Der Karlsruher Vollblutverteidiger Maik Franz im Gespräch über Gartenmöbel, überkochende Emotionen im Fußball und seinen Ruf als rüpelndes Rauhbein.
SZ: Herr Franz, Sie haben am Dienstagabend nach Ihrem Platzverweis beim 0:3 des KSC gegen Schalke 04 einem eher unschuldigen Plastikstuhl eine Lehne abgetreten. Das war nicht sehr fair, oder?
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Der Moment, als Maik Franz die Sicherungen durchbrannten: Der KSC-Verteidiger tritt leidenschaftlich einen Plastikstuhl zusammen. (© Foto: Reuters)
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Maik Franz: Ja klar, der arme Stuhl, ich weiß gar nicht, wie der dahin kam. Die ganze Aktion tut mir leid, denn das muss wirklich nicht sein. Schließlich hat man ja eine gewisse Vorbildfunktion, und in diesem Fall bin ich der leider überhaupt nicht nachgekommen. Die Situation ist ein bisschen aus dem Ruder gelaufen, das war ein Fehler, auf dem man natürlich jetzt ewig herumhacken kann. Dabei sage ich es nochmal: Ich sehe das ein, und es tut mir leid.
SZ: Das ist erfreulich, und es war ja auch nur eine Plastikstuhllehne.
Franz: Ja klar, der Stuhl stand halt da unglücklich rum. Aber wenn da jemand anderes gestanden wäre, keine Sorge, da wär' nichts passiert, wirklich.
SZ: Ist ja letztlich auch nur Fußball.
Franz: Schon, aber wir haben eben mit dem KSC innerhalb einer Woche dreimal total unglücklich verloren, obwohl Schalke an dem Tag natürlich eindeutig besser war. Und deswegen waren dann letztlich extreme Emotionen in mir drin. Aber das soll keine Ausrede sein, so etwas darf mir nicht passieren.
SZ: Ist nicht sowieso nur Jürgen Klinsmann schuld, der 1997 nach einer Auswechslung ein Loch in eine Werbetonne trat? Nicht alles, was er vormacht, sollte man übernehmen, oder?
Franz: Ich kenne den Vorfall natürlich, er wurde ja damals von Trainer Trapattoni gegen einen Amateur ausgewechselt. Und dann hat er in diese Tonne getreten. Aber in solchen Momenten denkst du dann einfach nicht mehr nach. Mir ist aber völlig klar, dass es jetzt Leute gibt, die sagen: Was ist denn da mit dem los, mit dem Franz, der dreht ja komplett durch!?
SZ: Was sagt denn Ihre Mutter, ist sie erschüttert gewesen wegen des Stuhls?
Franz: Wir haben telefoniert und darüber gesprochen. Aber auch sie ist jetzt natürlich KSC-Fan und leidet - der Stuhl ist uns dann letztlich doch Schnuppe. Und überbewerten muss man die Sache ja auch wieder nicht. Wenn man sich die Saison anschaut, sieht man doch, dass das jetzt ein Einzelfall bei mir war. Aber ich habe eben ein Image, und das habe ich nun leider Gottes doch mal wieder bedient. Vergangenes Jahr gab es ja mal eine Phase, bei der mein Zwist mit Mario Gomez im Mittelpunkt stand ...
SZ: ... der Sie nach dem Derby gegen den VfB als unfair bezeichnete und mit einem Kraftausdruck bedachte...
Franz: ... ja, seitdem bin ich halt in dieser Schublade, aus der ich wohl auch nicht mehr rauskommen werde. Wenn ich mal gefoult werde, wird mir das ja sogar mittlerweile als Theatralik ausgelegt. Dabei beschwere ich mich nie und sage stattdessen: Selbst was einstecken, das gehört im Fußball dazu.
SZ: Sie gelten ohnehin als recht umgänglicher Mensch, der sich aber auf dem Rasen in einen anderen Menschen verwandelt.
Franz: Das mit den zwei Gesichtern kann man vielleicht sogar wirklich über mich sagen. Aber wenn ich aufs Feld gehe, will ich gewinnen. Und gegen Schalke hatte ich halt die nächste Niederlage vor Augen, da wollte ich mich wehren. Ich bin kein Diego, ich bin kein Ribéry - ich habe eine andere Spielweise, da mache ich auch keinen Hehl draus. Bei mir sind es unter anderem die Emotionen, die sind stark.
SZ: Haben Sie schon früher auf dem Spielplatz den Rabauken gegeben?
Franz: Schon, ich war immer einer, der seinen Spaß haben wollte und dabei das eine oder andere Mal angeeckt ist. Aber das war wirklich nie negativ. Ich war damals schon positiv verrückt.
SZ: Und nun werden Sie auch als Profi nur auf diese Emotionen limitiert.
Franz: Ja, und das nervt mich schon ein bisschen. Denn ich bin ja nicht der totale Antifußballer, der nur grätscht und keinen Ball annehmen kann. Wenn das der Fall wäre, könnte ich doch gar nicht in der Bundesliga überleben. Und ich wäre dann auch nicht Kapitän beim Karlsruher SC.
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(SZ vom 31.10.2008/jbe)
Documenta-Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev
Maik Franz ist kein Vollblutverteidiger sondern ein Holzhacker. Ausser unfairen Aktionen hat er nichts auf der Pfanne.
"Unser Maik Franz ist sicherlich kein Kind der Traurigkeit, wenn es um Einsatz und Zweikampf geht ( bestreitet er auch nie ) - aber warum muss jeder Schritt, jede Aktion, welche er auf dem Platz bringt immer so übertrieben auseinander genommen werden ?!"
Weil Maik Franz so ziemlich der einzige in der Bundesliga ist der jede Gelgenheit nutzt um Spieler fernab vom Spielgeschehen zu foulen. Eigens dazu umdreht und einen Bodycheck macht. Darum wird das Verhalten von Maik Franz vielleicht etwas näher beobachtet. Weil er einfach unfair ist.
Unser Maik Franz ist sicherlich kein Kind der Traurigkeit, wenn es um Einsatz und Zweikampf geht ( bestreitet er auch nie ) - aber warum muss jeder Schritt, jede Aktion, welche er auf dem Platz bringt immer so übertrieben auseinander genommen werden ?!
Die gelbe Karte hat er akzeptiert, aber das man eine gelb-rote Karte bekommt, weil man das Publikum um Stimmung bittet ?!? Wer Maik Franz kennt, weiß das er das schon öfter gemacht hat ... aber nun gut, mal wieder einer dieser vielen fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen.
Schalke hat 0:3 gewonnen und damit sollte doch auch gut sein.
also das foul von ihrem lieblingsfußballer gegen farfan ist keine gelb-rote sondern eine glatte rote karte...
ich weiß ja nicht ob sie die szene gesehen haben, aber ihr emotionaler superheld guckt richtung farfan ändert seinen laufweg um den gegner gezielt in einen bodycheck laufen zu lassen... in vollem lauf... nachdem sie ja offenbar schon höherklassig fußball gespielt haben, sollten sie wissen das das nix mit gegebener härte zu tun hat, sondern einfach ein vorsätzliches grobes foulspiel ist, bei dem herr franz eine verletzung des gegners billigend in kauf nimmt... alles andere ist augenwischerei!!!
das möchte ich auch an obigem interview kritisieren. wen interessiert den der komische stuhl? mich hätte interessiert wie herr franz sich zu eben jener szene geäußert hätte.
ich mag fußball auch weil es ein harter sport ist, aber herr franz spielt nicht hart, sondern er spielt unfair. das sind zwei dinge herr holle, die sie bei aller sympatie nicht verwechseln sollten!
iron xenia, und da soll einer mal was gegen frauenfussball sagen! action!
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