Heynckes vor Pokalfinale "Die Nation kann beruhigt sein"

  • Bayern-Trainer Jupp Heynckes beruft Manuel Neuer in den Kader zum DFB-Pokalfinale. Seinen Einsatz in der Startelf schließt er aber aus.
  • Sandro Wagners Entscheidung, aus der Nationalmannschaft zurückzutreten, kann Heynckes nicht ganz verstehen.
  • Thomas Müller ist wieder fit, Boateng und Robben fallen aus.

Jupp Heynckes beruhigt Deutschland. So weit ist es tatsächlich schon, denn in den Katakomben des Berliner Olympiastadions sagte er in der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokalfinale zum Gesundheitszustand von Manuel Neuer und dessen Rolle bei der WM. "Die Nation kann ganz ruhig sein." Er hab den Torwart im Fitnessraum beobachtet, Neuer habe sehr gut gearbeitet und nun überhaupt keine Beschwerden mehr. Er habe im Tor eine Präsenz und Autorität, die kaum mit jemandem vergleichbar sei. Zum ersten Mal seit September 2017 steht Neuer im Bayern-Kader. "Aber", sagte Heynckes "um Spekulationen vorzugreifen: Er wird nicht von Anfang an spielen. Ich habe keinen Plan mit Manuel Neuer, ich habe einen Matchplan, wie wir spielen wollen. Alles andere lasse ich auf mich zukommen."

Möglicherweise von Anfang an spielen wird Thomas Müller. Der hatte einen Magen-Darm-Infekt, wird aber am Abschlusstraining teilnehmen. Sein Fehlen bei der Pressekonferenz (wo eigentlich die Kapitäne der beiden Mannschaften sitzen) erklärte Heynckes mit den Worten: "Ich weiß, dass Thomas gerne viel redet und damit wir hier schneller fertig sind, hab ich ihn ins Hotel geschickt." Sicher nicht dabei sind Jérôme Boateng und Arjen Robben.

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Dabei, aber vermutlich nicht in der Startelf, wird Sandro Wagner sein. Nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft haben ihn nun sowohl Präsident Uli Hoeneß als auch Trainer Jupp Heynckes zumindest leicht kritisiert. "Das hat mich schon ein bisschen überrascht, so böse hätte er jetzt nicht unbedingt reagieren müssen", sagte Hoeneß in einem Interview mit dem Sender Sky am Freitag.

Heynckes meinte: "Ich denke, er hat zu voreilig emotional reagiert. Ich hätte es lieber anders gesehen, aber es ist seine persönliche Entscheidung, die muss man respektieren." Gleichzeitig lobte er Wagner für dessen Halbserie beim FC Bayern. "Er ist total engagiert, sehr ehrgeizig und morgens der erste Spieler an der Säbener Straße. Er hatte zwei Träume: Zu seinem Heimatverein zurückzukommen und in einer Mannschaft, die großartige Fußballer hat, Fuß zu fassen. Das hat er erreicht. Und er hatte den großen Traum, eine WM zu spielen."

Mats Hummels wollte den Schritt nicht beurteilen, äußerte aber Verständnis. "Wenn die Enttäuschung für einen kurzen Zeitraum überhandnimmt, ist das sehr menschlich", sagte er: "Wir haben ihn getröstet, weil wir ihn als Typen mögen. Er spielt eine vorbildliche Rolle und gibt immer Gas."

Beide Trainer, sowohl Heynckes als auch Kovac, sagten, dass es für das Finale keine Rolle spiele, dass Kovac der Nachfolger von Heynckes bei den Bayern wird. Kovac verkündete, dass es das Ziel gewesen sei, wieder das Pokalfinale zu erreichen. "Viele haben uns belächelt und natürlich kann man das nicht planen. Aber wir haben immer daran geglaubt."

Eintracht Frankfurt hatte im vergangenen Jahr gegen Borussia Dortmund verloren, Bayern München gewann zuletzt 2016 den Pokal durch einen Sieg im Elfmeterschießen gegen den BVB.

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