Bayern-Präsident kontert Kritik Hoeneß rechnet mit van Gaal ab

Nächste Runde im Fernduell der Alphatiere: Uli Hoeneß hat sich umfassend zur Kritik des ehemaligen Bayern-Trainers Louis van Gaal geäußert und dessen Entlassung gerechtfertigt. Der Holländer habe nicht begriffen, was in diesem Beruf gefragt sei.

Louis van Gaal und Uli Hoeneß im November 2010.

(Foto: dpa)

Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß hat den Angriff von Ex-Trainer Louis van Gaal gekontert. "Wenn ich die Auslassungen von Louis van Gaal sehe, dann muss ich sagen, dass er einfach nicht begriffen hat, was in diesem Beruf gefragt ist. Dazu gehört auch, wenn man Probleme sieht, den Finger in die Wunde zu legen. Und wenn man merkt, dass man damit nicht weiterkommt, muss man auch konsequent sein." Das sei eine schwierige Entscheidung. Aber der andere müsse begreifen, dass man damit nicht den Menschen meine, sagte Hoeneß.

Er sei "nicht die Mutter Teresa des FC Bayern. Im sozialen Bereich bin ich das sicherlich, aber in der Sache muss ich harte Entscheidungen treffen. Wenn ich merke, es geht nicht mehr und dem anderen fünf Chancen gegeben habe, das zu ändern und es wird nichts, dann muss ich auch Entscheidungen gegen das Interesse des Einzelnen treffen, um das Ganze zu erhalten", sagte der Präsident des FC Bayern.

Van Gaal, inzwischen Nationaltrainer der Niederlande, hatte den 60-Jährigen als Alleinherrscher dargestellt. Bereits vergangene Woche hatte Bayern-Coach Jupp Heynckes auf die Kritik seines Vorgängers reagiert und gesagt, die Aussagen van Gaals seien so relevant, wie wenn in China ein Fahrrad umkippen würde.

Hoeneß greift Fifa-Boss Blatter an

Hoeneß sprach sich zudem für einen harten Kurs gegen Gewalttäter im Fußball aus. Das "Pflänzchen Fußball" dürfe nicht von Chaoten kaputt gemacht werden. "Die Vereine müssen, um die breite Gesellschaft zu schützen, die gerne Fußball guckt, gegen die hart vorgehen, die gar nicht vorhaben, den Fußball in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen zu stellen, sondern nur den Terror." Er sei für Kommunikation, aber auch für Härte, wenn es gar nicht mehr weitergehe, sagte Hoeneß.

Sticheleien gab es von Hoeneß einmal mehr gegen FIFA-Präsident Joseph Blatter. Der Schweizer habe nur einen natürlichen Feind und das sei der FC Bayern. "Das ist unverständlich, aber das ist auch ein bisschen heuchlerisch, dass wir da so alleine gelassen werden. Aber wir werden nicht nachgeben", sagte er. "Aber wie Sie wissen, ist er ja 76 und das wird sich schon irgendwie erledigen."