Nach dem 1:4 in Leverkusen wurde Felix Magath zum ersten Mal mit den typischen Schattenseiten des Trainerengagements beim FC Bayern konfrontiert. Im SZ-Interview spricht er über die Gründe für einen stotternden Saisonstart und über die Mutmaßungen über die Fitness seiner Mannschaft.
Die Kritik richtete sich nicht nur gegen seine Mannschaft, sondern stellte unter anderem auch seine Trainingsmethodik in Frage, das Fachblatt kicker monierte "elementare taktische Fehler". Dagegen setzt sich Felix Magath zur Wehr.
Felix Magath muss noch einiges korrigieren. (© Foto: dpa)
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SZ: Herr Magath, am Tag nach dem 1:4 in Leverkusen haben Sie festgestellt, dass Sie Ihre Mannschaft möglicherweise zu offensiv aufgestellt hätten. Bedeutet das, dass Sie generell Ihr Konzept und Ihr Handeln überdenken?
Felix Magath: Das bezog sich aber nicht auf Leverkusen, sondern auf alle Spiele der Saison. Der eine oder andere hat sich ja darüber gewundert, dass ich im Spiel gegen Hertha einen weiteren, einen fünften Mittelfeldspieler gebracht habe - obwohl wir eine Woche zuvor in Hamburg gewonnen hatten (mit nur vier Mittelfeldspielern und zwei Stürmern, die Red.).
Aber auch in Hamburg waren wir im Mittelfeld nicht Herr der Situation, deshalb wollte ich durch einen zusätzlichen Mittelfeldspieler die Löcher schließen. Weil das aber auch nicht so befriedigend funktioniert hat, bin ich zu der Formation mit vier Mittelfeldspielern und zwei Stürmern zurückgekehrt.
SZ: Prompt geriet die Mannschaft in Leverkusen so stark unter Druck, dass die Sicherheitssysteme versagten.
Magath: Insgesamt ist meine Analyse nach dem dritten Versuch in der Bundesliga die gleiche wie nach den ersten beiden Spielen: Wir besitzen viel spielerisches Potential - aber es kann sich nicht durchsetzen, wenn der Gegner, wie Leverkusen und Hertha, aggressiv und lauffreudig dagegenhält. Dann behält er die Oberhand. Wir sind in punkto Einsatz unseren Gegnern unterlegen - und jetzt muss ich sehen, das zu korrigieren.
SZ: Indem Sie durch einen defensiven Mittelfeldspieler eine zusätzliche Sicherung einbauen und das Spiel für den Gegner enger machen?
Magath: Das ist eine der Alternativen. Aber auch das hatten wir ja vorher besprochen: Dass man Leverkusen nicht so viel Raum zum Spielen geben darf, weil sie dann ihre Stärken ausspielen.
SZ: Verschiedentlich wurde nun in der Presse diskutiert, dass die Mannschaft überanstrengt gewirkt habe, und dann kam die These auf, dass Ihr Training die Spieler überfordere. Was sagen Sie dazu?
Magath: Was soll ich dazu sagen? Ich glaube, dass jeder, der Freizeitsport treibt, Pickel kriegt, wenn er sowas liest. Auf das Niveau möchte ich mich überhaupt nicht begeben, das ist mir zu lächerlich.
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