Bayern-Profi Lukas Podolski, 22, über seinen Wunsch, nur noch als Fußballer und nicht mehr als Kunstfigur gesehen zu werden.
SZ: Herr Podolski, der FC Bayern hat das Lachen verlernt. Sie auch?
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"Doch egal, wie du gesehen wirst: Es ist nicht richtig. Das ist auch das Schwierige hier beim FCBayern." Lukas Podolski, einmal als Strahlemann. (© Foto: AP)
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Lukas Podolski: Nein, überhaupt nicht, niemals. Klar ist man nicht zufrieden, wenn man die Spiele nicht gewinnt. Aber die Stimmung in der Mannschaft wird in der Öffentlichkeit anders dargestellt, als sie in Wirklichkeit ist. Ganz so schlecht ist sie auch nicht.
SZ: Aber Franck Ribéry schmiert keine Zahnpasta mehr unter die Türklinke.
Podolski: Nein, aber das war ja auch im Trainingslager. Das ist ein halbes Jahr her. Man muss halt einschätzen, wann das Lachen angebracht ist - und wann nicht. Ich lach' ja nicht, wenn sonntags Auslaufen ist und wir haben am Tag davor verloren. Wenn man da lacht im Training, ist das unpassend.
SZ: Das klingt, als hätten Sie mit dem Lachen zum falschen Zeitpunkt schlechte Erfahrungen gemacht.
Podolski: Ja, stimmt, es gab da ein Erlebnis, im September beim Länderspiel in Wales. Da bin ich im Fernsehen lachend auf der Bank gezeigt worden. Es war vor dem Spiel, und ein Mitspieler aus der Mannschaft hatte gewunken. Und ich habe zurückgewunken. Gleich hieß es wieder: Der Poldi ist gut drauf. Es wurde auch ein Foto gemacht, und in der Zeitung stand: Warum lacht der Poldi? Er spielt doch nicht! Und dann war ein paar Wochen später ein anderes Bild in der Zeitung, wo ich mal 'ne Miene ziehe, und drunter stand: Poldi! Er hat das Lachen verloren! Damit als junger Spieler zurechtzukommen, dass du immer unterschiedlich gesehen wirst, ist nicht ganz so einfach. Doch egal, wie du gesehen wirst: Es ist nicht richtig. Das ist auch das Schwierige hier beim FCBayern.
SZ: Wie reagieren Sie auf diese zwiespältige Erfahrung?
Podolski: Knackpunkt bei mir war wirklich diese Wales-Geschichte. Da habe ich gemerkt, die Leute sehen mich so: Poldi hier, Poldi da, Poldi trallalla. Aber das ist jetzt vorbei. Ich bin ja ganz anders. Man muss sich vorbereiten auf das Spiel, auf jedes Spiel. Und wenn ich nicht spiele, dann bin ich nicht froh. Dann bin ich sauer. Ich war auch sauer damals in Wales. Und das sollte in den Medien dann auch so rüberkommen.
SZ: Aber dann müssen Sie sich, vom Naturell eher als Frohnatur bekannt, künftig oft verstellen.
Podolski: Nein. Ich geb' mich immer so, wie ich bin. Bin ich draußen, bin ich sauer. Ich bin froh, wenn ich nicht auf der Bank sitze. Wenn ich Fußball spielen kann und darf, bin ich anders drauf.
SZ: Dann dürften Sie auch diesen Mittwoch schlechte Laune haben. Denn alles deutet darauf hin, dass Ottmar Hitzfeld, der Trainer, es im entscheidenden Uefa-Cup-Spiel gegen Saloniki wieder mit der Doppelspitze Klose und Toni versuchen wird. Für Sie als dritte Offensivkraft ist da zunächst kein Platz.
Podolski: Das ist wohl so. Und damit muss ich klarkommen. Aber eines weiß ich genau: Ich bin kein Bankspieler!
SZ: Einmal für Laien: Was genau ist der Unterschied zwischen Bank- und Stammspieler?
Podolski: Naja: Spielen und nicht spielen. Vertrauen bekommen. Kein Vertrauen bekommen. Das ist es. Am Samstag, in Berlin, war ich ja dabei. Die drei Spiele davor habe ich nur zugeschaut. Ich weiß ja jetzt, wie der Verein tickt, dass man sich hier immer neu beweisen muss. Dass man nichts geschenkt bekommt. Da reicht es nicht, wenn man Mittwoch gut gespielt hat und am Samstag drauf nichts auf die Reihe bringt. Hundert Prozent sind bei Bayern zu wenig. Da spielst du gegen Bolton im Uefa-Cup, schießt zwei Tore, und alles ist gut. Am Samstag drauf, in Stuttgart, spielste aber nur eine Halbzeit. Dann ist wieder alles vorbei. Drei Spiele hintereinander auf der Bank, das ist grausam. Man fährt nach Hause und fühlt sich so leer. Man fühlt sich nicht gebraucht.
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Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Podolski ist mit Abstand das größte Talent im deutschen Fußball. Das er beim besten und am professionellsten geführten Verein Deutschland unter Vertrag steht, ist nur folgerichtig. Ich schreibe bewusst "unter Vertrag steht" und nicht "spielt", denn spielerisch muss er sich erst noch gegen die Weltspitze der Stürmer durchsetzen. Das ihm das binnen 2 Jahren gelingt, steht für mich ausser Frage. Auch dieses Interview, in dem Lukas sich als moralisch gefestigte Persönlichkeit präsentiert, untermauert meine Vermutung.
Danke daher für dieses journalistisch hervorragend herausgearbeitete Interview!
Im übrigen: Ich bin es leid, in jedem 2. Kommentar zu lesen, dass irgendwelche Leute vor 19h keine Zeit zum posten haben. Ich bitte diese Berufsnörgler, ihre kostbare Zeit zu schonen und keine weiteren Kommentare zu verfassen! Dieses Forum braucht nunmal eine harte Hand - die Auswüchse der Trollkultur werden ja selbst in den Kommentaren dieses Artikels deutlich!
Das interview zeigt einen authentischen Poldi, das ist gut so.
Aber in der Tat hat er zwar eine gute Schusstechnik, aber er ist ein Konterstürmer, der eben in anderen Vereinen besser passt und nur für bestimmte strategische Situationen geeignet ist. Auf keinen Fall Weltklasse...
.....is Poldi nicht so weit wie er von allen gemacht wird. Er is gut, ein sehr guter dt. Stürmer. Nicht mehr oder weniger.....Wobei des nicht heisst er könnte nicht mehr!
Er ist einfach stehen geblieben in der Entwicklung.
Er ist zu früh gewechselt bzw. zum falschen Verein gewechselt und wurde viel zu früh zum WELTKLASSESTüRMER gemacht......und zur Weltklasse ist es für ihn ein enorm weiter Schrittt....Auch wenn er eine gute WM gespielt hat aber das is nicht alles....
wenn Sie behaupten, gewisse user wie Theog und susiz haetten andere hier angegriffen, dann muessen Sie dies auch belegen. Sie koennen nicht jetzt einfach anderen usern etwas nachwerfen, ohne jegliche Beweise vorzulegen.
Haetten dies jegliche user gemacht, waeren sie langs gesperrt worden (vor deim Einfuehren der Zeitbeschraenkung).
Also hoeren Sie damit auf, und (a) schreiben Sie was zum Artikel, wenn Sie zeit haben, oder (b) gar nix.
Ich habe leider keine weitere Zeit zum kommentieren, die Arbeit ruft wieder.
servus.
Das sind doch mal klare Aussagen, die der Lukas Podolski da trifft. Für mich kommt da die richtige Einstellung rüber, das ist einer der weiß was er kann und vor allem einer der weiß was er will. Der FC Bayern ist im Moment (noch) der richtige Club für ihn, aber eben nicht die einzige Perspektive. Gut so. Und der Vorschlag von Herrn Michael Seith^, über einen Verkauf von Schweinsteiger nachzudenken, der hat was. Das würde mehrere "Probleme" auf einmal lösen. Aber wie auch immer, ich denke, wenn die Bayern mal aufhören sich selbst in irgendwelche Krisen zu reden und statt dessen lieber auf die Qualität und Motivation ihrer Spieler bauen, dann fährt der Zug eindeutig in die richtige Richtung. Und @loecki1976: bitte keine Kommentare zu meinem Kommentar. Danke.
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