Das Duell der einst angriffsstärksten Teams aus Hoffenheim und Bremen endet 0:0. Die Stürmer vergaben dabei auf groteske Weise die besten Chancen.
Die TSG Hoffenheim und der SV Werder Bremen waren einst die angriffsstärksten Mannschaften der Bundesliga. Das ist gar nicht so lange her wie man bisweilen in diesen Tagen glauben mag, noch in der Hinrunde war das so. Dass ein Spiel der beiden Vereine 0:0 enden könnte, schien damals so wahrscheinlich wie eine Champions-League-Teilnahme von Arminia Bielefeld. Am 23. Spieltag kommt hingegen das Endergebnis 0:0 gar nicht mehr so überraschend.
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Stürmer im Tor, Ball nicht. Mal wieder vergibt Claudio Pizarro eine Chance. (© Foto: getty)
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Beide Teams setzten ihre Serie an Spielen fort, in denen sie zwar bisweilen engagiert und gekonnt nach vorne spielen. Dort vorne aber das Tor nicht mehr treffen. Besonders galt das diesmal für Boubacar Sanogo. Der pikanterweise von Bremen ausgeliehene Stürmer der TSG Hoffenheim traf dreimal den Pfosten. "Wir hatten einfach Pech in diesen Situation. Angesichts der Personalsituation haben wir es ganz gut gemacht", sagte TSG-Trainer Ralf Rangnick. Auf der anderen Seite vergab vor allem Claudio Pizarro einen ebenso möglichen Sieg der Bremer.
Beide Vereine hatten turbulente Tage hinter sich. Aus Hoffenheims Kader brach ein stabiler Pfeiler nach dem anderen heraus, Selim Teber, Tobias Weis und Luiz Gustavo waren gesperrt, nach dem immer noch in der Torschützenliste führenden Vedad Ibisevic (Kreuzbandriss) verletzten sich auch Freistoßexperte Sejad Salihovic und Timo Hildebrand. Immerhin durften die beiden Doping-vielleicht-Sünder Andreas Ibertsberger und Christoph Janker mitspielen, weil der DFB am Freitag beschlossen hatte, sie bis auf weiteres in Ruhe zu lassen. Die beiden besetzten am Samstag zusammen die linke Seite, weil Ibertsberger wegen der vielen Ausfälle ins Mittelfeld vorrückte.
Und in Bremen hatte ohnehin Ausnahmestimmung geherrscht nach den vergangenen Wochen des Tiefgangs. Werder ist selbst nach diesem Spiel mit drei Punkten immer noch Letzter der Rückrundentabelle, allerdings gab es schöne Erfolge in Mailand (Uefa-Cup) und Wolfsburg (DFB-Pokal). In Hoffenheim fehlten nun aber Torsten Frings, Clemens Fritz (Muskelprobleme), Mesut Özil (Kapselverletzung am Knie) und Naldo (gesperrt).
Verwaltungsfußball vor der Pause
Und so war ein ähnliches Offensiv-Fest des Fußballs wie beim 5:4 im Hinspiel für Bremen nicht zu erwarten gewesen. Aber dass es in der ersten Halbzeit bisweilen zu einem Spektakel des Verwaltungsfußballs verkommen würde, damit rechnete wohl niemand.
Zu Beginn des Spiels versuchte zunächst die TSG Hoffenheim, ähnlich schwungvoll nach vorne zu spielen wie das die Bundesliga inzwischen fast gewohnt ist. Doch bald wurde klar, dass Isaac Vorsah eben kein Luiz Gustavo ist, dass Ibertsberger im Mittelfeld kein Salihovic ist und dass vor allem Sanogo im Angriff kein Ibisevic ist.
Der 26-Jährige war immer wieder Endstation der Hoffenheimer Angriffsbemühungen, weil seine Fähigkeiten zum Kombinationsfußball nicht dem Niveau seiner Mitstürmer Demba Ba und Chinedu Obasi entsprechen. Dennoch hatte Sanogo vor der Pause die beste Chance im Spiel, als er eine Hereingabe von Obasi an den Pfosten lenkte (40.). Dazu hatten die Gastgeber einen Elfmeter gefordert, weil Tziolis und Baumann nach einem Freistoß der Ball sekundenlang auf den Händen herumsprang. Doch der Schiedsrichter sah keine Absicht.
Auch Bremen hatte seinen Aluminium-Treffer. Hugo Almeida köpfte völlig freistehend aus sechs Metern gegen das Gebälk (32.), sonst war Bremen nur gefährlich, wenn Daniel Haas ins Spiel kam. Der Hoffenheimer Torwart scheint durch die Verpflichtung von Hildebrand noch hibbeliger geworden zu sein, jeder hohe Ball in seinen Strafraum führte zu Atemstockungen bei den heimischen Fans. Bremen konnte diese Schwäche allerdings nicht nutzen.
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...ich hatte mir durchaus etwas mehr erwartet, kann dann aber im Nachhinein mit der Punkteteilung zufrieden sein! Immerhin weiß ich jetzt, warum Werder Boubacar Sanogo an Hoffenheim ausgeliehen hat :o))
Leider stagniert Werder in der Liga, aber immerhin verlieren sie nicht mehr! Jetzt müssen aber gegen Stuttgart 3 Punkte her...
Gruß Balldieb