Ein alter Bekannter kehrt zurück: Ottmar Hitzfeld, 2004 in München entlassen, übernimmt nun Felix Magaths Traineramt - vorerst bis zum Saisonende.
Felix Magath ist gestern Nachmittag mit seinem Auto unterwegs gewesen, er befand sich auf dem Weg zur Geschäftsstelle des FC Bayern an der Säbener Straße. Gesprächig war er vor dem Termin im zweiten Stock nicht mehr, aber man musste das verstehen, denn mit diesem schnellen Abschied hatte er ja nicht rechnen können. Dabei glaubte Magath durchaus eine Antenne für die Entscheidungsgewalt seiner Vorgesetzten gehabt zu haben, schon im vergangenen März, nach dem fürchterlichen K.o. im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinales beim AC Mailand (1:4), ist er nach der Rückreise mit dem Manager unterwegs gewesen, und Magath rechnete offenbar mit allem. Doch Uli Hoeneß, so ist es zumindest überliefert, hat sich nur ein wenig gewundert über seinen Trainer, als der ihn nach möglichen personellen Konsequenzen fragte.
Alte Liebe rostet nicht: Vorerst wieder vereint - Uli Hoeneß und Ottmar Hitzfeld (r.) (© Foto: Reuters)
Anzeige
Zehn Monate später muss Magath nun doch vorzeitig gehen, Hoeneß und der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge hatten Magath nach dem morgendlichen Training und einer internen Krisensitzung noch einmal zu sich zitiert - um die bereits über die Nachrichtenticker verbreitete Entscheidung nun endlich auch ihm und seinen Assistenten Eichkorn und Leuthard mitzuteilen. Der klubeigene Springer-Kolumnist Franz Beckenbauer (Rummenigge: "Er war auch überrascht, nachdem wir Fakten geschaffen haben"), in Dubai am Persischen Golf unterwegs, hatte sich wohl seinem vieljährigen Geschäftspartner verpflichtet gefühlt und die Nachricht zielsicher in Umlauf gebracht. "Wir bedauern diesen Schritt", ließ Rummenigge bald verlauten, Magath habe "gute Arbeit mit großartigen Erfolgen, allen voran den zweifachen Double-Gewinn, geleistet. Dennoch müssen wir als Klub-Verantwortliche die aktuellen Entwicklungen sehen und darauf reagieren. Die Sorge um die Qualifikation für die Uefa Champions League in der kommenden Saison hat uns zur Entscheidung veranlasst."
Felix Magath, 53, macht nun also ausgerechnet für jenen Mann Platz, dessen Erbe er im Sommer 2004 übernahm. Ottmar Hitzfeld, dies wurde schließlich bestätigt, wird schon an diesem Donnerstagmittag vorgestellt und anschließend das Abschlusstraining fürs Derby am Freitag in Nürnberg leiten. Natürlich kommt er mit seinem ewigen Assistenten Michael Henke, 49, der erst Trainer bei Zweitliga-Absteiger 1. FC Saarbrücken gewesen ist und dort zuletzt zum Sportdirektor degradiert worden war.
Vom Vorgänger zum Nachfolger, das hat wohl auch Hitzfeld, 58, nicht für möglich gehalten. Ein wenig pikiert ist er ja gewesen, als er im Frühjahr 2004 von Hoeneß beim Rotwein mitgeteilt bekam, dass er nach der Saison nicht mehr Trainer der Bayern sei. Nach einer Spielzeit ohne Titel musste er trotz Vertrags ein Jahr vor der Zeit aufhören. Hoeneß und Rummenigge waren nicht ganz zu unrecht der Ansicht, der langgediente Trainer habe den personellen Umbruch nicht hinbekommen und scheue nach sechs Jahren und vielen Titeln (je zwei Meisterschaften und Pokalsiege sowie Gewinn von Champions League und Weltpokal 2001) die nötige Konfrontation mit den Profis; mehr Disziplin und mehr Trainingsumfang sei vonnöten, dies ließ vor allem Rummenigge in der Rückschau stets anklingen. Hitzfeld hat dies nicht als Schmeichelei empfunden.
"Spontan zugesagt"
Letztlich ist der Lörracher aber ganz froh gewesen über das Ende; zunächst hatte er zwar auf das Amt des Bundestrainers spekuliert, doch als er im August 2004 zum Nachfolger von DFB-Teamchef Rudi Völler auserkoren war, sagte er überraschend ab. Aus persönlichen Gründen, teilte er mit und sprach offen von Erschöpfungszuständen. Seitdem erholte er sich, vornehmlich in seiner Ferienwohnung in Engelberg nahe Luzern. Dort spielte er Golf und stieg einmal die Woche auf den Titlis (3032 m); zudem gab er beim Bezahlfernsehen den Fußballexperten. Eine in Aussicht gestellte Rückkehr auf die Trainerbank lehnte er jedenfalls fortan ab, trotz angeblicher Offerten sogar von Real Madrid und kürzlich vom Hamburger SV sowie von seinem früheren Arbeitgeber Borussia Dortmund. Seinen guten Ruf, teilte Hitzfeld ziemlich unmissverständlich mit, wolle er nicht ruinieren; ein Klub "mit Champions-League-Potenzial" solle es schon sein.
Und darum geht es ja jetzt beim FC Bayern: wenigstens das erneute Startrecht für die Europaliga zu sichern; dies sei "aus Imagegründen und auch finanziell notwendig", betonte Rummenigge gestern. Magath haben sie das nicht mehr zugetraut, und auch aus der Mannschaft waren immer wieder Spieler aus dem Führungszirkel im zweiten Stock mit Kritik vorstellig geworden.
Hitzfeld ist jetzt in einer ziemlich komfortablen Ausgangslage; diejenigen, die ihn entlassen haben - zu denen er aber trotzdem weiterhin "ein freundschaftliches Verhältnis" unterhielt, wie er stets betonte -, haben ihn nun noch einmal gebeten, bis Saisonende einzuspringen. Und viel tiefer kann der Rekordchampion kaum noch fallen.
Ottmar Hitzfeld habe "am Mittag spontan zugesagt", berichtete Rummenigge später vor der Presse von dem Telefonat, "das spricht für sein gutes Verhältnis zum FC Bayern". Felix Magath war da bereits abgefahren.
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
(SZ vom 1.2.2007)
Drogeriekette wird abgewickelt
Der von mir persoenlich geschaetzte Felix Magath war mit Bayern voellig ueberfordert. Schon die CL vor 2 Jahren war taktisch ein Desaster. Wie viele Vereine hat der FCB nach Erfolgen keinen Blutaustausch vorgenommen sondern stattet seine Spieler gerne mit Rentenvertraegen aus. Das geht der Schwung, die Spannung und die Power verloren. Die Fuehrungsriege hasst Techniker. Wer im Verdacht steht kreativ spielen zu koennen, kommt auf die Bank (Ausnahme Scholli=Altersmaskottchen - sitzt eh auf der Bank). Wenn ich jetzt Luca Toni hoere... Herr Rummenigge sollte besser keine Interviews mehr geben, das ist schon vereinsschaedigend. Der FCB braucht zwei gute kreative Mittelfeldspieler, davon einen 10er und sollte den ganzen Ballast verkaufen. Finanzierbar durch Owen "5 Ronaldos fuer 1" Hargreaves. Er will weg, er ist Durchschnitt, sicher nicht besser als Demichelis (der auch nie mal durchspielen darf) und ihn fuer 30M nicht zu verkaufen bedeutet totalen Realitaetsverlust. Oder Vereinsschaedigung. Hitzfeld wird´s schon richten kurzfristig, aber am besten waere das viele Geld fuer einen auslaendischen Toptrainer angelegt, der dann eben der Vereinshoechstverdiener sein muss. Ansonsten bekommst du keinen modernen Toptrainer der modernen Fussball spielt und lehrt. Sh. Mourinho, Rijkhaart, Wenger. Dieses Niveau kannst Du nur mit Freiheit und 15M Jahresgehalt nach D locken. Die BL spielt alten Fussball (ok Bremen), der international voellig vorbei ist. Laufwege, Spielzuege, Forechecking, Verschieben - in Deutschland ist das noch auf Medizinballniveau. Es kommen auch keine neuen Trainer von aussen, ausser ein paar gescheiterten Hollaendern. Alles nach der alten DFB Lehre von vor 100 Jahren. Ist eigentlich einmal ein Trainer durch die Pruefung gefallen in der Sporthochschule? Wenn Bayern wieder auf europaeisches Niveau kommen will, muessen sie bei einem modernen, guten Trainer anfangen. Die Abwehr, Demichelis, Schweini/Poldi/Makaay sind gut, fehlt die Kreativitaet und ein SYSTEM! Die Einzelspieler koennen nur so gut sein wie das Team. Im Moment haengen doch alle in der Luft. Der Makaay kann doch 30 Stueck machen wenn er gefuettert wird aber es kommt doch nichts weil eine riesige Luecke im Mittelfeld klafft. Der Lucio ist doch Weltklasse aber nicht als Wegklopper sondern in einer funktionierenden modernen Mannschaft. Hitzfeld bringt eine Stabilisierung aber nicht die grosse Loesung. Viel Glueck FCB.
Wie sich vielleicht nicht für jeden erkenntlich zeigt, ist beim FC Bayern seit den letzten 4-5 Jahren ein großes Defizit zu erkennen. Das ist eindeutig die CL. Wie schmerzhaft blicken wir(Fussball-Deutschland) auf die letzten Spielzeiten in der Königsklasse zurück und mussten stets feststellen, dass selbst das Aushängeschild des deutschen Fussballs ziemlich unter seinen Möglichkeiten spielt und de facto kaum Chancen besaß sich gegen andere europäische (Top)-Teams durchzusetzen.
Nun kann man wahrlich behaupten, dass die nationalen Erfolge, also das täglich Brot eines Vereins, für den FC Bayern sprachen. Doch mal Hand auf's Herz: Welches andere Team der BL, außer Werder, ist wirklich konkurrenzfähig wenn es um die Deutsche Meisterschaft geht????? Diese Erfolge sprechen natürlich für Mannschaft,Trainer und auch Management.
Doch gerade in Bezug auf den Trainer darf man nicht vergessen, dass es um den FC Bayern geht. Deswegen konnte ich auch oft die übertriebenen Lobpreisungen für Magath nicht wirklich nachvollziehen. Meister(mit Bayern) kann jeder werden, aber auf internationaler Ebene mal wenigstens zu überzeugen oder vielleicht auch mal ins Halbfinale zu kommen das können nur wenige. Und gerade auf dieser Linie hat Herr Magath, der übrigens, wie es Armin Veh zur Zeit tut, auf der selben Euphoriewelle bei VFB schwamm und von den "jungen Wilden" profitierte, gnadenlos versagt. Deswegen war der Rauswuf nur die logische Konsequenz einer, die durch das arrogante Auftreten des Trainers(nicht Menschen) Magath nahezu katlysiert wurde. Bleibt abzuwarten wie der alte Besen Hitzfeld bis zum Ende der Saison oder drüber hinaus kehrt. Es lässt sich jedoch nicht vertuschen das die Manschaft, die durchaus Potential besitzt einen Mittelfeld-Leader braucht. Deswegen ein Apell an die 3 Vorstands-Weisen vielleicht doch mal den ein oder anderen Euro mehr, aber auch gezielter zu investieren. Vielleicht erleben wir dann mal wieder einen überzeugenden (wenn's drauf ankommt sind wir da - auch international) Bayern München.
dass der Abgang von Ballack die Bayern weit haerter traf und immer noch trifft, ist
meineserachtens das Grundproblem des FCB 2006/2007.
Ballack war zwar kein Spielmacher, aber wenigstens hat er in den wichtigen Spielen
immer die Tore gemacht. Sagnol Flanke Ballack Kopf - Tor.
Das waere auch gegen Bochum und die anderen Fahrstuhlmannschaften gegangen,
wenn er noch da waere...
Warum van Bommel als Ballackersatz geholt wurde ist mir unerklaerbar.
Da gibt man die Position hinter den Spitzen ab und holt einen Mittelfeldwuehler wie man
sie in Ottl, Demichelis und Hargreaves im Dreierpack hat. Und Kopfballtore wird der
van Bommel (nix gegen ihn, scheint ein netter Kerl zu sein) auch keine machen, ausser
man laesst ihn noch strecken.
Und dann wird der Schweini zusammengeschissen, dass er das nicht hinkriegt, was
der Ballack vorher gemacht hat.
Haben da nicht die Herren H und R klaeglich versagt, indem Sie
a) Ballack voellig zu unrecht immer heruntergeredet haben...
b) dann auch noch verpennt haben fuer adequaten Ersatz zu sorgen ...
c) mit van Bommel dann auch noch den Falschen geholt haben...
d) und jetzt Magath die Schlud geben, er wuerde die Mannschaft nicht erreichen...
ABER . VOR DER SAISON GROSS DAHERREDEN; DASS ES EINE SCHWERE SAISON
WIRD - ABER BEI DER KLEINSTEN WINDBOEHE (PLATZ 4) DEN TRAINER OPFERN;
DAS IST JA FAST SCHON NIVEAU VON PROVINZLIGA:::
WENN SIE KERLE WAREN DER H UND R DANN HAETTEN SIE ES AUCH GANZ DURCH-
ZIEHEN MUESSEN UND MAGATH IN 2008 DIE CHANCE ZUM NEUAUFBAU GEBEN
MUESSEN:::
... warum sich all die klugscheißenden Rummeniggehönessens nicht selbst drangeben, "die Mannschaft" so zu konditionieren, wie sie es wohl wissen. Na ja: am besten so weitermachen wie bisher und den FC Säbener Straße noch nicht mal ignorieren. Die schmoren eh alle in ihrem eigenen Saft.
Meiner Meinung nach muss sich die komplette Führungsriege, allen voran die Herren Rummenigge und Hoeneß schon auch ernsthaft mit eigenen Versäumnissen auseinandersetzen. Einkaufspolitik etc., da liegt einiges im Argen.
Paging