Hertha-Stürmer zum BVB Ramos vor der Tür

Adrian Ramos (li.): Wohl bald im schwarz-gelben Trikot

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Der Wechsel von Adrian Ramos zu Borussia Dortmund steht kurz vor dem Abschluss. In der bisherigen Saison hat der Kolumbianer 15 Tore geschossen - genauso wie Robert Lewandowski. Trotzdem wird er den Polen nicht alleine ersetzen.

Von Freddie Röckenhaus

Der Wechsel von Mittelstürmer Adrian Ramos von Hertha BSC zu Borussia Dortmund scheint so gut wie perfekt zu sein. Bereits vor Wochen war Ramos bei einem offenbar vorweggenommenen medizinischen Check in Dortmund gesichtet worden. Nun deutete der Berater des Kolumbianers, Helmuth Wennin, gegenüber der Nachrichtenagentur Colprensa in Bogotá an, dass der Transfer unmittelbar vor dem Abschluss stehe. Es gäbe "eine große Chance", dass Ramos im Sommer zum BVB wechsle, er wolle aber "der Bekanntgabe durch die Klubs" nicht vorgreifen, wird Wennin zitiert.

Am Montagnachmittag ruderte Berater Wennin gegenüber den Dortmunder Ruhr Nachrichten zwar wieder zurück, er erklärte, dass "noch keine Einigung zwischen den Vereinen" erzielt sei, auch Dortmund gab zu verstehen: "Solange es in dieser Sache nichts von uns zu hören gibt, gibt es auch keinen neuen Stand." Doch insgesamt dürfte es eher um Formalitäten gehen. Der Vertrag des Torjägers in Berlin läuft 2015 aus, eine Verlängerung hat er ausgeschlagen. Die Rede ist von etwa acht Millionen Euro Ablöse. Dortmund verliert im Sommer seinen Stürmer Robert Lewandowski (zu Bayern München) und braucht dringend Ersatz. In der aktuellen Torschützenliste der Bundesliga rangieren Lewandowski und Ramos mit 15 Toren gleichauf.

Nach Aussage von BVB-Vorstandschef Hans-Joachim Watzke dürfte Ramos aber nicht alleiniger Nachfolger des Polen werden. Watzke hatte schon vor Wochen angedeutet, eher auf der Suche nach zwei neuen Stürmern zu sein. "Einen Robert Lewandowski kann man ohnehin nicht eins zu eins ersetzen", bekannte Watzke. Der bisherige Lewandowski-Ersatz Julian Schieber hat sich auf dem hohen Niveau in Dortmund nie durchsetzen können.

Dzeko in anderer Preisklasse

Der BVB wird immer wieder mit den belgischen Angreifern Lukaku (zur Zeit von Chelsea an Everton ausgeliehen), Benteke (Aston Villa) oder Batshuayi (Standard Lüttich) in Verbindung gebracht. Ausschließen will man in Dortmund aber nahezu nichts - allerdings gilt ein Transfer des Bosniers Edin Dzeko, der bei Manchester City unzufrieden ist, als unrealistisch, da er weit jenseits des BVB-Gehaltsgefüges spielt. Ramos bekam von BVB-Trainer Jürgen Klopp dagegen mehrmals Vorschusslorbeeren: "Ein außergewöhnlicher Spieler, schon seit Jahren", sagte Klopp, "er ist schwer zu bespielen, weil er sehr beweglich ist."

Klopps eigene Beweglichkeit an der Seitenauslinie wird wohl den DFB-Kontrollausschuss beschäftigen. Beim Spiel gegen Mönchengladbach, das Dortmund am Samstag 1:2 verlor, hatte sich der studierte Sportwissenschaftler in der Schlussphase in bekannter Manier über Entscheidungen von Schiedsrichter Deniz Aytekin echauffiert. Aytekin hatte Klopp daraufhin - in der Nachspielzeit - auf die Tribüne verwiesen. Dortmunds Trainer fühlte sich ungerecht behandelt. Er habe die Worte "Und da pfeifst du nicht?" gebrüllt, wenn auch "mit meinem mittlerweile weltbekannten Gesicht". Für sein Gesicht aber könne man ihn "nicht wegschicken".

Das Sportgericht des DFB reagierte umgehend mit einer Geldstrafe: 10.000 Euro muss der Dortmunder für seine Entgleisung zahlen.