BVB vor dem Spiel gegen Málaga Witze über Arsenal

Beliebt sind derzeit meist "Pakete", in unterschiedlicher Zusammensetzung. Mal Mario Götze (Vertrag bis 2016) mit seinem ausgewiesenen Kumpel Marco Reus (bis 2017), mal wird Sven Bender (bis 2017) mit Lewandowski (bis 2014) geschnürt, für mal lächerliche 40, dann für 60 Millionen Euro oder auch mal Pfund, mal ist es Real Madrid, mal Chelsea, mal Manchester City.

Im Mannschaftsbus machen Dortmunds Spieler inzwischen Witze über Schlagzeilen, in denen der FC Arsenal als Käufer gehandelt wird. Als ob das noch eine Verbesserung bedeuten würde, bei Arsenal mitzuspielen. Wer mit Wenger in Verbindung gebracht wird, der wird im BVB-Bus aufgezogen, weil er auf der Resterampe gelandet sei.

Spieler wie Götze oder Reus lachen, weil sie den eigenen Stellenwert kennen. "Man kauft bei Borussia Dortmund nicht mal so eben einen Spieler weg", kommentiert das der Trainer Klopp.

Aber ein bisschen Pfeifen im Walde ist auch dabei. "Für unsere Spieler", sagt Watzke, "gibt es nur drei oder vier Klubs, über die sie vielleicht nachdenken würden: Barcelona, Real, Manchester United - und vielleicht noch der FC Bayern." Alles Klubs, die garantiert nie auf Platz 27 eingestuft würden und die - und sei es auf Pump und wegen günstigerer Steuersätze - höhere Gehälter zahlen können.

Dortmunds Aufstieg bleibt deshalb ein Wettlauf mit der Zeit. Nicht nur bei Sponsoren, sondern auch bei den eigenen Spielern müssen die BVB-Macher Watzke, Klopp und Michael Zorc immer wieder dafür werben, dass es sich lohnt, am "Projekt Dortmund" weiterzubauen.

Als der gebürtige Dortmunder Reus neulich in einem Interview mit dem Guardian sagte, dass man aus so etwas nicht aussteigen wolle, hat das der Stimmung mal wieder gut getan. In der aktuellen Tabelle der Unternehmens-Umsätze der europäischen Klubs rangiert der BVB schon auf Platz elf, einen Platz vor Juventus Turin, immerhin. Eine Erfolgs-Vision scheint aber beinahe wichtiger, als die kurzfristige Gehaltsaufstockung. Auch in Dortmund verdienen die Spitzenspieler inzwischen an die fünf Millionen Euro pro Jahr - plus Werbeeinnahmen.

Nur zu gerne verweisen sie auf die Geschichte von Nuri Sahin, der als Balljunge im Westfalenstadion anfing, 2011 der beste Bundesligaspieler der Saison war, bei Real Madrid und anschließend beim FC Liverpool aber den Faden verlor und im Januar glücklich war, als er in den Schoß seines "Heimatklubs", wie er es nennt, zurückkehren konnte. Für die Rückkehr verzichtete Sahin offenbar sogar auf mehrere Millionen.

Jung-Spielmacher Ilkay Gündogan, 22, das aktuell beliebteste Jagdobjekt, hat auf kolportierte Avancen aus Barcelona ungewöhnlich schnell geantwortet: Er könne sich "sehr gut vorstellen", seinen bis 2015 laufenden Vertrag deutlich zu verlängern. Natürlich bei erheblich verbessertem Gehalt. Nur einer spielt bei all dem eine Sonderrolle: Robert Lewandowski. Beim BVB glaubt keiner mehr, dass der polnische Torjäger noch eine Kehrtwende macht und seinen Vertrag verlängert.

Lewandowski, in der Mannschaft als Einzelgänger bekannt und vom viel beschworenen Teamspirit nur bedingt einzufangen, wird höchstens noch ein letztes Jahr bleiben. Vorstandschef Watzke hat seinen Frieden damit gemacht. "Ich sehe ihm wahnsinnig gern zu. Und wenn das jetzt nur noch ein Jahr lang geht, dann ist das immer noch besser, als wenn er gleich ginge."