienten Ehrenamtlichen des Deutschen Sportbundes als Olypmpia-Reisetaschengeld zukommen. Dafür zahle ich gerne meine Steuern. Lade Sie dann gern zu einer Schorle bei mir zum Olympia gucken vorm Fernseher ein.
Liebe Sportler, eure Leistungen und Rekorde sind mir so was von egal. Aber es schmerzt, euch leiden zu sehen, wenn ihr das Letzte aus euch herausholt. Ihr tut das freiwillig. Ihr leidet freiwillig. Und ihr verzichtet, eure Meinung über das Gastland zu sagen, in dem die olympischen Spiele stattfinden. Dies ist der Preis, den ihr zahlt für eure Medaillen.
... ob das mit Wackelpeter gefüllte, sogenannte Rückgrat, nach
Himbeere oder Waldmeister schmeckt.
Sportfunktionäre wollen genausowenig mündige Sportler, wie Politiker
mündige Bürger wollen. Die stören doch nur.
Ich werde alle Großsponsoren dieser Olympischen Spiele boykottieren
und werde dies den Betreffenden Firmen auch mitteilen. Hoffentlich
schließen sich dem viele Menschen an.
Ob die Reihenfolge so richtig ist, mag ich nicht bewerten.
Was mich als Sportinteressierter aber am meisten stinkt, ist die Verlogenheit der Funktionäre.
Man weiß seit dem letzten Weltkrieg, wie sehr in China die Menschenrechte "beachtet" werden; und dennoch hat "man" vor Jahren diesem Regime die Spiele zugesagt. natürlich werden von fast allen Ländern der Erde olympische spiele zur Selbstdarstellung benutzt. Wenn ein Volksstamm, wie Tibet aufbegehrt, passt das nicht in der Selbstdarstellung.
Wenn Thomas Bach dem mündigen Sportler Meinungsfreiheit zugesteht und im selben Augenblick Politik und Religion ausschließt, dann ist das purer Hohn. Sollen sich die Sportler über Sex und ihre Werbeträger unterhalten?
Wenn alle Vertreter der olympischen Länderkomtitees sich gegen einen Boykott in China aussprechen, dann haben sie Angst um ihr Leben und vor allem Angst um die vielen Gelder, die im Zusammenhang mit Olympia fließen.
Selbst zu einem Boykott des Fackellaufes können sich die "Herren" nicht durchringen; es geht anscheinend wieder um viel Einfluss (der Politik) und um viel Geld (der Wirtschaft). "Man" darf alles für Olympia tun; aber bitte weder von friedlichen noch von unpolitischen Spiele reden.
Paging